Deutsche Aleviten denken an Ausstieg aus Islamkonferenz

Berlin.  Die Alevitische Gemeinde in Deutschland denkt über einen Rückzug aus der Deutschen Islamkonferenz (DIK) nach. „Zehn Jahre Deutsche Islamkonferenz, das ist für uns kein Grund zum Feiern, deshalb werden wir auch an dem Festakt in Berlin nicht teilnehmen", sagte der Bildungsbeauftragte des Verbandes, Yilmaz Kahraman.

Das Gremium wird seiner Ansicht nach zu stark von den großen sunnitischen Verbänden dominiert. Diese drängten „alle, die nicht diesen reaktionären-konservativen Islam vertreten" an den Rand, kritisierte Kahraman. Außerdem sorgten sie dafür, dass relevante Themen wie Radikalisierung und Islamismus in der DIK heute nicht mehr diskutiert würden.

Die Deutsche Islamkonferenz existiert seit 2006. Sie war von dem damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ins Leben gerufen worden. Das Forum begeht sein zehnjähriges Jubiläum heute mit einem Festakt in Berlin.

Die in Deutschland lebenden Aleviten stammen aus der Türkei. Die Aleviten glauben an den Propheten Mohammed als den Gesandten Gottes und an seinen Cousin Ali als einen Auserwählten.