Corona-Newsblog: RKI-Chef Wieler in der Kritik – Grüne und FDP beklagen politische Einflussnahme des Instituts

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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In diesem Corona-Newsblog liest du die wichtigsten und aktuellen Informationen zur Virus-Entwicklung in Deutschland und weltweit.

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Corona in Deutschland (Stand 9. Oktober):

  • 7-Tage-Inzidenz: 64,4
  • Corona-Neuinfektionen: 8.854
  • Gesamtzahl Todesopfer im Zusammenhang mit Corona: 94.178
  • Menschen mit vollständigem Corona-Impfschutz (offizielle Meldedaten): 65,1 Prozent

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Corona-Newsblog: Die aktuelle Lage in Deutschland und der Welt

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9. Oktober

RKI-Chef Wieler in der Kritik – Grüne und FDP beklagen politische Einflussnahme

Die zu niedrig angegebene Impfquote seitens des RKI führt nun zu heftiger Kritik. Das Robert-Koch-Institut gestand am Donnerstag ein, dass die Zahl der geimpften Menschen in Deutschland lange zu niedrig angegeben worden sei. FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus äußerte sich hierzu nun gegenüber „Bild“ und erklärte, bei RKI-Chef Wieler sei „von Fehlereinsicht keine Spur“. Und weiter: Er sei „zu nah dran an der Linie der Bundesregierung“. Die FDP spreche sich dagegen aus, dass die Behörde noch länger dem Bundesgesundheitsministerium untersteht.

Auch aus den Reihen der Grünen kam Kritik. Politiker Dieter Janecek erklärte gegenüber der „Bild“, in anderen Länder kenne man solche Probleme mit der Erfassung der Impfquote nicht. „Deutschland ist mal wieder überfordert“, so Janecek.Das RKI hatte eine „Unterschätzung von bis zu fünf Prozentpunkten für den Anteil mindestens einmal Geimpfter beziehungsweise vollständig Geimpfter“ eingeräumt. Statt der bisher angenommenen Größen, sei unter Erwachsenen von einem Anteil mindestens einmal Geimpfter von bis zu 84 Prozent und einem Anteil vollständig Geimpfter von bis zu 80 Prozent auszugehen.

8. Oktober

12 Uhr: Jan-Josefs Liefers erlebt dramatische Schicksale auf Intensivstation – „unbarmherzige Lotterie des Lebens“

Im April machte „Tatort“-Schauspieler Jan-Josef Liefers (57) mit bei der umstrittenen Satire-Aktion #allesdichtmachen. Der beliebte Darsteller erntete dafür viel Kritik von seinen Fans, aber auch Zuspruch. Nun half er als Reaktion auf seinen damaligen Videoclip als „Praktikant“ auf einer Corona-Intensivstation mit und erlebte dort dramatische Fälle.

In einem Beitrag für die „Bild"-Zeitung berichtet von den sieben Covid-Patienten, die dort im künstlichen Koma maschinell beatmet werden. „Alle jung, von 28 bis 48 Jahre alt. Alle ungeimpft“, so Liefers. Er erzählt auch von zwei hochschwangeren Frauen, deren Kinder per Not-OP gerettet wurden, sie selbst es aber nicht geschafft haben.

Es sei unklar, wieso das Virus bei manchen Menschen so schwer zuschlage. Eine Auskunft habe er vom Fachpersonal aber erhalten: „Allerdings, da waren sich Pfleger wie Ärzte einig, wäre keiner hier gelandet mit einer Impfung.“

Zwar will Liefers auch nach seinem Besuch auf der Intensivstation keinen Impfaufruf verfassen, schreibt aber: „Wenn ich nun zurückdenke an meinen Tag auf der ITS und daran, wie die seltsame und bisweilen unbarmherzige Lotterie des Lebens für die Sieben dort ausgegangen ist, dann weiß ich jedenfalls, ich habe keinen Fehler gemacht.“

Er befürworte die Impfung Erwachsener ganz klar, „aber ich gebe keine medizinischen Ratschläge“, so Liefers in seinem Gastbeitrag in der „Bild“.

