Die Bischöfe sind sich nicht einig bei der „Ehe für alle“

Ehe vs. "eingetragene Lebenspartnerschaft" - Das sind die Unterschiede

Die "Ehe für alle" ist aktuell ein großes Thema. Schwule und lesbische Paare dürfen bereits heiraten. Aber sie haben nicht in allen Punkten die gleichen rechte wie heterosexuelle Paare. Die wichtigsten Unterschiede.

Die "Ehe für alle" ist aktuell ein großes Thema. Schwule und lesbische Paare dürfen bereits heiraten. Aber sie haben nicht in allen Punkten die gleichen rechte wie heterosexuelle Paare. Die wichtigsten Unterschiede.

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In den Kirchen herrscht Skepsis gegenüber der „Ehe für alle“. Katholiken wie Protestanten sehen das neue Verfahren sehr kritisch.

Berlin.  Die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland haben sich kritisch zur geplanten Einführung der „Ehe für alle“ in Deutschland geäußert. „Die Deutsche Bischofskonferenz betont, dass die Ehe – nicht nur aus christlicher Überzeugung – die Lebens- und Liebesgemeinschaft von Frau und Mann als prinzipiell lebenslange Verbindung mit der grundsätzlichen Offenheit für die Weitergabe von Leben ist“, erklärte am Mittwoch der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. „Wir sind der Auffassung, dass der Staat auch weiterhin die Ehe in dieser Form schützen und fördern muss.“

„Wir bedauern, wenn dieser Ehebegriff aufgelöst werden soll und damit die christliche Auffassung von Ehe und das staatliche Konzept weiter auseinandergehen“, erklärte Marx weiter. Es sei wegen der von vielen Seiten geäußerten erheblichen verfassungsrechtlichen Bedenken „völlig unangemessen, eine solche gesellschaftspolitische Grundentscheidung in diesem überstürzten Verfahren zu fällen“. Der Bundestag wird am Freitag über die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben abstimmen.

Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, rief seine Kirche dazu auf, „auch homosexuelle Partnerschaften geistlich zu begleiten. „Wie weit es dafür auch gottesdienstliche Formen – wie etwa eine Segnung – geben kann, muss weiter diskutiert werden.“ In gleichgeschlechtlichen Partnerschaften würden viele Werte gelebt, die in heterosexuellen Partnerschaften von hoher Bedeutung sind, etwa Liebe, gegenseitige Fürsorge und Unterstützung, betonte Bode.

Segnung bei Protestanten möglich

Auch die evangelische Kirche stört sich an dem schnellen Verfahren zur Gesetzesänderung. „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“, sagte ein Sprecher der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). „Es ist bedauerlich, dass diese Frage jetzt unter dem Zeitdruck einer zu Ende gehenden Legislaturperiode entschieden werden soll.“

Doch es gibt auch andere Stimmen: Evangelische Bischöfe aus Niedersachsen begrüßten eine mögliche „Ehe für alle“. „Menschen leben nicht nur in der Ehe zwischen Mann und Frau, sondern auch in anderen Beziehungsformen in Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und Verantwortung miteinander“, sagte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister am Mittwoch.

Abbau von Diskriminierung

Auch der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns betonte, die Kirche setze sich für den Abbau von Diskriminierungen ein. „Deswegen können wir das Bemühen des Staates unterstützen, homosexuelle Paare mit Paaren von Mann und Frau rechtlich gleichzustellen.“ Der Bundestag wird am Freitag über die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben abstimmen.

In den meisten Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist eine öffentliche Segnung gleichgeschlechtlicher Ehen inzwischen möglich. Teils wurde sie einer Hochzeit zwischen Mann und Frau nahezu gleichgestellt.

Anders sieht es in der katholischen Kirche aus. Die Bischöfe lehnen Trauungen und Segnungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartner ab. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) plädiert aber für die Segnung homosexueller Paare. (W.B./epd)

 
 

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