Corona: Lauterbach macht plötzlich Hoffnung! Diese Worte lassen aufhorchen

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

Diese Impfstoff-Arten gibt es und so funktionieren sie.

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Die neue Corona-Variante Omikron bereitet immer mehr Wissenschaftlern und Ärzten Kopfzerbrechen. Die Inzidenzzahlen schießen in vielen Ländern in die Höhe. Wie damit umgehen, wenn zu viele Menschen krank werden?

Auch im neuen Jahr wird uns Corona weiterhin verfolgen – auch dank Omikron. Doch mittlerweile können Studien mehr Aufschluss über die Virusvariante geben.

Corona in Deutschland: Wegen Omikron – naht nun schon wieder ein neuer Lockdown?

Wir halten dich in unserem Newsblog zur Coronakrise in Deutschland auf dem Laufenden.

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Corona in Deutschland (Stand 1. Januar):

  • 7-Tage-Inzidenz: 220,3
  • Corona-Todesfälle insgesamt: 112.109
  • Corona-Patienten auf Intensivstationen: 3.798
  • Anteil vollständig Geimpfter: 71,2 Prozent
  • Anteil der Booster-Geimpften: 38,7 Prozent

Quellen: RKI-Dashboard, DIVI-Intensivregister, Impfdashboard

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Samstag, 1. Januar 2022

10 Uhr: Lauterbach macht Hoffnung

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich mit Blick auf die Pandemie vorsichtig optimistisch gezeigt. Fürs neue Jahr gebe es „Licht am Ende des Tunnels“, sagte der SPD-Politiker am Freitagabend in der ZDF-Silvestershow vom Brandenburger Tor. Die Omikron-Variante werde nochmal eine schwere Herausforderung. „Aber es sieht so aus, als wenn diese Variante etwas weniger gefährlich wäre als die Delta-Variante.“ Das sei schon mal ein Lichtblick. Man wisse noch nicht genau, ob das auch für die Ungeimpften gelte.

Mehrere Virologen hatten zuletzt Anlass für vorsichtigen Optimismus bei der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland gesehen. Forscher Christian Drosten verwies im ZDF-„heute journal“ auf Daten aus Südafrika, wo sich die besonders ansteckende Variante Omikron zunächst verbreitet hatte: „In gewisser Weise kann uns das beruhigen. Südafrika ist sicher ein Blick in eine Zukunft, in eine endemische Situation, die sich dort gerade einstellt“, sagte Drosten. „Nur sind wir leider noch ein ganzes Stück davon entfernt.“

Donnerstag, 30. Dezember

8.21 Uhr: Fehlende Corona-Zahlen in Deutschland „mehr als peinlich“

Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hält es für „mehr als peinlich“, dass Deutschland über die Feiertage keine validen Zahlen zur Entwicklung der Corona-Pandemie hat. „Wir haben ein riesiges Digitalisierungsproblem nach wie vor in Deutschland“, sagte er am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Dass es über die Feiertage keine vernünftigen Zahlen gebe, liege auch am Föderalismus, an unterschiedlichen Meldesystemen in den einzelnen Bundesländern. „Hier hätte man in den letzten eineinhalb Jahren wirklich mehr machen können“, sagte Montgomery. Das Fehlen der Zahlen sei auch ein Problem, weil die Politik auf deren Basis Gesetze mache, die gerichtsfest sein müssten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Mittwoch gesagt, es sei davon auszugehen, dass die tatsächliche Corona-Inzidenz in Deutschland derzeit zwei- bis dreimal so hoch sei wie ausgewiesen. Es werde derzeit weniger getestet - zudem würden weniger Testergebnisse weitergemeldet. In den Gesundheitsämtern mache sich über die Feiertage ein genereller Personalmangel bemerkbar. Der Minister betonte, dass zur Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) am 7. Januar „eine solide und für diese Zwecke vollkommen ausreichende Datenlage“ vorhanden sein werde.

Mittwoch, 29. Dezember

15.39 Uhr: Lauterbach: Corona-Inzidenz gerade zwei bis drei Mal so hoch

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schätzt das aktuelle Corona-Infektionsgeschehen deutlich kritischer ein, als es die Meldezahlen zeigen. Es sei davon auszugehen, dass die tatsächliche Inzidenz in Deutschland derzeit zwei- bis dreimal so hoch sei wie ausgewiesen, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. Zu sehen sei auch eine deutliche Zunahme von Fällen der neuen, ansteckenderen Virusvariante Omikron, die Sorgen bereite.

Der Minister appellierte an alle Bürger, Silvester so zu verbringen, dass keine neuen Infektionsketten entstünden. „Bitte feiern Sie in ganz kleiner Runde.“ Die nach Meldezahlen der Gesundheitsämter ausgewiesenen Fallzahlen unterschätzten die bestehende Gefahr.

9.20 Uhr: Inkubationszeit bei Omikron deutlich verkürzt?

Derzeit sinkt die Zahl der im Krankenhaus liegenden Corona-Patienten, wie Studien des britischen Mediziner Neil Ferguson ergeben. Experten bleiben dennoch weiterhin angespannt: „Trotz allem sind zu viele Infektionen durch Omikron noch immer ein Problem", so Virologe Hendrik Streeck im „RTL“-Interview. „Natürlich ist es aber erst mal eine gute Nachricht, aber man muss trotzdem vorsichtig sein."

