Der Spatenstich

Dieser Tage hatten wir ein Bild in der Zeitung: Es zeigte einen Spatenstich. Was da gebaut werden sollte? Hab’ ich vergessen. Ist auch nicht so wichtig.

Um was es mir eigentlich geht, ist das Bild als solches. Sechs Männer stehen nebeneinander. Alle haben gerade mit dem Spaten in die Erde gestochen, jetzt werfen sie jeweils ein kleines Häufchen Erde in die Luft. Schon an der Art und Weise, wie diese sechs Männer den Spaten halten, erkennt man sofort: Die haben noch nie gearbeitet. Zumindest nicht richtig.

In dem Fall mit den sechs Männern stimmt das mit dem Nicht-Arbeiten tatsächlich. Ich kenne die. Alle sind Chefs mit Jahresgehältern im höheren sechsstelligen Be­reich. Da arbeitet man nicht – das lässt man arbeiten.

Jeder, der schon mal bei einem Spatenstich war, weiß, dass die wichtigen Männer spätestens nach dem zweiten Stich, wenn die Kameras aus sind, den Spaten angewidert an einen ihrer Mitarbeiter reichen. Um sich dann dem Umtrunk und den Hostessen zu widmen. Deshalb ist man ja schließlich Chef geworden.

 
 

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