Cem Özdemir: Grünen-Politiker rastet aus – „Halten Sie bitte die Fresse!“

Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir platzte der Kragen, als er bei einem Interview von einem wütenden Passanten unterbrochen wurde. (Symbolbild)
Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir platzte der Kragen, als er bei einem Interview von einem wütenden Passanten unterbrochen wurde. (Symbolbild)
Foto: imago images / Sven Simon

Stuttgart. Dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir (54) gehen die Krawalle vom Wochenende in Stuttgart sehr nahe. Der Politiker wurde nur knapp 50 Kilometer von der baden-württembergischen Landeshauptstadt entfernt in Bad Urach geboren.

Als Cem Özdemir am Montag in Stuttgart ein Interview zu den Vorfällen gibt, wird er von einem Passanten rüde unterbrochen – und verliert die Fassung.

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Cem Özdemir rastet bei Interview aus: „Bitte Maul halten. Danke!“

Vor der Geschäftsstelle der baden-württembergischen Grünen in der Stuttgarter Fußgängerzone spricht Özdemir mit den Journalisten der „Welt“ über die Stuttgarter Krawalle. Als er über die Motive der Randalierer spricht, äußert sich plötzlich ein älterer Passant mit den Worten: „Polizeidiktatur ist schuld.“

Özdemir reagiert sofort knallhart: „Halten Sie bitte die Fresse, ich rede gerade.“ Doch der Mann lässt nicht locker, beschwert sich weiter mit deutlichem Akzent über „Polizeidiktatur“ und ungerechte Strafen für „einfache Menschen“. Der spürbar gereizte Özdemir will sich auf diese Diskussion allerdings nicht einlassen. „Wir sind hier in Deutschland, ich rede gerade“, entgegnet er dem Passanten und weist in mit scharfem Ton an: „Bitte Maul halten. Danke!“

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Das ist Cem Özdemir:

  • Cem Özdemir wurde am 21. Dezember 1965 im schwäbischen Bad Urach geboren
  • Er ist studierter Diplom-Sozialpädagoge
  • 1981 trat er der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ bei
  • Von November 2008 bis Januar 2018 war Cem Özdemir Bundesvorsitzender der Grünen
  • Im März 2020 erkrankte Özdemir an einer Infektion mit dem Coronavirus

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Nach einigen Sekunden und mehreren „Gehen Sie bitte weiter“-Anweisungen des Grünen-Politikers wendet er sich wieder den Journalisten zu – und meint ganz ruhig: „So. Mach'ma weiter.“

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Özdemir entschuldigt sich auf Twitter

Noch am selben Tag entschuldigte sich Cem Özdemir auf Twitter für die Wortwahl bei seinem Ausraster. „Immerhin habe ich bitte gesagt“, schreibt er. „Aber im Ernst, Fresse hätte mir nicht rausrutschen dürfen. Auch wenn ich der Überzeugung bin, dass wir nicht in einer Polizeidikatur leben, hätte ich andere Worte wählen müssen.“

In den Kommentaren erntet Özdemir größtenteils Zuspruch für seine „menschlichen“ und „authentischen“ Äußerungen.

Ex-Grünen-Chef zu Krawallen: „Da hat sich etwas zusammengebraut“

Nach der Randale in der Stuttgarter Innenstadt sorgt sich Cem Özdemir um den Ruf der Stadt. Man müsse aufpassen, dass Stuttgart keine Anziehungskraft für Randalierer dieser Art entwickele, sagte er am Montag in einem SWR-Interview.

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Bei politischen Extremisten gebe es Strukturen und Netzwerke, die zerschlagen werden könnten. „Was machen Sie bei Leuten, die alkoholisiert sind, möglicherweise Drogen zu sich genommen haben, und möglichst viel Schaden anrichten wollen?“, fragte Özdemir. „Da ist das mit Netzwerk zerschlagen nicht so einfach getan.“

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Club- und Ladenbesitzer hätten ihm zudem berichtet, es habe bereits am Wochenende vereinzelt Proteste und Unruhen gegeben: „Da hat sich offensichtlich etwas zusammengebraut“, sagte der Grünen-Politiker. Er brachte stärkere verdeckte Ermittlungen ins Spiel: „Wenn die Polizei mit dem Martinshorn kommt, ist es oft schon zu spät. Dann sind die Rädelsführer weg und verstecken sich im Schutz der Passanten.“ (at, mit dpa)

 
 

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