Für das neue Jahr rechnet der Experte wieder mit einem deutlichen Anstieg. Das liege nicht zuletzt an einem bestimmten Faktor: „Was wir sehen, ist, dass die Inkubationszeit bei Omikron verkürzt ist. Und dadurch müssen wir einen explosionsartigen Anstieg der Fälle erwarten“, so Streeck gegenüber „RTL“.

Bislang lagen ungefähr fünf Tage zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit. Zirka zwei Tage zuvor rechneten die Experten sei die Infektion auch für andere ansteckbar. Bei Omikron sei die Inkubationszeit jedoch verkürzt und deshalb die Betroffenen auch schneller infektiös. Genau das macht dem Virologen Sorgen. Denn falls zu viele Menschen an dem Virus erkranken würden, könnte auch das Gesundheitssystem weiter belastet werden, so Streeck.

Dienstag, 28. Dezember

13.12 Uhr: Neues Medikament gegen Corona?

Die Bundesregierung kauft eine Million Packungen des Medikaments Paxlovid der US-Firma Pfizer gegen schwere Covid-Verläufe. Das sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Mit ersten Lieferungen werde noch im Januar gerechnet.

6.57 Uhr: Zehn Polizisten bei Corona-Demo verletzt

Heftige Eskalation! Bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen ist es in Bautzen zu üblen Ausschreitungen gekommen. Mehr als zehn Polizisten wurden nach Angaben der Polizei am Montagabend verletzt und einige Fahrzeuge beschädigt. Die Beamten hätten einen Aufzug von etwa 100 Menschen stoppen wollen, sagte ein Polizeisprecher. Dabei seien sie mit Flaschenwürfen und Pyrotechnik sowie körperlicher Gewalt angegriffen worden, schilderte der Polizeisprecher am späten Abend. Die Beamten hätten Reizgas und Schlagstöcke eingesetzt. Die verletzten Polizisten hätten ein Knalltrauma erlitten.

Nach Angaben des Sprechers war ab etwa 18 Uhr ein starker Zulauf in der ostsächsischen Stadt in der Oberlausitz zu verzeichnen. Insgesamt hätten sich etwa 500 Menschen an den Demonstrationen quer durch die etwa 50 Kilometer östlich von Dresden liegende Stadt beteiligt. Die Beamten hätten versucht, die Aufzüge zu stoppen. Dabei sei es zu der Eskalation gekommen. Nach Angaben des Polizeisprechers waren im vorderen Drittel der Demonstrationszüge „Personen eher dem extremistischen Spektrum zuzuordnen“.

Letztlich sei es gelungen, zunächst etwa 150 Menschen festzusetzen und deren Identität aufzunehmen. Später seien etwas entfernt weitere rund 40 Personen gestoppt worden. Die Beamten der Polizeidirektion Görlitz wurden nach den Angaben von der Bereitschaftspolizei unterstützt. Zeitweise seien auch Bundespolizisten zur Hilfe gekommen.

Montag, 27. Dezember

17.23 Uhr: Bahn bringt Einschränkung des Regionalverkehrs ins Spiel

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erwartet wieder steigende Corona-Infektionszahlen und fordert vorsorglich eine bundesweite Einschränkung des Bahn-Regionalverkehrs zum Schutz der Beschäftigten. „Der ÖPNV, insbesondere die Deutsche Bahn, braucht angesichts der bevorstehenden Corona-Infektionen einen Notfallfahrplan“, teilte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Martin Burkert am Montag mit.

„Es geht darum, die Beschäftigten jetzt zu schützen und die Mobilität aufrechtzuerhalten.“ Die Bahn müsse beim Personal haushalten und Ressourcen sparen, damit nicht später zwangsweise Notfallpläne wegen Krankheit und Quarantäne notwendig würden. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die EVG-Forderung berichtet.

Die Deutsche Bahn verwies auf Anfrage auf flächendeckende Impfungen und Tests für die eigenen Mitarbeiter. „Die Pandemie-Bekämpfung wird seitens der Behörden immer wieder an die aktuelle Lage angepasst – auch für den Bereich der Mobilität“, teilte ein Bahn-Sprecher mit. „Wie in den letzten Monaten sind wir vorbereitet, unseren Betrieb anzupassen und auf die jeweilige Situation in enger Abstimmung mit den Experten zu reagieren.“

14.30 Uhr: Schulen und Kitas sollen offen bleiben

Bundesregierung und Bundesbildungsministerium haben das Ziel bekräftigt, Schulen und Kitas in Deutschland in der Corona-Pandemie offenzuhalten. Gefragt nach der Möglichkeit verlängerter Weihnachtsferien, sagte ein Regierungssprecher am Montag: „Die Bundesregierung beobachtet die aktuelle Situation mit großer Aufmerksamkeit. Erklärtes Ziel von Bundesregierung und Bundesländern ist und bleibt es, dass die Kitas und Schulen offen bleiben und der für Kinder und Jugendliche so wichtige Präsenzunterricht weiterhin stattfinden kann.“ Zu beachten seien die psychischen und sozialen Herausforderungen und Folgen möglicher Schließungen, fügte er hinzu. Daher habe es bei den letzten Bund-Länder-Beratungen vor Weihnachten zu diesem Thema auch keine neuen Aussagen gegeben. „Auch heute nicht.“

Ein Sprecher des Bundesbildungsministeriums verwies auf Äußerungen von Ministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP), die Schulschließungen immer als letztes und auch regionales Mittel gesehen habe. „An dieser Auffassung hat sich nichts geändert.“

In der Hälfte der Bundesländer beginnt nach derzeitigem Ferienplan in der kommenden Woche der Unterricht wieder. Angesichts der Corona-Lage wurde und wird immer wieder über eine mögliche Verlängerung der Ferien diskutiert. Entscheidungen darüber treffen die Bundesländer selbst, da sie für Bildung und ihren Schulen selbst zuständig sind.

