Co-Pilot beschleunigte den Sinkflug

Paris/Berlin..  Erst Internetsuche nach Suizidmethoden und Cockpitsicherheit, dann gezielter Sinkflug: Nach Auswertung der zweiten Blackbox verdichtet sich der Verdacht, dass der Germanwings-Co-Pilot den Airbus mit Absicht gegen eine Bergwand steuerte. Aus den Daten des zweiten Flugschreibers geht hervor, dass Andreas Lubitz die Maschine bewusst in den Sinkflug brachte und beschleunigte, so gestern die französische Untersuchungsbehörde Bea.

Der Autopilot sei von dem Anwesenden im Cockpit so eingestellt worden, dass die Maschine auf 100 Fuß – umgerechnet etwa 30 Meter – hinuntergeht. Schon seit die erste Blackbox ausgewertet ist, wird Lubitz verdächtigt, den Kapitän aus dem Cockpit ausgesperrt zu haben.

Nach Erkenntnissen der Düsseldorfer Ermittler hatte der 27-Jährige kurz vor dem Todesflug im Internet nach dem Thema Suizid und Informationen über die Sicherheit von Cockpittüren gesucht.

Politik und Luftfahrtbranche wollen nach Ostern beraten, ob die Technik der Cockpittür geändert werden soll. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) schlug die Einführung einer Ausweispflicht an Flughäfen vor. Die Airlines sollten auch bei Flügen im Schengen-Raum die Identität ihrer Passagiere überprüfen, sagte der Minister in Dresden. Sonst bleibe unter Umständen unklar, wer tatsächlich im Flugzeug sitze. Dabei gehe es nicht um die Wiedereinführung von Grenzkontrollen in der EU, betonte er. Der Vorschlag müsse nun besprochen werden.

Kurs, Geschwindigkeit undFlughöhe aufgezeichnet

Das Flugzeug war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Unter den 150 Toten waren 72 Deutsche. An Bord befanden sich auch 16 Schüler und 2 Lehrerinnen aus Haltern. Bei der Identifizierung der Opfer werden den Ermittlern zufolge die gefundenen DNA-Profile mit Proben von Angehörigen abgeglichen. Die Arbeit soll Anfang nächster Woche beginnen. Die Angehörigen sollen bei einer Übereinstimmung rasch informiert werden.

Der zweite Flugschreiber war am Donnerstag gefunden worden. Der Rekorder, von dessen Fund sich Ermittler Brice Robin neue Erkenntnisse erhofft hatte, zeichnet Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel auf. Den Sprachrekorder des Flugs 4U9525 hatten die Bergungskräfte am Unglückstag gefunden.

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