Bundestag: Bauer rechnet mit Speisekarte ab – „Scheinheilig und heuchlerisch“

Die Speisekarte aus dem Bundestag hat einen Landwirt aus Schleswig-Holstein ganz schön wütend gemacht. (Symbolfoto)
Die Speisekarte aus dem Bundestag hat einen Landwirt aus Schleswig-Holstein ganz schön wütend gemacht. (Symbolfoto)
Foto: imago images / Christian Spicker

Nachhaltigkeit ist momentan ein wichtiges Thema. Viele legen Wert darauf Fleisch, Fisch oder Gemüse aus der Region zu essen. Aber macht der Bundestag da auch als Vorbild mit?

Bundestag: FDP-Politikerin ärgert sich über Speisekarte

Wie FDP-Bundestagsabgeordneten Carina Konrad auf Twitter zeigt, sind Nachhaltigkeit und Regionalität allerdings nicht auf der Speisekarte der Kantine des Bundestags zu finden.

Stattdessen gibt es: Ente aus Frankreich, Rinderhüfte aus Argentinien und Lamm aus Irland. Dazu schreibt Konrad: „Öko Mittagstisch im Bundestag. Von Regional keine Spur. Aber hauptsache Bio. Wo bleibt da Nachhaltigkeit? Klimaschutz dank langer Transportwege?“

Bauer ärgert sich über Speisekarte im Bundestag

Einer, den dieser Post so richtig auf die Palme gebracht hat, ist Landwirt Thomas Andresen aus Schleswig-Holstein. In einem Facebook-Video macht er seinem Ärger Luft.

Er ist wütend, weil es kein Stück deutsches Fleisch auf die Speisekarte geschafft hat. „Ich frage mich warum nicht. Ist den Herren und Damen Bundestagsabgeordneten unser Fleisch nicht gut genug? Trauen die vielleicht ihren eigenen Gesetzen und deren Umsetzung nicht?“ Andresen wirft dem Bundestag vor, dass er Landwirte mit immer neuen Auflagen traktiere und ihnen das Leben schwer machen würde. Auf der anderen Seite fehle aber die Unterstützung des Bundestages, was die Speisekarte deutlich zeige.

Landwirt: „Ich verstehe es nicht. Bitte sagt es mir!“

„Warum nehmt ihr denn nicht mal zum Beispiel Fleisch von der Schleswig-Holsteinischen Weidefärse oder vom Wasserbüffel oder nordfriesisches Salzwiesenlamm oder Entenfleisch aus heimischen Jagden?“, fragt der Landwirt sichtlich sauer. „Ich verstehe es nicht. Bitte sagt es mir!“ Außerdem bittet er darum die heimische Landwirtschaft zu unterstützen. „Alles andere ist scheinheilig und heuchlerisch!", macht Andresen seinen Punkt klar.

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Er fordert mehr Unterstützung vom Bundestag und betont, dass dieser eine Vorbildfunktion habe. Wenn Politiker Nachhaltigkeit und Regionalität nicht vorleben, könne man das auch nicht von allen anderen verlangen.

Die normale Speisekarte soll mehr deutsche Produkte enthalten

Bundestagsabgeordnete Konrads hat in der Kantine angefragt, ob generell nur ausländische Produkte angeboten werden oder ob Änderungen vorgesehen sind.

Gegenüber dem Stern erklärt die Pressesprecherin der Kantine Michaela Mehls, dass aus Kostengründen öfter auf ausländische Produkte zurückgegriffen werde. Insgesamt kämen aber rund 20 Prozent der Produkte aus Deutschland. Auf der Standardkarte würden beispielsweise Kalb und Geflügel aus Deutschland angeboten werden. Die Wochenkarte sei nur ein zusätzliches Angebot, das für mehr Vielfalt sorgen solle. (lmd)

 
 

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