11.43 Uhr: Kind bei Corona-Demo mit Pfefferspray in Kontakt gekommen

Nach gewalttätigen Übergriffen während einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen ist es in Schweinfurt am Sonntagabend zu mehreren Festnahmen und Verletzungen unter anderem eines vierjährigen Kindes gekommen. Die Polizei nahm acht Personen fest. Gegen 44 Personen leitete die Polizei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, so die Polizei Unterfranken in der Nacht zum Montag.

Zunächst versammelten sich mehrere hunderte „friedvolle Protestler“, teilte die Polizei mit. Über Lautsprecherwagen habe die Polizei auf einzuhaltende Beschränkungen wie die Maskenpflicht hingewiesen. Dann setzten sich Personen zu Marschkolonnen zusammen, die die Beamten durch Polizeiketten und Absperrungen zu durchbrechen versuchten, bis die Einsatzkräfte mit „Faustschlägen und Fußtritten teils mittelschwer verletzt wurden“, hieß es nach Angaben der Polizei. Es sei notwendig gewesen, mit Schlagstöcken weitere Angriffe zu unterbinden.

Beamten seien durch Versammlungsteilnehmer „beleidigt und bespuckt“ worden, hieß es von der Polizei in der Nacht zum Montag. Die Versammlung sei nicht angemeldet worden, die Polizeiinspektion Schweinfurt war mit zahlreichen Unterstützungskräften im Einsatz.

Dabei habe sich ein 50-Jähriger Demonstrant eine Kopfplatzwunde zugezogen. Auch ein vierjähriges Kind kam mit einer Pfefferspraywolke in Kontakt und musste medizinisch versorgt werden. Die Mutter habe versucht, eine Absperrung zu durchbrechen. „Dem Kind geht es jetzt wieder gut.“, sagte ein Polizeioberkommissar noch am Sonntagabend. Gegen die Mutter wurde laut Twitteraccount der Polizei Unterfranken Anzeige erstattet.

Noch am vergangenen Sonntag hatten wieder im unterfränkischen Schweinfurt bei einer nicht angemeldeten Veranstaltung bis zu 3000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Zeitweise seien Sicherheitsabstände nicht eingehalten worden, hatte die Polizei mitgeteilt. Teilnehmer hätten immer wieder versucht, sich in Kleingruppen abzusondern. Einen „unkoordinierten Versammlungsverlauf“ verhinderte die Polizei jedoch nach eigenen Angaben.

Auf der Social-Media-Plattform Twitter hagelte es Kritik für die Mutter.

Gleichzeitig nahmen Maßnahmengegner die Aktion zum Anlass, die Polizei wegen ihres Umgangs mit den Protestierenden anzugehen.

07.31 Uhr: Gesundheitsminister Karl Lauterbach spricht sich gegen Sanktionen für Ungeimpfte aus

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat laut „Bild.de“ höheren Kassenbeiträgen und Beteiligung an den Behandlungskosten für Ungeimpfte zur Diskussion gestellt. Als mögliche Sanktionen für Impfverweigerer könne er sich Bußgelder sowie Malus-Regelungen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung vorstellen, so Holetschek gegenüber „RND“. Die Überlegung ergebe sich aus der Tatsache, dass das Risiko, schwer an Corona zu erkranken, für Menschen ohne Impfschutz deutlich erhöht sei.

Karl Lauterbach hat sich hierzu nun gegenüber „Bild“ geäußert: „Erst muss die Impfpflicht durchdacht und vom Bundestag eingebracht sein“. Obwohl er ein klarer Befürworter einer Impfpflicht für Erwachsene sei, wäre gerade nicht die Zeit bereits über mögliche Strafen nachzudenken, so der Gesundheitsminister weiter.

Samstag, 25. Dezember

08.13 Uhr: Hendrik Wüst findet deutliche Worte zur Corona-Situation 2022

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wirbt bei den Bürgern um Verständnis für weitere absehbare Corona-Lasten auch 2022. „Wir tun alles für die baldige Rückkehr zur Normalität, aber wir als Politik müssen ehrlich sein: Corona wird uns auch im neuen Jahr noch sehr beschäftigen und viel abverlangen“, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. „Auch im neuen Jahr werden Einschränkungen im Alltag nötig bleiben. Omikron ist eine ganz neue Dimension der Herausforderung.“

Auf die Frage, ob er mit einer stärkeren Orientierung an wissenschaftlichen Empfehlungen einen Zick-Zack-Kurs in der Pandemie-Bekämpfung vermeiden könne, antwortete der Regierungschef der CDU/FDP-Koalition: „Mit einem verlässlichen, gradlinigen Kurs schaffen wir bei den Menschen das Vertrauen, das wir auch in den nächsten Monaten brauchen werden. Und trotzdem werden wir auch im weiteren Verlauf dieser Pandemie immer wieder dazu lernen.“

