Clinton tritt gegen Obama an

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Washington. US-Senatorin Hillary Clinton will sich doch auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten als Kandidatin für das Präsidentenamt zur Wahl stellen. Ein würdiger Abtritt soll es werden.

Clintons Name werde neben dem des designierten Spitzenkandidaten Barack Obama auf den Stimmzetteln für die mehr als 4000 Delegierten stehen, teilten die Büros der beiden Senatoren am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Darin traten sie dem Eindruck entgegen, Clintons Schritt laufe auf eine Kampfkandidatur gegen Obama hinaus. In dem Statement bezeichnete Obama das Antreten seiner ehemaligen Vorwahlgegnerin als «Signal der Einigkeit» an die Partei. Er selbst habe sie darum gebeten.

Der Erklärung waren laut US-Medien lange Diskussionen der beiden Lager über die Frage vorangegangen, wie die in den Vorwahlen knapp gescheiterte Senatorin auf dem Parteitag Ende August in Denver angemessen gewürdigt werden könne. Eine Nominierung als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft durch Obama gilt inzwischen als unwahrscheinlich. Die jetzigen Pläne sehen vor, dass Clinton am zweiten Tag des Parteikonvents, dem 26. August, eine Rede hält, bevor dann am Tag darauf die Delegierten den Spitzenkandidaten küren.

Clinton unterstrich in der gemeinsamen Erklärung ihre Unterstützung für Obama. «Mit Gehör für jede Stimme und Einheit in der Partei werden wir Senator Barack Obama zum Präsidenten der USA wählen und unsere Nation zurück auf den Weg von Frieden und Wohlstand führen», erklärte die Senatorin. Obama erklärte, Clintons Antreten solle «ihre historische Kampagne würdigen und die Partei in Stärke zusammenbringen». In der Erklärung hieß es weiter: «Senator Obamas Kampagne hat angeregt, Senatorin Clintons Namen bei der Nominierung anzuführen, um Einigkeit zu demonstrieren und ihre historische Kandidatur zu würdigen.»

In der Erklärung wird auch darauf verwiesen, dass Clinton und Obama im Verlauf des monatelangen Vorwahl-Marathons zusammen die Rekordzahl von 35 Millionen Stimmen erhielten. Umfragen zufolge haben viele von Clintons Wählern immer noch Vorbehalte gegen Obama, der sich ein knappes Rennen mit dem Republikaner John McCain liefert. Nach Informationen der «New York Times» will Clinton auf dem Parteitag nach der erfolgten Abstimmung ihre Delegiertenstimmen symbolisch an Obama weiterreichen. Möglicherweise werde sie ihre eigene Stimme für Obama abgeben und dann ihre Anhänger auffordern, sich ebenfalls hinter Obama zu scharen. (afp)

 
 

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