Corona: Omikron-Variante „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ in Deutschland angekommen ++ Werden die Weihnachtsferien jetzt vorgezogen?

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

Beschreibung anzeigen

Deutschland droht die Kontrolle über die vierte Corona-Welle endgültig zu verlieren. Die 7-Tage-Inzidenz steigt kontinuierlich weiter, besonders heftig ist die Lage in Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Bayern.

Und jetzt auch noch da: Die Welt ist alarmiert über B.1.1.529 die neue Corona-Virusvariante, die im Süden Afrikas aufgetaucht ist.

Corona-Newsblog: Dramatische vierte Welle in Deutschland - jetzt auch noch neue Virus-Variante B.1.1.529 aufgetaucht

+++ Zum Aktualisieren HIER klicken +++

---------------------

Corona-Lage in Deutschland (Stand 26. November)

  • 7-Tage-Inzidenz: 438,2
  • Neue Covid-19-Fälle: 76.414
  • Corona-Todesfälle insgesamt: 100.476
  • Anteil der vollständig Geimpften: 70,8 Prozent
  • Anteil der Booster-Geimpften: 8,8 Prozent
  • Hospitalisierungsrate bundesweit: 5,79

---------------------

27. November 2021

11.21 Uhr: Omikron-Variante "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" in Deutschland angekommen

Die so genannte Omikron-Variante des Coronavirus ist höchstwahrscheinlich bereits in Deutschland angekommen. Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika wurden in der vergangenen Nacht mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden, wie der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Samstag auf Twitter mitteilte. „Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person wurde häuslich isoliert.“ Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus, schrieb Klose weiter.

Omikron könnte wegen ungewöhnlich vieler Mutationen noch ansteckender sein als die derzeit grassierende Delta-Variante und die existierenden Impfstoffe weniger wirksam machen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte die zuerst in Südafrika entdeckte Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 als „besorgniserregend“ ein.

Zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland und weitere Mitgliedstaaten der EU, haben bereits den Flugverkehr mit Südafrika und weiteren Ländern der Region eingestellt.

8.18 Uhr: 7-Tage-Inzidenz auf Höchststand ++ Werden die Weihnachtsferien vorgezogen?

Die Sieben-Tages-Inzidenz ist erneut auf einen Höchststand gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 444,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 438,2 gelegen, vor einer Woche bei 362,2 (Vormonat: 118,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 67 125 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.11 Uhr wiedergeben. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 303 Todesfälle verzeichnet.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus brachte wegen der dramatischen Lage ein Vorziehen der Weihnachtsferien ins Gespräch. Der „Welt am Sonntag“ sagte er: „Sollte sich die Lage noch verschlimmern, muss meines Erachtens auch darüber nachgedacht werden, die Weihnachtsferien überall ein bis zwei Wochen früher beginnen zu lassen, um die Kontakte zum Beispiel in den Schulen zu reduzieren.“

26. November 2021

20.35 Uhr: Quarantäne für Reisende aus Südafrika, Namibia und Botswana

Das Robert-Koch-Institut hat am Freitag die Liste der Risikogebiete aktualisiert. Für acht Länder im Südlichen Afrika, darunter die beliebten Urlaubsziele Südafrika, Namibia und Botswana, gelten die strengsten Regeln. Sie sind künftig als Virusvariantengebiete geführt.

17.21 Uhr: Epidemiologe Timo Ulrichs: „Durchimpfung der Bevölkerung müsste wieder bei Null anfangen“

Angesichts der steigenden Verbreitung der zuerst in Südafrika aufgetauchten Variante des Coronavirus sagt der Epidemiologe Professor Timo Ulrichs gegenüber dem Nachrichtenportal watson: „Falls sie fitter sein und die Delta-Variante verdrängen sollte, könnten die veränderten Oberflächenstrukturen die durch Impfung und Viruskontakt hergestellte Immunität in der Bevölkerung unterlaufen.“

Er warnt: „Die Konsequenz wäre dann, dass wir mit angepassten Impfstoffen mit einer Durchimpfung der Bevölkerung wieder bei Null anfangen müssten.“ Denn „die neue Variante vereinigt viel mehr Mutationen auf sich als die zurzeit vorherrschende Delta-Variante“, so Ulrichs gegenüber watson.

14.25 Uhr: Belgien registriert ersten Fall mit neuer Coronavirus-Variante B.1.1.529

Die neue Virusvariante B.1.1.529 ist in Europa angekommen! Belgien hat einen ersten Fall mit der neuen, zunächst im südlichen Afrika festgestellten Corona-Variante registriert. Das gab der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke bei einer Pressekonferenz am Freitag bekannt.

13.50 Uhr: Wieler wegen Super-Variante B.1.1.529 in „sehr besorgt“ - Biontech handelt sofort

RKI-Präsident Lothar Wieler hat sich beunruhigt gezeigt wegen der in Südafrika nachgewiesenen neuen Variante des Coronavirus. „Wir sind sehr besorgt“, sagte Wieler am Freitag in Berlin. Er sei froh, dass in Südafrika im Moment so zuverlässig und mit sehr viel Engagement die Verbreitung der Variante nachverfolgt werden.

