Deutschpflicht für Ausländer? Kritik an CSU

Essen..  Die CSU will, dass Ausländer zu Hause Deutsch sprechen. Trotz heftiger Kritik von allen Seiten an dem am Wochenende bekannt gewordenen Vorschlag will der Parteivorstand heute über einen entsprechenden Vorschlag für den Parteitag am kommenden Wochenende beraten. In dem Antrag heißt es: „Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen.“

NRW-Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) hält diesen Vorstoß für abwegig: „Wir sind gegen eine Assimilierungspolitik a la CSU“, sagte er gestern der NRZ. „Die Zweisprachigkeit der Einwanderer achten wir, denn sie ist ein hohes Gut in Zeiten der Globalisierung und des drohenden Fachkräftemangels“, so Schneider weiter. Kritik kam auch aus der CSU selbst: Der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Neumeyer sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Das ist ein Schmarrn. Machen wir dann demnächst die Videoüberwachung in den Küchen?“ Der innenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Volker Beck, bezeichnete die Forderung der CSU als „übergriffig, respektlos und reine Stimmungsmache“. „Was ich zu Hause spreche, geht die CSU einen feuchten Kehricht an“, betonte Beck.

 
 

EURE FAVORITEN