Der Terror und die Angst – von Walter Bau

Es ist die wohl eindringlichste und konkreteste Terrorwarnung, die je ein deutscher Innenminister herausgab. Und weil Thomas de Maizière nicht eben bekannt dafür wäre, aufgeregt in Alarmismus zu verfallen, muss man seinen Auftritt umso ernster nehmen.

Es gibt Grund zur Sorge, hat der Minister die Öffentlichkeit wissen lassen. An den Flughäfen und Bahnhöfen der Republik beziehen schwer bewaffnete Polizisten Stellung, Passagiere müssen mit zusätzlichen Kontrollen rechnen. Die Angst – oder zumindest ein sehr mulmiges Gefühl – fährt und fliegt ab sofort mit. Selbst Weihnachtsmärkte werden als potenzielle Ziele von Terroristen genannt. Überhaupt große Menschenansammlungen. Man fragt sich unweigerlich: Wo ist man noch sicher?

Es gibt keinen Grund zur Hysterie, auch das hat der Innenminister gestern gesagt. Und diese Mahnung sollte man beherzigen. Denn bei aller Wachsamkeit macht es keinen Sinn, in jedem Koffer oder Paket einen potenziellen Sprengsatz zu vermuten. Das Leben, der Alltag muss weitergehen. Die Geheimdienste haben zuletzt gute Arbeit geleistet; das zeigen die früh erkannten und entschärften Paketbomben in Frachtflugzeugen und beim Bundeskanzleramt. Nun sind sie, wie es aussieht, noch mehr gefordert.

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