„Christian, es geht nicht um Dich“: SPD-Mann schießt mit Video-Persiflage gegen FDP-Chef Lindner

SPD-Mann Ibrahim Yetim (rechts) hat für sein Kritik-Video auf dieselbe Schwarz-Weiß-Optik zurückgegriffen wie FDP-Chef Christian Lindner (links).
SPD-Mann Ibrahim Yetim (rechts) hat für sein Kritik-Video auf dieselbe Schwarz-Weiß-Optik zurückgegriffen wie FDP-Chef Christian Lindner (links).
Foto: Screenshots Facebook / Facebook Lindner/Yetim
  • FDP-Chef Christian Lindner konnte zuletzt mit einem Wahlspot auf Facebook einen Erfolg verbuchen
  • Nun wurde sein Spot von SPD-Mann Ibrahim Yetim persifliert
  • Wirklich tiefgehende Botschaften haben beide nicht

Berlin.  Wahlkampf ist auch die Zeit der Wortgefechte. Und da Wahlkampf längst in den sozialen Medien angekommen ist, haben auch die verbalen Schlagabtausche nicht lange auf sich warten lassen – so wie jetzt beim SPD-Landtagsabgeordneten Ibrahim Yetim und FDP-Chef Christian Lindner.

Lindner hatte vor knapp einer Woche einen Wahlspot bei Facebook hochgeladen, der mit mehr als 600.000 Aufrufen durchaus als Erfolg gelten kann. Darin sieht man Lindner im stylischen Schwarz-Weiß-Look an verschiedenen Stationen seiner Arbeit.

Pathetisch und inhaltsleer – Politik eben

„Haben Sie mal was gemacht, von dem Sie überzeugt waren, dass es richtig ist?“, wird der Zuschauer am Anfang gefragt. Und nachdem die Lindner-Stimme aus dem Off Kritikpunkte rezitiert, die täglich auf ihn einprasseln, heißt es: „Du hast das alles vorher gewusst und trotzdem gemacht, weil es um etwas geht – Es geht um unser Land“.

Ein bisschen pathetisch und inhaltsleer vielleicht, aber das ist eben Politik. Nett anzuschauen ist es allemal. So wollte das Ibrahim Yetim allerdings nicht stehen lassen.

Der SPD-Mann antwortete, ebenfalls mit einem Video im eleganten Schwarz-Weiß-Look. Er allerdings wird konkreter als Lindner – in seiner Kritik am FDP-Chef und der liberalen Politik.

Yetim kritisiert FDP-Phrasen

Er kritisiert die FDP-Phrasen „Privat vor Staat, mehr Gerechtigkeit schadet der Wirtschaft“ oder „sozial ist, was Arbeit schafft“.

Und schließlich wirft er Lindner durch die Blume vor, NRW nur als Zwischenstation auf dem Weg in die Bundespolitik zu nutzen: „Es geht um unser Land. Deshalb möchte ich Nordrhein-Westfalen in den kommenden fünf Jahren mitgestalten und nicht schon übermorgen nach Berlin wechseln. Christian, es geht nicht um Dich!“

Yetim darf auf den Heimatbonus zählen

Die Botschaft am Ende des Films: „NRWir ist das, was zählt.“ Wer von beiden nun mehr NRW in sich trägt, ist schwer zu sagen. Yetim ist Bergmechaniker, kommt aus Dinslaken und wohnt in Moers, er hat also alles Recht, auf den Heimatbonus zu zählen. Aber auch Lindner als Wuppertaler ist gebürtiger NRWler.

Immerhin: Wir haben zwei gut gemachte Videos gesehen. Und für alles andere lesen wir vielleicht besser die Parteiprogramme. (ba)

 
 

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