Das „Turbo-Abitur“ dürfte bald Geschichte sein

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hatte für Dienstagabend zum runden Tisch zur Zukunft des "Turbo-Abi" nach Düsseldorf geladen. Die NRW-CDU schlug die Einladung aus.
NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hatte für Dienstagabend zum runden Tisch zur Zukunft des "Turbo-Abi" nach Düsseldorf geladen. Die NRW-CDU schlug die Einladung aus.
Foto: dpa
Der Runde Tisch dringt auf eine Korrektur der umstrittenen Schulzeitverkürzung an Gymnasien. Die CDU sagte ihre Teilnahme ab. Elterninitiativen fordern schnelle Rückkehr zu G9.

Düsseldorf.. Nordrhein-Westfalen verabschiedet sich langsam vom achtjährigen Gymnasium (G8). Bei einem Runden Tisch zum „Turbo-Abitur“ waren sich gestern die meisten Teilnehmer einig, dass die umstrittene Schulzeitverkürzung korrigiert werden müsse. Elternvertreter dringen auf eine Entscheidung für das neunjährige Gymnasium noch vor der Landtagswahl. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hält dies aber für unrealistisch. Über G8 und G9 müsse eine neue Landesregierung entscheiden. „Das muss gründlich vorbereitet sein. Es darf keinen Schnellschuss geben“, sagte Löhrmann nach dem Treffen. Frühestens zum Schuljahr 2018/19 könnten die Veränderungen beginnen.

Mehrere Teilnehmer berichteten von einem weitgehenden Konsens am Runden Tisch in zwei entscheidenden Punkten: Erstens soll wieder die einheitliche sechsjährige Mittelstufe eingeführt werden mit einer zweiten Fremdsprache nach der 7. Klasse. Zweitens sollte eine eindeutige „Leitentscheidung“ zu den Gymnasien im Land gefällt werden. „Es darf nicht so sein, dass jede Schule oder jede Kommune selbst über G8 oder G9 entscheiden kann“, erklärte Löhrmann. Eine solche Wahlmöglichkeit hatte die FDP ins Gespräch gebracht, die CDU liebäugelt damit, hat sich aber noch nicht festgelegt.

Die Vorsitzenden der Pädagogenverbände GEW und VBE, Dorothea Schäfer und Udo Beckmann, unterstrichen, dass am Ende die Politik und kein Runder Tisch über die Schulzeit an Gymnasien entscheiden müsse. Und eine solche Entscheidung sei längst überfällig, hieß es von vielen Teilnehmern.

 
 

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