7. Oktober 2021

15.33 Uhr: Impfkommission erklärt Schutzwirkung von Johnson & Johnson für „ungenügend“

Wer mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurde, sollte laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis für einen besseren Schutz erhalten. Dies könne ab vier Wochen nach der Johnson & Johnson-Impfung erfolgen, teilte das Expertengremium am Donnerstag mit.

Zur Begründung verwies die Stiko auf sogenannte Impfdurchbrüche: Im Verhältnis zur Zahl der verabreichten Dosen würden in Deutschland die meisten dieser Ansteckungen bei Geimpften mit Johnson & Johnson verzeichnet. Die Wirksamkeit gegen die hierzulande vorherrschende Delta-Variante sei im Unterschied zu den anderen Corona-Impfstoffen vergleichsweise gering, hieß es. Die Stiko spricht letztlich von ungenügendem Impfschutz.

Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, hatte vor einiger Zeit betont, dass der Johnson-&-Johnson-Impfstoff vor einer schweren Corona-Erkrankung jedoch sehr wohl schützen könne.

Es handelt sich noch nicht um eine endgültige Stiko-Empfehlung. Ein entsprechender Beschlussentwurf sei in die Abstimmung mit Fachkreisen und Bundesländern gegangen, hieß es. Änderungen seien daher noch möglich.

Beim Impfstoff von Johnson & Johnson galt bislang eine Dosis als ausreichend für den vollen Impfschutz, während bei den anderen zugelassenen Impfstoffen zunächst zwei Spritzen verabreicht werden. In Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Donnerstag sind bislang mehr als 3,2 Millionen Impfungen mit Johnson & Johnson verzeichnet.

14.25 Uhr: Lauterbach in ARD-Sendung von Maischberger beim Flunkern ertappt

Am Mittwochabend war SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mal wieder zu Gast bei Sandra Maischberger. Dabei wurde der Corona-Experte von der Moderatorin beim Schwindeln ertappt.

Maischberger sprach Lauterbach auf das umstrittene Gruppenfoto der neuen SPD-Fraktion im Bundestag an, bei dem offenbar nur er selbst eine Maske trug, alle anderen 205 Politiker aber dicht beieinander standen ohne Mund-Nasen-Schutz.

Darauf bezugnehmend sagte Lauterbach zunächst: „Ehrlich gesagt, ich habe es um mich herum gar nicht sofort wahrgenommen“. Aber rasch nahm er seine Genossinnen und Genossen in Schutz. Sie hätten nichts falsch gemacht, weil das Foto schnell gemacht wurde. „Die Leute haben kurz die Maske abgezogen“, flunkerte Lauterbach.

Da unterbrach ihn Sandra Maischberger: „Das stimmt nicht, Herr Lauterbach! Da muss ich Sie korrigieren.“ Dann zeigt ihre Redaktion weitere Aufnahmen des Fotoshootings. Von einem kurzen Moment kann nicht die Rede sein. Die Fraktion applaudierte länger, dann gab es sogar eine La-Ola-Welle. „Das ist ein Superspreader-Event“, meinte Maischberger.

„Wäre es, wenn dort gesungen wurde, wenn laut gesprochen wurde“, versuchte Lauterbach seine SPD-Fraktion weiter herauszureden. „Soll ich Ihnen den Ton nochmal vorspielen?“, piesackte ihn die ARD-Moderatorin, denn deutlich waren die Jubelgeräusche der SPD-Politiker zu hören. „Nein, aber das... Dankeschön, das ist nicht... Es war vielleicht nicht die optimale, also äh... Wahl des Platzes“, geriet Lauterbach merklich ins Schwimmen. Letztlich räumte er ein, dass das Foto besser draußen hätte geschossen werden sollen.

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn stehe Deutschland „bis zu 5 Prozentpunkte höher“ da bei der Impfquote von Erwachsenen als in den Meldedaten nachlesbar. „Das gibt mehr Sicherheit für Herbst und Winter“, freut sich der CDU-Politiker.

