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Teure Erstklässler-Ausstattung: So bekommen Eltern Hilfe

Teure Erstklässler-Ausstattung: So bekommen Eltern Hilfe

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Einschulung in Hessen Foto: dpa
Was kostet eine Ausstattung für i-Dötzchen? Worauf sollte man achten? Und wo erhalten Eltern Unterstützung? Die wichtigsten Antworten zum Thema:

Essen. 

Für 150.000 Erstklässler in NRW beginnt am 25. August die Schulzeit. Für die Eltern bedeutet das zunächst vor allem Kauf-Stress, denn die Einkaufsliste ist lang: Schulranzen, Turnbeutel, Mäppchen und Co. müssen gekauft werden. Und es kommen viele Fragen auf: Was kostet das alles? Gibt es finanzielle Unterstützungen? Was soll in die Schultüte? Hier sind Antworten auf diese und weitere Fragen.

Was kostet die Grundausstattung?

„Bei den Schul-Einkäufen sollte mit etwa 150 Euro gerechnet werden“, sagt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbands „Bildung und Erziehung“ (VBE).

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gab in einer Pressemitteilung von 2013 die durchschnittlichen Kosten sogar mit 238 Euro pro Kind an.

Müssen es immer Markenprodukte sein?

Für Udo Beckmann ist die Antwort ganz klar „Nein“. Die Preis-Leistungs-Relation sollte passen und die Materialien sollten zweckmäßig sein. Außerdem sollten Eltern nicht in einen Wettbewerb oder in Konkurrenz zu anderen Eltern treten.

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen befürwortet vor allem den Kauf von umweltschonenden Materialien: „Beim Kauf von Schulheften, Notizblöcken oder Zeichenpapier lohnt es sich, auf umweltfreundliches Papier zu setzen.“ Damit könnte ein Beitrag zur Erhaltung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen geleistet werden.

Michael Kreuzfelder, Pressesprecher vom Caritasverband Essen, sieht ein ganz anderes Problem. Er sagt, bei vielen Familien hier im Ruhrgebiet reiche das Geld vorne und hinten nicht: „Da stellt sich gar nicht die Frage, welchen Füller kaufe ich? Sondern eher die Frage, ob überhaupt Geld für einen Füller da ist.“

Welche Möglichkeit gibt es für Familien mit wenig Geld, sich Unterstützung zu holen?

Das Jobcenter bietet für Familien die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, ein so genanntes Bildungs- und Teilhabepaket an. Dieses beinhaltet ein Schulbedarfspaket. Jedes Schulkind erhält pro Jahr eine Förderung von 100 Euro. Die Auszahlung des Geldes ist aufgeteilt. Die Eltern erhalten 70 Euro im August und 30 Euro im Februar.

Darüber hinaus bietet der Caritasverband die Unterstützung durch so genannte Startersets an. Darin enthalten ist eine Grundausstattung für das erste Schuljahr, bestehend aus Zeichenblöcken, Schulheften, Kleber usw. Das Paket bekommen Familien, die von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) leben oder nur ein geringes Einkommen haben. Die Startersets werden für fünf Euro ausgegeben. Der Materialwert beträgt rund 40 Euro.

Worauf müssen Eltern beim Kauf des Schulranzens achten?

Es gibt ihn in verschiedenen Variationen, Farben, Modellen und Preisklassen. Den Schulrucksack. Für Udo Beckmann sind drei Aspekte beim Kauf besonders wichtig: „Die Größe des Schulranzen sollte in richtiger Relation zum Kind sein. Er sollte nicht zu voll gepackt werden, damit er für das Kind nicht zu schwer ist. Außerdem sollte er den Sicherheitsansprüchen entsprechen.“

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen rät: „Das Gewicht der Schultasche sollte 10 bis 12 Prozent des Körpergewichts nicht überschreiten. Zum Beispiel sollte ein Kind, das 25 Kilogramm wiegt, nicht mehr als 2,5 bis 3 Kilogramm tragen.“

Was sollte in der Schultüte sein? Was gehört nicht rein?

Die Schultüten, in weiten Teilen Deutschlands auch Zuckertüten genannt, sind seit dem 19. Jahrhundert ein Brauch für Schulanfänger. Ursprünglich waren darin vor allem Süßigkeiten enthalten, heute variiert der Inhalt. Die Eltern sollten es laut Udo Beckmann jedoch nicht übertreiben: „Der Inhalt der Schultüte sollte für das Kind angebracht und zweckmäßig sein. Beispielsweise Materialien für die Schule gehören hinein. Aber auch etwas Süßes. Jedoch keine Handys oder ähnliches.“

Welche Tipps gibt es zum Schulanfang?

„Der erste Schultag ist für Kind und Eltern etwas ganz Besonderes. An diesem Tag sollte das Kind im Mittelpunkt stehen. Jedoch sollten die Eltern keinen Druck auf die Kinder ausüben“, so Pamela Krüger von der städtischen Gemeinschaftsgrundschule im Nordviertel-Essen.

Udo Beckmann sagt darüber hinaus, dass es ganz wichtig sei, vor dem Tag der Einschulung den Schulweg mehrmals mit den Kindern zu laufen. Sie sollten mögliche Gefahren kennen und wissen, wo genau sich das Schulgebäude befinde. Oft sei es auch möglich, die Schulen schon vorab zu besuchen und das Umfeld kennenzulernen.