Bundespolizei nicht verheizen

Bundespolizisten sind keine Weicheier. Sie beschweren sich nicht. Sie brummen höchstens. Und machen ihre Arbeit. Das konnte man in den vergangenen Wochen an der Grenze zu Österreich beobachten.

Ein Regierungspapier zeigt jetzt: Die Bundespolizisten hätten durchaus Grund, sich zu beschweren. Mehr als 500 000 Überstunden haben sie wegen der Wiedereinführung der Grenzkontrollen in einem guten Monat absolviert. Zum Teil arbeiteten sie 80 Stunden in der Woche.

Polizisten sorgen für unsere Sicherheit. Also für ein hohes Gut. Aber Polizisten sind Menschen, keine Maschinen. Wer die Bundespolizei verheizt, riskiert die Sicherheit in Deutschland.

Die Politik hat seit Jahren bei der Bundespolizei gespart. Überrascht vom Flüchtlingsansturm stellte die Koalition im September fest, dass sie nicht genug Bundespolizisten hat. Und handelte: In den nächsten drei Jahren sollen nun 3000 neue Stellen geschaffen werden. Das ist gut, reicht aber nicht.

Schon gar nicht in der aktuellen Situation. Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. Da hilft es nichts, dass in ein paar Jahren neue Beamte zur Verfügung stehen. Die große Koalition, ohnehin erschreckend planlos in der Krise, sollte schneller handeln. Es kann nicht angehen, dass das Versagen der Politik auf dem Rücken der Bundespolizisten ausgetragen wird.

 
 

EURE FAVORITEN