De Maizière: "Ein Teil der Antworten würde die Bevölkerung verunsichern"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei der Pressekonferenz nach dem abgesagten Freundschaftsspiel in Hannover.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei der Pressekonferenz nach dem abgesagten Freundschaftsspiel in Hannover.
Foto: REUTERS
Innenminister Thomas de Maizière nennt keine Details zur Bedrohungslage vor dem Länderspiel in Hannover. Dafür gebe es gute Gründe.

Hannover. Nach dem abgesagten Freundschaftsspiel Deutschland gegen die Niederlande hat sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière zu der Entscheidung der Sicherheitsbehörden geäußert. „Die Gefährdung für Deutschland und Europa ist hoch. Die Lage ist ernst“, sagte de Maizière am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz in Hannover.

Hinweise auf eine Gefährdung des Spiels hätten sich im Laufen des frühen Abends so verdichtet, dass er die Absage des Spiels empfohlen habe, sagte de Maizière. „In einer solchen schwierigen Lage hat im Zweifel der Schutz der Menschen Vorrang“, sagte der CDU-Politiker weiter. Details zu den Hinweisen und deren Quellen wollte er nicht nennen.

Keine Aussagen zu den Hintergründen der Absage

Auf Fragen nach den Hintergründen der Absage sagte der Innenminister: „Verstehen Sie bitte, dass ich darauf keine Antworten geben möchte. Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern und unser Verhalten in Zukunft erschweren. Ich bitte die deutsche Öffentlichkeit um einen Vertrauensvorschuss gegenüber dem Landesinnenminister und gegenüber mir, dass wir gute Gründe, bittere Gründe hatten, das Spiel abzusagen.“

Die Begegnung Deutschland gegen die Niederlande war rund anderthalb Stunden vor Anpfiff abgesagt worden. Die Polizei räumte das Stadion, die Fans wurden per Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, sich „zügig und ohne Panik nach Hause zu begeben“.

Wegen der Anschlagsserie von Freitagabend mit mehr als 130 Toten, während der die deutsche Mannschaft in Paris gegen Frankreich spielte, war erst am Sonntag entschieden worden, die Partie in Hannover als Zeichen für Freiheit und gegen Terrorismus stattfinden zu lassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weitere Mitglieder der Bundesregierung hatten ihren Besuch angekündigt. (epd/dpa/ls)

 
 

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