In diesen Wochen gehe es darum, die Kontakte deutlich zu reduzieren, betonte Wüst. Auch Masken und die bekannten Hygienemaßnahmen würden die Bürger noch mehrere Monate begleiten. Dennoch gebe es durchaus Hoffnung auf ein Ende der Pandemie. „Durch die Verfügbarkeit von genügend Impfstoff haben wir ja die Chance, uns gut zu schützen“. Leider sei die Strategie noch nicht, wie ursprünglich erhofft, aufgegangen. „Die geringe Impfquote in manchen Teilen Deutschlands hat uns bislang einen Strich durch die Rechnung gemacht“, stellte der MPK-Vorsitzende fest. Der Weg heraus aus der Pandemie führe aber nur über die Impfung. „Ich hoffe, dass die Impfpflicht zügig kommt und dazu beiträgt, dass es dann eine gesellschaftliche Befriedung gibt.“

Nicht jeder, der nicht geimpft sei, sei gleichzeitig ein Corona-Leugner, betonte Wüst. „Es gibt noch eine ganze Menge Menschen, die wir überzeugen können, dass die Impfung sie schützt und Leben rettet. Bei den zwei Millionen Impfungen pro Woche in Nordrhein-Westfalen sind auch noch viele Erst- und Zweitimpfungen dabei.“

Freitag, 24. Dezember

8.21 Uhr: Drosten: Omikron schreibt jetzt Regeln - Größte Sorge China

Der Virologe Christian Drosten hat mit Blick auf die Corona-Pandemie China als seine derzeit „größte Sorge“ bezeichnet. „Natürlich kommt Omikron auch dorthin. Und der Impfstoff, der dort verwendet wurde, hat eine schlechte Wirksamkeit gegen diese Variante. Das ist eine echte Gefahr, auch für die Weltwirtschaft“, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag/Online).

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Auf die Frage, ob es in Deutschland einen Lockdown brauche, sagte Drosten, es gelte abzuwarten, „ob und wie die jetzt geltenden und noch einmal nachgezogenen Maßnahmen wirken“. Greifen die Kontaktbeschränkungen nicht so wie erhofft, könnte man nach Drostens Ansicht Beschränkungen in Betracht ziehen, bei denen nur bereits geboosterte Menschen Zugang haben - was er als „1G“ bezeichnete.

Zweifach Geimpfte seien zwar auch bei Omikron vor schweren Verläufen geschützt, „aber praktisch nicht gegen eine Infektion“, sagte der Virologe. Auch die Virus-Weitergabe im Fall einer Ansteckung sei kaum reduziert. „Wer aber kürzlich geboostert ist, trägt wahrscheinlich weniger zur Weiterverbreitung bei und ist merklich gegen die Erkrankung geschützt. Bei Delta mögen 2G und 3G reichen, aber jetzt schreibt Omikron die Regeln.“

Donnerstag, 23. Dezember

17.01 Uhr: Spanien und Portugal werden Corona-Hochrisikogebiete

Die Bundesregierung stuft die beliebten Urlaubsländer Spanien und Portugal wegen hoher Corona-Infektionszahlen von Samstag an als Hochrisikogebiete ein. Österreich wird dagegen von der entsprechenden Risikoliste genommen, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag bekanntgab. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

14.18 Uhr: RKI meldet ersten Todesfall in Zusammenhang mit Omikron-Variante

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Donnerstag den ersten Toten in Deutschland mit einer Infektion der Corona-Variante Omikron gemeldet, berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Die Person soll zwischen 60 und 79 Jahren alt gewesen sein.

Aktuell gibt es insgesamt 3198 Omikron-Fälle in Deutschland. 48 dieser mit Omikron infizierten Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die meisten Fälle lassen sich den Altersgruppen 15 bis 3 Jahren und 35 bis 59 Jahren zuordnen.

7.15 Uhr: Impfgegner verbreiten falsche Meldung über Tod von geimpften Kind

Diese Aktion schockiert! Bereits seit Freitag kursiert die Meldung im Netz, in Harrislee bei Flensburg sei ein fünfjähriges Kind nach einer Corona-Impfung verstorben. Der Junge soll am Mittwoch vor einer Woche in der Praxis von Dr. Hans-Jörg Tirpitz gegen das Virus geimpft worden und einen Tag später gestorben sein, berichtet „RTL“.

Der Kinderarzt war sich zwar sicher, an diesem Tag kein Kind unter zwölf geimpft zu haben, vergewisserte sich trotzdem bei der angegeben Klinik – die stritt den Todesfall ab, auch bei Gesundheits- und Standesämtern in der Region wurde kein Sterbefall eines Kindes gemeldet.

Die Gründe für die erschreckende Aktion sind für Tirpitz nicht nachvollziehbar. „Die haben hier die Gemeinde aufgerüttelt und Unruhe gestiftet. Das ist unfair“, sagt er gegenüber „RTL“. Die Falschmeldung wurde zuerst auf Telegram verbreitet. Dr. Tirpitz hat Anzeige erstattet, die Polizei ermittelt.

