Deutschland: Tausende Asylbewerber nach ihrer Abschiebung wieder hier

Viele Asylbewerber versuchen ihr Glück weiter in Deutschland – und das, obwohl sie schon abgeschoben worden sind. (Symbolbild)
Viele Asylbewerber versuchen ihr Glück weiter in Deutschland – und das, obwohl sie schon abgeschoben worden sind. (Symbolbild)
Foto: imago images / blickwinkel

Es ist eine Zahl, die fassungslos macht: Fast 30.000 Asylsuchende, die Deutschland verlassen mussten, sind hierher zurückgekehrt! Das geht aus Angaben der Bundesregierung hervor, aus denen „Welt am Sonntag“ berichtet.

Solche Mehrfachwiedereinreisen finden „in beträchtlichem Umfang“ statt. Tausende Asylbewerber wurden demnach schon mehrmals abgeschoben oder reisten freiwillig aus – um dann später erneut ihr Glück in Deutschland zu versuchen. Laut „Welt am Sonntag“ sind insgesamt 28.283 Asylbewerber wieder hier. Sie sind seit 2012 eingereist und haben einen Antrag gestellt, wurden dann aber abgeschoben oder sind freiwillig ausgereist.

Einige abgelehnte Asylbewerber versuchen es schon zum vierten, fünften oder sechsten Mal

Bei 1023 der aktuell in Deutschland lebenden Asylbewerber ist es sogar bereits der vierte Anlauf. 294 sind schon bei fünf oder noch mehr Versuchen angelangt. Das geht aus Antworten der Bundesregierung auf Anfragen des AfD-Abgeordneten Martin Sichert hervor, aus denen „Welt am Sonntag“ zitiert.

Dort heißt es, „differenzierte belastbare Angaben“ zur Ausreise-Art ließen sich nicht ermitteln. Es bleibe also unklar, wie viele der wiedergekehrten Asylbewerber freiwillig ausgereist sind und wie viele abgeschoben wurden.

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Innenminister Seehofer will schärferes Gesetz zur Wiedereinreisesperre

Die Bundesregierung gibt bis heute keine Angaben heraus, wie viele Abgeschobene insgesamt später wieder einreisten. Doch das soll sich bald ändern. Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte angekündigt, einen Entwurf aus seinem Haus erstellen zu lassen, der es ermöglichen soll, Ausländer mit einer Wiedereinreisesperre für die gesamte Dauer ihres erneuten Asylprüfverfahrens in Haft zu nehmen. Bisher ist das nur für wenige Monate möglich, meist kommt es nicht mal zur Festnahme.

Laut „Welt am Sonntag“ wird ein solches Gesetz aber nicht mehr 2019 vorgelegt werden, weil das SPD-geführte Justizministerium schwere Bedenken hätte. (mg)

 
 

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