Die AfD in der Märtyrer-Rolle

Die Katholiken wollen nicht mit der AfD diskutieren, jedenfalls nicht auf ihrem Katholikentag in Leipzig.

Die Katholiken wollen nicht mit der AfD diskutieren, jedenfalls nicht auf ihrem Katholikentag in Leipzig. Die Absage an die Rechtspopulisten ist – auf den ersten Blick – nachvollziehbar. Schließlich erbringen die Petrys, von Storchs und Höckes regelmäßig den Nachweis, dass es ihnen weniger um sachliche Argumentation als um vollmundige Polemik geht.

Trotzdem ist die Strategie der Ausgrenzung des Katho­likentags ein fragwürdiger Weg.

Die Gefahr, dass man die Vereinfacher und Verunglimpfer mit einem Diskussionsboykott nur noch stärkt, ist groß. Sie suchen ohnehin gern die Rolle der Märtyrer, deren Posi­tionen angeblich totgeschwiegen würden. Die Ausgrenzung ist da nur weiteres Wasser auf die Mühlen ­dieser Verschwörungstheoretiker.

Besser wäre es, die AfD in der ­Diskussion zu stellen. Man muss sich für die Debatte mit der AfD wappnen, ihre Argumente als Polemik entlarven. Wie das dann aus­gehen kann, hat das Treffen von AfD-Politikern mit dem Zentralrat der Muslime gezeigt.

Die Islamgegner wurden von den Muslimen gestellt – und zogen schnell wieder ab. Und plötzlich steht AfD-Chefin Petry als diejenige da, die kneift.

 
 

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