Mittwoch, 22. Dezember

10.25 Uhr: Kritik an Beschlüssen der MPK

Nach der Bund-Länder-Konferenz am Dienstag steht fest: Kontaktbeschränkungen, um das Coronavirus einzudämmen, wird es erst ab dem 28. Dezember, also nach den Weihnachtstagen, geben. Damit handeln die Minister der Länder entgegen der Forderung des Robert-Koch-Instituts nach sofortigen Kontaktbeschränkungen.

„Im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit des RKI kann es auch schon mal eine Forderung geben, die wir nicht sofort umsetzen“, verteidigt Gesundheitsminister Karl Lauterbach die Entscheidung in den „Tagesthemen“.

Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, sieht das Vertrauen der Bevölkerung in die deutsche Corona-Politik durch die Beschlüsse massiv beschädigt. Es sei irritierend, dass die Corona-Maßnahmen erst nach Weihnachten und nicht sofort verschärft werden, so Bartsch. Es sei zudem ein „kommunikatives Desaster“, dass das RKI öffentlich auf schnellere und strengere Maßnahmen dränge, als die MPK es dann beschlossen habe.

Auch CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger kritisierte die Beschlüsse als unzureichend: „Wir bräuchten jetzt einen scharfen Lockdown vom 27. Dezember bis zum Neujahrstag, ähnlich wie in den Niederlanden.“

Dienstag, 21. Dezember

18.55 Uhr: MPK-Beschlüsse stehen fest – Scholz plant große Impf-Offensive

Die Beschlüsse der MPK sind so auch erwartet worden und schon im Vorfeld durchgesickert. Bund und Länder haben beschlossen, dass spätestens ab dem 28. Dezember Kontaktbeschränkungen gelten – auch für Geimpfte und Genesene. Private Zusammenkünfte sind nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

Spätestens dann dürfen überregionale Großveranstaltungen nur noch ohne Zuschauer stattfinden. Kanzler Scholz will außerdem bis Ende Januar weitere 30 Millionen Menschen boostern. Scholz nach der MPK: „Damit wären dann drei Viertel der Menschen dreimal geimpft.“ Als nächstes Zwischenziel wolle er eine Impfquote von 80 Prozent ansteuern.

18.30 Uhr: MPK beendet, nächstes Treffen schon am 7. Januar

Die MPK ist beendet. Das nächste Treffen schon am 7. Januar stattfinden. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend.

17.55 Uhr: Kanzler Scholz und Minister Lindner maßregeln Söder – „Nicht respektvoll“

Bundeskanzler Olaf Scholz soll sich laut „Bild“ in einen verbalen Schlagabtausch zwischen Bayerns Ministerpräsidenten Söder (CSU) und den FDP-Ministern Buschmann (Justiz) und Lindner (Finanzen) eingeschaltet haben.

Söder soll zuvor gefordert haben, dass sich die Ampel-Regierung auf eine Impflicht einigen solle – FDP-Vize Wolfgang Kubicki sei aber dagegen. Daraufhin soll Scholz geantwortet haben: „Diese Diskussion muss und wird im Deutschen Bundestag geführt werden.“

Auch Lindner hat Söder verbal auflaufen lassen. Man müsse auf die richtige Wortwahl achten, so Lindner zu Söder. Und weiter: „Zum Beispiel auch dann, wenn Ministerpräsidenten davon sprechen, die Zügel anziehen zu wollen. Das ist gegenüber dem Souverän, den Bürgerinnen und Bürgern, nicht respektvoll.“

16.20 Uhr: Medienbericht: Kontakt-Einschränkung für ALLE fix – Impfpflicht soll kommen

Wie „Bild“ berichtet, soll eine Beschlussvorlage der unionsgeführten Länder Beschränkungen für ALLE vorsehen. Demnach soll es ab dem 28. Dezember ein Kontakte-Limit von zehn Personen geben. Ausnahmen gelten für Kinder unter 14 Jahren. Außerdem müssen Diskos und Clubs schließen, Tanzveranstaltungen sollen verboten werden.

Außerdem sollen zudem Sport- und Großveranstaltungen nur noch ohne Zuschauer stattfinden. Diese Regel würde auch für die Bundesliga gelten (Rückrundenstart am 7. Januar).

Außerdem sollen Bund und Länder bekräftigen, dass eine Impfpflicht kommen soll. Die neuen Regeln sollen „bundesweit einheitliche Mindeststandards“ sein. Man wolle sich im Januar erneut treffen, um die weitere Vorgehensweise zu beraten.

15.40 Uhr: Söder will epidemische Notlage zurück

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert kurz vor Beginn der MPK, dass die epidemische Notlage wiederhergestellt werden soll. In einer Pressekonferenz sagte er: „Die entscheidendste Frage wird jetzt sein, die epidemische Notlage wieder herzustellen. Denn nur diese Herstellung gibt die Möglichkeit rasch und im Zweifelsfall notwendig zu reagieren.“

Die epidemische Notlage erlaubt es der Bundes- und den Landesregierungen bindende Verordnungen erlassen zu können – an den jeweiligen Parlamenten vorbei. Sie hat bis zum 25. November 2021 die rechtliche Grund für viele Corona-Beschränkungen gebildet.

14.09 Uhr: Stiko empfiehlt Booster-Impfung schon nach drei Monaten

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Auffrischimpfungen wegen der Omikron-Variante des Coronavirus bereits nach mindestens drei statt nach sechs Monaten. Das gelte ab sofort, teilte das Gremium am Dienstag mit.

