Die AfD nennt Moschee-Bau in Erfurt „Landnahmeprojekt“

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke steht an der Spitze der Bewegung, die den Bau einer neuen Moschee in Erfurt stoppen will.
Thüringens AfD-Chef Björn Höcke steht an der Spitze der Bewegung, die den Bau einer neuen Moschee in Erfurt stoppen will.
Foto: dpa
Die AfD macht mobil gegen eine neue Moschee in Erfurt. Die Rechtspopulisten wollen den Bau verhindern. Sie setzen auf Hilfe von Pegida.

Erfurt. Die AfD will sich an die Spitze von Protesten gegen einen Moschee-Neubau in Thüringen setzen. Zur Ausübung des muslimischen Glaubens gehöre nicht zwangsläufig eine Moschee mit Kuppel und Minarett, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Stefan Möller, am Dienstag in Erfurt. „Darüber muss diskutiert werden.“

Das Bauvorhaben will die rechtspopulistische Partei an diesen Mittwoch im Landtag bei einer Aktuellen Stunde unter dem Motto „Moscheebauten in Thüringen – Nicht gegen den Bürgerwillen!“ zum Thema machen. Auch eine Demonstration gegen den Moschee-Bau ist in der Landeshauptstadt geplant. Dazu wird erstmals auch ein Vertreter der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung erwartet. Björn Höcke, Fraktionschef der AfD in Thüringen hatte laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ den geplanten Bau Ende vergangener Woche als „Teil eines langfristigen Landnahmeprojekts“ bezeichnet.

Moschee mit Kuppel und Minarett

Hintergrund: Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde will am Stadtrand von Erfurt eine Moschee bauen. Es wäre der erste Moschee-Neubau in dem Bundesland. Wann und ob der Grundstein überhaupt gelegt wird, ist offen – bislang hat die Gemeinde lediglich eine Bauvoranfrage gestellt.

Die Moschee soll eine Kuppel bekommen, auch ein Minarett ist geplant. Allerdings nur aus optischen Gründen: Von dem elf Meter hohen Turm wird der Muezzin nicht Gläubige zum Gebet rufen. Das Haus soll laut dem Bericht den rund 70 Gemeindemitgliedern in Erfurt Platz zum Beten bieten – bisher tun sie das im Wohnzimmer eines Gemeindemitglieds.

AfD: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“

Das Erfurter Vorhaben ist das dritte Moschee-Projekt der Ahmadiyya-Gemeinde in Ostdeutschland. Vor einigen Jahren wurde die Moschee im Berlin Stadtteil Pankow fertiggestellt. Auch dort hatte es zunächst Proteste gegeben. In Leipzig liegt der Gemeinde eine Genehmigung vor, mit dem Bau soll bald begonnen werden.

Die AfD hatte den Satz „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ bei ihrem Parteitag vor gut zwei Wochen in ihr Parteiprogramm aufgenommen. AfD-Landeschef Björn Höcke hatte gesagt: „Entweder passt sich der Islam in Europa und Deutschland unseren rechtsstaatlichen Normen, Sitten und Werten an oder er muss verabschiedet werden.“ (W.B./dpa)

 
 

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