Cem Özdemir für Rede gegen die AfD ausgezeichnet: „Sie verachten alles, wofür dieses Land geachtet wird"

Cem Özdemir hat den Preis für die Rede des Jahres 2018 erhalten.
Cem Özdemir hat den Preis für die Rede des Jahres 2018 erhalten.
Foto: Annette Riedl/ dpa

Tübingen. Viele Politiker haben dieses Jahr im Bundestag gegen die AfD gewettert. Martin Schulz (SPD) kam eher rüpelhaft daher, als der sagte, die AfD gehört „auf den Misthaufen der Geschichte.“ CDU-Newcomer Philipp Amthor (26) zerpflückte pragmatisch einen Antrag der Partei und verlangte von ihr, dass sie erstmal „ihre Arbeit machen solle“.

Stilistisch besonders wertvoll soll hingegen die Rede von Cem Özdemir (Grüne) gewesen sein. Denn er erhielt am Donnerstag eine Auszeichnung für die Rede des Jahres 2018

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Cem Özdemir für Rede des Jahres ausgezeichnet

Der ehemalige Grünenchef bekam die Auszeichnung für einen Debattenbeitrag im Bundestag am 22. Februar 2018, wie das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen mitteilte.

Cem Özdemir rechne dabei mit einem von der AfD gestellten Antrag ab, der darauf abzielte, den kurz zuvor freigelassenen Deniz Yücel zu maßregeln. „Vehement verteidigt Özdemir den Verfassungsgrundsatz der freien Meinungsäußerung und weist die AfD in die Schranken. Seine Rede ist ein eindrückliches Plädoyer für eine offene Gesellschaft, gegen Ausgrenzung und Spaltung“, urteilte die Jury.

„Sie verachten alles, wofür dieses Land in der ganzen Welt geachtet und respektiert wird“

Scharfzüngig und emotional begegne Özdemir dem Antrag der AfD, hieß es weiter. Er pariere ihn mit großer Verve und rednerischem Können. „In jeder Sekunde des kurzen Beitrags sind Leidenschaft und Engagement des Redners zu hören und zu sehen.“ Özdemir halte ein Plädoyer für die Pressefreiheit: „Bei uns in der Bundesrepublik Deutschland ist das Parlament keine oberste Zensurbehörde.“

Der AfD hält er entgegen: „Sie verachten alles, wofür dieses Land in der ganzen Welt geachtet und respektiert wird.“ Mit seinem Beitrag habe Özdemir gezeigt, „wie wirksam und kraftvoll eine Parlamentsrede sein kann, wenn ein Redner mit Überzeugung und Leidenschaft antritt.“

Die Auszeichnung Rede des Jahres gibt es seit 1998. Sie ging unter anderem an Margot Käßmann, Marcel Reich-Ranicki oder Gregor Gysi. (dpa/mb)

 
 

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