Die Variante trage sehr viele Mutationen in sich, sagte der RKI-Chef. Inwieweit die in einigen südafrikanischen Provinzen sehr stark steigenden Fallzahlen der Corona-Neuinfektionen wirklich mit dem Virustyp zusammenhängen, müsse aber noch untersucht werden.

Wie Wieler weiter sagte, wurde die neue Variante bis Freitagvormittag seines Wissens nach weder in Europa noch in Deutschland nachgewiesen.

Nach der Entdeckung einer neuen Coronavirus-Variante in Südafrika prüft das Pharmaunternehmen Biontech eine mögliche Anpassung seines mRNA-Impfstoffs. „Wir können die Besorgnis von Experten nachvollziehen und haben unverzüglich Untersuchungen zur Variante B.1.1.529 eingeleitet“, erklärte ein Biontech-Sprecher am Freitag. „Die Variante unterscheidet sich deutlich von bisher beobachteten Varianten, da sie zusätzliche Mutationen im Spike-Protein hat.“

In spätestens zwei Wochen seien weiterführende Daten aus den Labortests zu erwarten. „Diese Daten werden uns Aufschluss darüber geben, ob es sich bei B.1.1.529 um eine Escape-Variante handeln könnte, die eine Anpassung unseres Impfstoffs erforderlich macht, wenn sich diese Variante international ausbreitet.“

Biontech hat für einen solchen Fall nach eigenen Angaben schon vor Monaten mit seinem US-Partner Pfizer Vorbereitungen getroffen. Der mRNA-Impfstoff soll dann innerhalb von sechs Wochen angepasst werden. Erste Chargen des angepassten Impfstoffs könnten nach Angaben des Unternehmens innerhalb von 100 Tagen ausgeliefert werden.

13.40 Uhr: Jens Spahn klingt verzweifelt – „Lage so ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz mit RKI-Chef Lothar Wieler eindringlich massive Kontaktreduzierungen gefordert, um eine Corona-Katastrophe in Deutschland abzuwenden.

„Die Lage ist dramatisch ernst. So ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt in dieser Pandemie“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Man sei in einer „nationalen Notlage“. Doch zu wenig passiere, und oft zu spät. „Wir müsse jetzt diese Welle stoppen“, mahnte Spahn.

Der Weckruf sei noch immer nicht überall angekommen, so Spahn, und kritisierte die Ampel: „Einige sagen, man wolle jetzt erstmal zehn Tage schauen, sich Zeit geben. Aber die Pflegekräfte auf den Intensivstationen, die haben keine zehn Tage zum Schauen.“

Spahn bemängelte, zu viele auch in politischer Verantwortung dächten, es werde schon gut gehen. „Wird es aber nicht, jedenfalls nicht von alleine.“

Die Welle werde von den bisher stark betroffenen Regionen im Süden und Osten Deutschlands aber „weiter gen Westen und Norden ziehen“. Ganz kurzfristig mache jetzt nur eines den entscheidenden Unterschied, sagte Spahn: „Die Zahl der Kontakte muss runter, deutlich runter. Es nützt alles nichts.“ Konkret nannte er konsequente Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene zusätzlich mit Test (2G plus) sowie das Absagen von Feiern und Großveranstaltungen.

Wieler sagte mit Blick auf die stark steigenden Infektionszahlen: „Ich erwarte jetzt von den Entscheidern, dass sie alle Maßnahmen einleiten, um gemeinsam die Fallzahlen herunter zu bringen.“ Alle Kontakte müssten so weit wie möglich reduziert werden. „Mit jedem Kontakt, den wir nicht haben, mit jedem Treffen, auf das wir verzichten, mit jeder Menschenmenge, die wir meiden, helfen wir dabei, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.“

Gleichzeitig zeigten sich Wieler und Spahn sehr besorgt über die neue Virus-Variante B.1.1.529.

Das Beste wäre eine Ministerpräsidentenkonferenz mit dem Bund schon in den nächsten Tagen, betonte Spahn. Diese ist bislang für den 9. Dezember vorgesehen.

Hamburg und Schleswig-Holstein sehen keine Notwendigkeit für ein Vorziehen der Ministerpräsidentenkonferenz. Jetzt sei es Zeit zum Handeln, insbesondere in den Ländern mit sehr hoher Inzidenz, hieß es am Freitag in Kreisen des rot-grünen Hamburger Senats. „Das Infektionsschutzgesetz gibt uns ausreichend Instrumente, um diese Maßnahmen umzusetzen“, erklärte auch CDU-Ministerpräsident Daniel Günther.

9.20 Uhr: Luftwaffe fliegt erste Corona-Patienten von Bayern nach NRW

Die Luftwaffe wird sich von Freitagnachmittag an mit einem Spezialflugzeug an der Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie beteiligen. Ein Airbus A310 MedEvac soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um 14 Uhr auf dem bayerischen Flughafen Memmingen landen und Schwerkranke nach Münster-Osnabrück in Nordrhein-Westfalen fliegen.