6.45 Uhr: RKI-Hammer! Institut geht davon aus, dass in Wahrheit viel mehr geimpft sind

In einem Papier des Robert Koch-Instituts ist die Rede davon, dass die Quote der Geimpften vermutlich weitaus höher ist, als in den offiziellen Meldedaten. Schon vor einigen Wochen wurde das erstmals enthüllt, nun gibt es eine neue Schätzung dazu.

Das RKI bezieht sich auf eine Telefonbefragung, bei der Menschen gefragt wurden, ob sie geimpft sind. Das Institut geht angesichts dieser Daten davon aus, dass mittlerweile 80 Prozent der Erwachsenen geimpft sind.

So scheint es bei Haus- und Betriebsärzten tatsächlich Impf-Meldedefizite zu geben. Allerdings ist auch zu bedenken, dass diejenigen die an der Befragung teilnehmen, sich möglicherweise überdurchschnittlich haben impfen lassen. So wurde die Telefonbefragung beispielsweise nur auf Deutsch durchgeführt und zudem gibt es den Effekt des sozial erwünschten Antwortverhaltens, also dass einige Ungeimpfte das möglicherweise nicht zugeben wollten.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die vom RKI geschätzte höhere Impfquote von 80 Prozent der Erwachsenen dennoch für „plausibel“. Er schreibt jedoch auch: „Trotzdem reicht das noch nicht für einen Freedom Day. Ein paar Wochen 2G und gute Impfangebote würden helfen.“

6. Oktober 2021

20.18 Uhr: 2G-Regel beim Karneval in Düsseldorf am 11.11.

Der traditionelle Sessionsauftakt der Düsseldorfer Karnevalisten am 11.11. wird unter strengen Corona-Bedingungen gefeiert. Für das Hoppeditz-Erwachen und den traditionellen Hoppeditz-Ball werde die 2G-Regel gelten, teilte das Comitee Düsseldorfer Karneval (CC) am Mittwoch mit. Das heißt, nur Geimpfte und Genesene dürfen mitfeiern. Ein negativer Corona-Test reicht nicht aus.

„Wir haben schon im August für unsere Saalveranstaltungen die 2G-Regel festgelegt. Und dies gilt auch für den 11.11. Wir wollen sicher gehen, dass wir nur geimpfte und genesene Teilnehmer haben und die Menschen keine Angst haben müssen, sich gegenseitig anzustecken“, sagte CC-Geschäftsführer Hans-Jürgen Tüllmann. Kontrolliert werde die Einhaltung der 2G-Regel sowohl im Bereich des Marktplatzes als auch am Eingang des Henkelsaales, wo der Ball steigt.

Geplant ist zum Start in die Narren-Saison unter anderem eine „Mega-Show“ mit der Kölner Mundart-Band Brings, die beim Hoppeditz-Ball im Henkelsaal (13 Uhr) für Stimmung sorgen soll. Den Auftakt bildet das traditionelle Hoppeditz-Erwachen auf dem Marktplatz vor dem Rathaus am Morgen (10.30 Uhr). Hoppeditz Tom Bauer wird dann pünktlich um 11.11 Uhr erwartet.

10.55 Uhr: Maskenpflicht in Schulunterricht fällt nach Herbstferien in NRW

Die Landesregierung hat eine Lockerung der Maskenpflicht an den Schulen in NRW ab dem 2. November in Aussicht gestellt.

Die Maskenpflicht im Unterricht auf den Sitzplätzen soll mit Beginn der zweiten Woche nach den Herbstferien abgeschafft werden, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mail des Schulministeriums.

9.10 Uhr: Hausarzt sorgt für Impfskandal – Patientin wird stutzig bei Spritze in den Hintern

Heftiger Impfskandal in Bayern! In der Kleinstadt Wemding in Schwaben soll ein 72-jähriger Hausarzt mutmaßlich Hunderte Patienten bei Corona-Impfungen betrogen haben.