12.48 Uhr: RKI empfiehlt „maximale Kontaktbeschränkungen“ ab sofort

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt aufgrund der aktuellen Corona-Lage in Deutschland „maximale Kontaktbeschränkungen“. Diese sollten „sofort beginnen“ und bis zunächst Mitte Januar gelten, wie das RKI am Dienstag auf Twitter schrieb.

12.26 Uhr: Impfnachweise verlieren ohne Booster bald ihre Gültigkeit

Ohne Booster sind EU-Impfzertifikate künftig spätestens neun Monate nach der Grundimmunisierung ungültig. Die Entscheidung tritt am 1. Februar in Kraft, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Theoretisch können die EU-Länder noch ein Veto einlegen, was aber als so gut wie ausgeschlossen gilt, da die Regelung laut Kommissionssprecher mit den Staaten abgestimmt wurde.

11.25 Uhr: Montgomery mit scharfer Kritik an geplanten Corona-Maßnahmen

Vor den Beratungen von Bund und Ländern über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hat Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery die Politik zu mehr Konsequenz im Kampf gegen die Pandemie aufgerufen und sich gegen die Verhängung eines „Lockdown lights“ gewandt. „Ein Lockdown light dient nur der Besänftigung des eigenen schlechten Gewissens und der Betäubung der Bevölkerung“, sagte Montgomery der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstagsausgabe).

„Die Politik macht immer wieder dieselben Fehler“, beklagte Montgomery. Zwar sei nicht immer ein bundesweiter Lockdown angemessen; auch harte regionale Einschränkungen könnten sinnvoll sein. „Aber, wo dann Lockdown draufsteht, muss auch Lockdown drin sein. Halbherzigkeit hatten wir nun wirklich genug.“

09.23 Uhr: RKI verschärft die Risikobewertung

Wegen der Omikron-Variante des Coronavirus hat das Robert Koch-Institut (RKI) seine Risikobewertung verschärft. Für zweifach Geimpfte und Genesene werde die Gefahr einer Ansteckung nun als „hoch“ angesehen, teilte das RKI am Montag auf Twitter mit. Für Ungeimpfte bleibt es demnach „sehr hoch“. Für Geimpfte mit Auffrischimpfung (Booster) schätzt das Institut die Gefährdung hingegen als moderat ein. Insgesamt werde die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung als „sehr hoch“ eingeschätzt, schreibt das Institut in seiner geänderten Risikobewertung. Es warnt vor schlagartiger Erhöhung der Fallzahlen.

6.41 Uhr: Bund-Länder-Gipfel berät heute ab 16 Uhr

Die Spitzen von Bund und Ländern kommen am Dienstagnachmittag zusammen, um über schärfere Corona-Schutzmaßnahmen zu entscheiden (16 Uhr). Geplant sind unter anderem Kontaktbeschränkungen auch für Genesene und Geimpfte, um die Verbreitung der hoch ansteckenden Omikron-Variante zu bremsen. Im Gespräch war, dass sich nur noch höchstens zehn Menschen treffen können, egal ob in Innenräumen oder draußen.

Die Einschränkungen dürften kurz nach Weihnachten in Kraft treten, also auch zum Jahreswechsel bereits gelten. Zudem soll die laufende Impfkampagne weiter vorangetrieben werden. Auch soll es Vorkehrungen zur Sicherung von Krankenhäusern, Polizei und Feuerwehr geben. Im Anschluss an die Beratungen ist eine Pressekonferenz vorgesehen. Auch der Gesundheitsausschuss des Bundestages berät über die Corona-Lage (13Uhr).

Montag, 20. Dezember

16.04 Uhr: Lindner ist gegen pauschale Schließungen beim Lockdown

Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner hat sich vor weiteren Corona-Krisenberatungen zwischen Bund und Ländern gegen Schließungen von Geschäften, Gaststätten oder Schulen ausgesprochen. „Wir wollen keine pauschalen Schließungen von Schulen, wir wollen auch keine pauschale Schließung von Gastronomie, Hotellerie und Handel“, sagte Lindner am Montag in Berlin.

Lindner sagte mit Blick auf die Omikron-Variante des Coronavirus, es seien konsequente Maßnahmen erforderlich. Viele Menschen fürchteten sich aber vor einem neuerlichen Lockdown. Der Schlüssel zur Bewältigung der vierten und fünften Welle sei, nicht nachzulassen beim Impfen und Boostern und Kontaktbeschränkungen vorzunehmen, „damit es eben nicht zu pauschalen Lockdowns wie in den Niederlanden kommen muss.“ Durch einen konsequenten Kurs beim Impfen und Boostern, Masken sowie 2G- und 3G-Regeln könne es auch weiter gelingen, gesellschaftliches Leben offenzuhalten und einen Lockdown abzuwenden.

14.49 Uhr: Erste Details durchgesickert! Lockdown soll kommen

Wie die Bild berichtet, soll ab dem 28. Dezember ein Lockdown kommen mit Kontaktbeschränkungen für alle Menschen. Geimpfte dürfen sich dann im Innen- sowie Außenbereich mit höchstens zehn Personen treffen. Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen. Das soll aus einem aktuellen Beschlussentwurf hervorgehen, der der Zeitung vorliege.