Die Luftwaffe hält zwei Flugzeuge für den Hilfseinsatz bereit. Der Airbus A310 MedEvac ist eine „fliegende Intensivstation“ mit sechs Behandlungsplätzen. Hinzu kommt eine umgerüstete Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH. In dieses waren zwei Plätze zur Intensivbehandlung eingebaut worden. In Wunstorf (Niedersachsen) ist zudem ein A400M MedEvac stationiert.

Im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Systems sollen Covid-19-Patienten auch bundesweit verteilt werden können, wenn in einzelnen Regionen der Kollaps von Krankenhäusern droht. Eine Verlegung von Patienten mit anderen Erkrankungen ist laut eines Kriterienkatalogs der Intensivmedizinervereinigung Divi nur in Ausnahmefällen vorgesehen. Das Konzept war im Frühjahr 2020 unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle ins Leben gerufen worden.

9.15 Uhr: Bundesregierung reagiert – Flugverkehr aus Südafrika wegen Corona-Variante drastisch eingeschränkt

Wegen der neu aufgetretenen Variante des Coronavirus schränkt die Bundesregierung den Flugverkehr mit Südafrika drastisch ein. Das Land gelte ab der Nacht zum Samstag als Virusvariantengebiet, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mit. „In der Folge dürfen Fluggesellschaften nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern.“ Zudem müssten alle Eingereisten für 14 Tage in Quarantäne – auch wenn sie vollständig geimpft sind.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, wird die neue Einstufung möglicherweise auch Nachbarländer von Südafrika betreffen. Die neu entdeckte Virusvariante „besorgt uns, daher handeln wir hier pro-aktiv und frühzeitig“, erklärte der geschäftsführende Minister Jens Spahn (CDU). „Das letzte, was uns jetzt noch fehlt, ist eine eingeschleppte neue Variante, die noch mehr Probleme macht.“

Die EU-Kommission wird wegen der in Südafrika entdeckten Corona-Variante B.1.1.529 den Mitgliedstaaten die vorübergehende Einstellung des Reiseverkehrs mit den Ländern des südlichen Afrika vorschlagen.

6.35 Uhr: Welt alarmiert wegen neuer Supervariante B.1.1.529 aus Afrika - Lauterbach fordert: „Sofort Reisebeschränkungen“

In Südafrika breitet sich eine neue Corona-Mutante, die weit schlimmer sein könnte als die bisher vorherrschende Delta-Variante. Mehrere Länder versuchen bereits, sich abzuschotten. Die Nachrichtenagentur PA zitierte einen Experten der britischen Behörde für Sicherheit im Gesundheitswesen mit der Einschätzung, bei B.1.1.529 handele es sich um „die schlimmste Variante“, die bisher gesehen wurde. Bislang gebe es nur bestätigte Fälle in Südafrika, Botsuana und Hongkong.

+++ Corona: Niederländische Klinik stellt Krebs-Operationen ein +++

Experten befürchten, dass die neue Virusvariante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen nicht nur hoch ansteckend sei, sondern auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Großbritannien und Israel schränkten deswegen vorsorglich den Flugverkehr in die Staaten der Region ein.

+++ Jens Spahn: Jetzt macht sich sogar eine große US-Show über ihn lustig +++

In Deutschland wirbt SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach eindringlich darum, ebenfalls schnelle Reisebeschränkungen zu beschließen. „Wir müssen Zeit gewinnen. Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein“, twitterte Lauterbach und teilte eine Grafik, die die massive Ausbreitung der Variante B.1.1.529 im Vergleich zur Delta- und Beta-Variante in Südafrika zeigt.

Israel stufte daraufhin die Länder Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini als „rote Länder“ ein. Ausländer dürften aus diesen Ländern nicht mehr nach Israel einreisen, teilte das Büro des Ministerpräsidenten Naftali Bennett mit. Israelis müssen bei einer Heimkehr aus diesen Ländern für bis zu 14 Tage in Quarantäne in ein Corona-Hotel, können sich aber nach einer Woche mit zwei negativen PCR-Tests freitesten. Man werde die neue Variante genau beobachten, um eine Ausbreitung in Israel zu verhindern, hieß es.

+++ Jens Spahn erfindet 3G neu – heftiges Corona-Zitat sorgt für Aufsehen +++

Die britische Regierung schränkt wegen der neuen Virusvariante den Flugverkehr aus Südafrika, Lesotho, Botsuana, Simbabwe, Eswatini und Namibia ein. Zudem gelte für Ankommende eine strenge Pflicht zur Hotelquarantäne, teilte Gesundheitsminister Sajid Javid mit. Täglich kommen laut der Nachrichtenagentur PA 500 bis 700 Menschen allein aus Südafrika in Großbritannien an. Über die Weihnachtszeit wird mit einer höheren Zahl gerechnet.