Die Polizei ermittelt gegen ihn. Das Landratsamt Donau-Ries nannte den Namen des Mediziners, damit die Betroffenen zur Gefahrenabwehr einen Antikörpertest machen können. Das bereits geschlossene Kreisimpfzentrum wurde hierfür zu einem Testzentrum umgerüstet.

Die genauen Details des Skandals sind noch nicht bekannt. Möglich ist, dass der Hausarzt Hunderten Menschen lediglich eine Kochsalzlösung spritzte. Er soll zuvor schon sonderbare Theorien in seiner Praxis erzählt haben, etwa über den Ausbruch eines dritten Weltkrieges.

Gegenüber der Augsburger Allgemeinen sagte eine Patienten, dass sie gleich Zweifel gehabt habe, ob alles mit rechten Dingen ablaufe: „Das erste, was mich stutzig gemacht hat, war, dass er nicht in den Muskel im Oberarm geimpft hat, sondern in das Fett über dem Hintern.“

Außerdem wurde ihr ein Astrazeneca-Aufkleber in ihren Impfausweis geklebt, obwohl sie eigentlich den Biontech-Wirkstoff bekommen sollte.

Einen ähnlichen Fall gab es bereits in Nordfriesland. Dort soll eine Krankenschwester in einem Impfzentrum Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben. Rund 10.000 Menschen mussten deswegen nachgeimpft werden.

5. Oktober 2021

10.45 Uhr: Kinderärzte beobachten „Zuspitzung“ Hausarzt: „Es fährt gerade voll vor die Wand

Jetzt schlägt ein Nebeneffekt des Corona-Lockdowns voll zu: Kinderärzte berichten von einer massiven Welle von Atemwegsinfekten bei Kindern, insbesondere bei unter Sechsjährigen. Jakob Maske, Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, sagt: „Es gibt leider im Moment eine Zuspitzung“.

Offenbar handelt es sich bei der Infektionswelle um Nachholeffekte durch die Kita-Schließungen im vergangenen Winter und Frühjahr. Die Kleinkinder kämen nun vermehrt in Kontakt mit bestimmten Erregern und holen die Infektionen nach.

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Auch das Robert Koch-Institut bestätigt den Trend und warnt auch vor einem starken Anstieg des Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), die bei vorerkrankten Kindern und Frühgeborenen im ersten Lebensjahr gefährlich werden kann. Größere RSV-Ausbrüche wurden bereits in den Sommermonaten in Israel, USA, Australien und Japan registriert. Das RKI berichtet von einem starken Anstieg der Klinik-Einweisung bei Kleinkindern wegen RSV-Infektionen.

Mit Blick auch auf andere Atemwegserkrankungen bei Kindern spricht der Bonner Kinder- und Jugendarzt Axel Gerschlauer gegenüber dem WDR von „wahnsinnig hohen Fallzahlen seit Mitte August“. Eine vergleichbare Welle habe er in seiner Berufszeit noch nie erlebt. Bei den Kindern habe die Erkältungswelle etwa sechs Wochen früher als üblich eingesetzt, so Gerschlauer.

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„Anders als bei Erwachsenen muss sich das Immunsystem von Kindern noch entwickeln. Wird das Immunsystem nicht gefordert, nimmt der Schutz ab“, erläutert der Kinderarzt. Dadurch hätten RSV und andere Erreger momentan leichtes Spiel.

Auf Twitter meldet sich mit Marc Hanefeld ein weiterer Hausarzt zu Wort: „Die aktuelle Zunahme von Atemwegsinfekten ist enorm. So übervolle Infekt-Sprechstunden wie zuletzt und nun anscheinend vermehrt kenne ich nicht. Eine befreundete Kollegin sagte mir vorhin, das fahre gerade voll vor die Wand. Ja, so fühlt sich das an. Auch ohne Corona schon.“

In diesem Zusammenhang kritisiert Hanefeld den Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte, der gleichzeitig „Stimmung gegen alle Maßnahmen in Schulen“ mache. Damit würde er den gesellschaftlichen Zusammenhalt "massiv hintertreiben“. Der Verband fordert ein Ende der Maskenpflicht für Kinder.

mag mit dpa