Weiter soll es dort heißen: „Sobald eine ungeimpfte Person an einer Zusammenkunft teilnimmt, gelten die Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Personen: Das Treffen ist also auf den eigenen Haushalt und höchstens zwei Personen eines weiteren Haushaltes beschränkt.“

Alle Clubs und Discotheken müssen außerdem schließen. Am Dienstag beraten Bund und Länder dazu bei einem Gipfeltreffen.

14.07 Uhr: EMA empfiehlt Zulassung von Tot-Impfstoff Novavax

Die europäische Arneimittelbehörde EMA hat nun den Totimpfstoff Novavax für eine Zulassung empfohlen. Nun muss noch die Europäische Kommission zustimmen, damit der fünfte Impfstoff auf den Markt kommen kann.

10.40 Uhr: Kontaktbeschränkungen auch im privaten Bereich?

Bund und Länder wollen bei ihrem Spitzentreffen zur Corona-Krise am Dienstag neue Kontaktbeschränkungen auch im privaten Bereich beschließen. Dies sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Montag im „Morgenmagazin“ der ARD. Zudem solle ein „Notfallplan“ verabschiedet werden, um das Land weiter am Laufen zu halten, wenn sehr viel Menschen am Coronavirus erkranken sollten. Auch die Fortsetzung und Beschleunigung der Booster-Impf-Kampagne stehe auf dem Programm.

„Die Omikron-Variante mahnt zur absoluten Wachsamkeit“, sagte Wüst. Er wollte nicht ausschließen, dass die Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene gelten werden. „Wir sollten vorsichtig sein, irgend etwas auszuschließen“, sagte er. Klar sei schon jetzt: „Die große Silvesterparty kann in diesem Jahr wieder nicht stattfinden.“

Wüst mahnte einen Plan an für den Fall, dass sehr viele Menschen zeitgleich an der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus erkranken. „Es muss Notfallpläne geben, um einen stabilen Betrieb fortzusetzen von allem, was Daseinsvorsorge ist“, sagte er. Als Beispiele nannte er Strom- und Wasserversorgung, die Müllabfuhr und den Gesundheitssektor. Unterstützung im Notfall könnten hier die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk leisten.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte den Sendern RTL und ntv, es zeichne sich ab, „dass die Kontaktmöglichkeiten auch bei Veranstaltungen nochmal reduziert werden“. Weihnachtsfeiern im kleinen Kreise mit der Familie sollten möglich sein, aber „es gehen eben keine Silvesterpartys, es gehen keine Feiern im großen Kreis“. Dies müsse „jetzt auch kommuniziert werden, und das wird sicherlich in den nächsten Tagen massiv erfolgen“.

Einen generellen Lockdown halte er derzeit noch für unwahrscheinlich, sagte der scheidende Regierungschef. Trotzdem müsse bei den Maßnahmen nun nachgeschärft werden: „Die Kontaktbeschränkungen sind ja kein Lockdown. Aber ich glaube, wir müssen da tatsächlich nochmal ran.“

9.40 Uhr: Robert Habeck rechnet mit deutlichen Einschränkungen ab Januar

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) rechnet angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus mit deutlichen zusätzlichen Einschränkungen Anfang Januar. Er gehe davon aus, dass dies „Gegenstand der Beratungen von Bund und Ländern morgen ist und dass das dann auch verabredet wird für den Januar“, sagte Habeck am Montagmorgen im Deutschlandfunk. Ein umfassender Lockdown solle aber möglichst vermieden werden.

„Ich denke, wir haben noch andere Möglichkeiten, differenzierter vorzugehen“, sagte dazu Habeck. Er sei sich allerdings sicher, „dass Clubs und Diskotheken schließen werden“ und „dass wir die Kontakte auch für Geimpfte in Innenräumen reduzieren werden“. Verschärfungen seien wohl unvermeidbar. „Wir müssen sicherlich nachschärfen bei den Maßnahmen“, sagte der Grünen-Politiker.

8.02 Uhr: Grünen-Experte bringt Lockdown nach Weihnachten ins Spiel

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus einen Lockdown nach den Feiertagen ins Spiel gebracht. „Wir müssen mit unseren Maßnahmen vor die Omikron-Welle kommen. Unser heutiges Handeln bestimmt die morgige Pandemie-Lage“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Angesichts der äußerst hohen Übertragbarkeit von Omikron werden wir um einen Lockdown nach Weihnachten vermutlich nicht herumkommen. Ein mögliches Szenario wäre ein gut geplanter Lockdown Anfang Januar.“

Sonntag, 19. Dezember

18.19 Uhr: Corona-Expertenrat empfiehlt rasche Einführung von Kontaktbeschränkungen

Der neue Corona-Expertenrat der Bundesregierung sieht wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante „Handlungsbedarf“ bereits für die kommenden Tage. „Wirksame bundesweit abgestimmte Gegenmaßnahmen zur Kontrolle des Infektionsgeschehens sind vorzubereiten, insbesondere gut geplante und gut kommunizierte Kontaktbeschränkungen“, heißt es in einer am Sonntag in Berlin veröffentlichten ersten Stellungnahme. Zuvor hatte das ARD-Hauptstadtstudio darüber berichtet.

Insbesondere für Ältere und andere Personen mit bekanntem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf sei „höchste Dringlichkeit“ geboten, heißt es in der Stellungnahme. Modelle zeigten, dass Boosterimpfungen alleine keine ausreichende Eindämmung der Omikronwelle bewirkten, sondern „zusätzlich Kontaktbeschränkungen“ notwendig seien.

„Neben den notwendigen politischen Entscheidungen muss die Bevölkerung intensiv zur aktiven Infektionskontrolle aufgefordert werden“, so die Experten. „Dazu gehören die Vermeidung größerer Zusammenkünfte, das konsequente, bevorzugte Tragen von FFP2 Masken, insbesondere in Innenbereichen, sowie der verstärkte Einsatz von Schnelltests bei Zusammenkünften vor und während der Festtage.“

Die aktuell geltenden Maßnahmen müssten „noch stringenter“ fortgeführt werden. „Parallel sollte die Impfkampagne erheblich intensiviert werden. Die Boosterimpfungen, wie auch die Erst- und Zweitimpfungen, müssen auch über die kommenden Feiertage mit allen verfügbaren Mitteln fortgesetzt und weiter beschleunigt werden. “

Nationale und internationale Modellierungen der Infektionsdynamik und möglicher Spitzen-Inzidenzen zeigten eine „neue Qualität der Pandemie“ auf, heißt es. „Die in Deutschland angenommene Verdopplungszeit der Omikron-Inzidenz liegt aktuell im Bereich von etwa 2-4 Tagen.“ Durch die derzeitig gültigen Maßnahmen sei diese Verdoppelungszeit im Vergleich zu England zwar etwas langsamer, aber deutlich schneller als bei allen bisherigen Varianten.

„Sollte sich die Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland so fortsetzen, wäre ein relevanter Teil der Bevölkerung zeitgleich erkrankt und/oder in Quarantäne“, heißt es. „Dadurch wäre das
Gesundheitssystem und die gesamte kritische Infrastruktur unseres Landes extrem belastet.“

Die Omikron-Variante bringe eine „neue Dimension“ in das
Pandemiegeschehen. Omikron zeichne sich durch eine stark gesteigerte Übertragbarkeit und ein Unterlaufen eines bestehenden Immunschutzes aus.

Wegen der schnellen Ausbreitung von Omikron gilt seit Sonntag in den Niederlanden ein neuer strenger Lockdown, auch Dänemark fährt große Teile des öffentlichen Lebens wieder herunter. Um die Ausbreitung von Omikron in Deutschland zu verlangsamen, wird die Einreise aus Großbritannien ab Montag drastisch eingeschränkt. Großbritannien wurde von der Bundesregierung ab Montag als Virusvariantengebiet eingestuft - das ist die höchste Risikokategorie.

Dem Corona-Expertenrat zur Beratung der Bundesregierung gehören etwa der Virologe Christian Drosten, die Virologin Melanie Brinkmann und die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, an - sowie unter anderen Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, sowie Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Samstag, 18. Dezember:

20.17 Uhr: Niederlande verhängen strengen Lockdown

Die Niederlande haben kurz vor Weihnachten wegen der Omikron-Variante des Coronavirus einen neuen strengen Lockdown verhängt. Von diesem Sonntag an müssen fast alle Geschäfte, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen, Schulen und Friseure schließen. Ausgenommen sind nur Läden wie Supermärkte und Apotheken, die für die Versorgung wichtig sind.

Die extrem schnelle Verbreitung der Omikron-Variante zwinge zu diesen harten Maßnahmen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Samstagabend in Den Haag. „Es ist unvermeidlich. Wir müssen eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern.“

17.07 Uhr: London ruft Katastrophenfall aus

Die britische Hauptstadt London hat wegen der rapiden Ausbreitung der Omikron-Variante des Corona-Virus am Samstag den Katastrophenfall ausgerufen. „Der Anstieg der Omikron-Fälle in unserer Hauptstadt ist sehr besorgniserregend“, teilte Bürgermeister Sadiq Khan am Samstag mit. „Deshalb rufen wir erneut den Katastrophenfall aus.“ Khan verwies darauf, dass die Zahl der Covid-Patienten in Londons Krankenhäusern wieder massiv steigt.

Bereits Anfang Januar hatte die Stadt wegen Covid-19 den Katastrophenfall ausgelöst. Damals stand das Gesundheitssystem kurz vor dem Kollaps. Konkret bedeutet das, dass spezielle Notfallpläne in Kraft treten und sich die beteiligten Einheiten enger abstimmen. In ersten Londoner Krankenhäusern soll bereits Personal auf Intensivstationen und Notaufnahmen umgeschichtet werden, wie die Zeitung „Guardian“ berichtete.

Bürgermeister Khan rief alle in London auf, sich möglichst schnell impfen zu lassen. In etlichen britischen Städten wurden wieder Impfzentren geöffnet - auch in Stadien oder auf Weihnachtsmärkten -, wo man sich auch ohne Termin eine Spritze geben lassen kann.

In Großbritannien wurden am Samstag 10 059 neue Omikron-Fälle gemeldet - dreimal so viele wie am Tag zuvor. Insgesamt gibt es damit im Vereinigten Königreich rund 25 000 bestätigte Omikron-Fälle. In London hat die neue Virus-Variante bereits die bislang dominierende Variante Delta verdrängt.