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Bürgergeld: Digitale Ausgrenzung – mehr als ein Fünftel lebt ohne Internetzugang

Mehr als 20 Prozent der einkommensarmen Menschen hat keinen Internetzugang zu Hause. Die digitale Ausgrenzung wird damit immer deutlicher.

Mehr als 20 Prozent der einkommensarmen Menschen hat keinen Internetzugang zu Hause. Die digitale Ausgrenzung wird damit immer deutlicher.
u00a9 IMAGO/Bihlmayerfotografie

Das ist das neue Bürgergeld

Nach der Einigung im Vermittlungsausschuss haben Bundestag und Bundesrat die Einführung des Bürgergelds beschlossen. Damit kann die neue Grundsicherung für Langzeitarbeitslose wie geplant zum 1. Januar in Kraft treten.

Das Bürgergeld soll bürgernäher, unbürokratischer und zielgerichteter sein. Ziel der staatlichen Hilfe ist laut Bundesregierung, die Menschen besser zu qualifizieren und dauerhaft in Arbeit zu bringen. 

Doch die digitale Kluft in Deutschland wird immer größer, wie eine neue Studie der Forschungsstelle des Paritätischen Gesamtverbands zeigt. Demnach haben über 20 Prozent aller einkommensarmen Menschen in Deutschland keinen Internetzugang zu Hause. Im Vergleich dazu sind es bei Nicht-Armutsbetroffenen lediglich 8,5 Prozent, die auf Internet verzichten.

Bürgergeld: Internet gehört zu „Existenzminimum“

Wie der Paritätische am Dienstag (18. April) aber auch weiter mitteilt, bedeute dieser Befund nicht, dass arme Menschen generell keinen Internetzugang haben. Oftmals erfolge der Zugang über Smartphones, die jedoch häufig mit begrenztem Datenvolumen einhergehen. Ein dauerhafter Internetanschluss zu Hause sei jedoch entscheidend für die digitale Teilhabe. „Internetzugang und Computer sind daher kein Luxus, sondern gehören ohne Frage zum Existenzminimum“, betont Gwendolyn Stilling, eine der Studienautorinnen.

Besonders im Berufsleben zeigt sich die digitale Benachteiligung von armutsbetroffenen Menschen. Im Vergleich zu Personen mit höherem Einkommen nutzen sie digitale Arbeitsmittel wie Laptops, Smartphones oder Computerprogramme seltener. Auch staatliche Unterstützungen wie Bürgergeld, Wohngeld oder Kindergeld können digital beantragt werden – einkommensschwache Haushalte könnten auch hier benachteiligt sein.

Bürgergeld: Das fordert der Paritätische

Die Studie basiert auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und zeigt, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die digitale Ausgrenzung von einkommensarmen Menschen zu bekämpfen. Der Paritätische fordert, dass in der Grundsicherung einmalige und laufende Verbrauchsausgaben für die digitale Teilhabe angemessen berücksichtigt werden müssen.


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Denn: Internetzugang, Computer und Smartphones sind längst Bestandteil des Alltags der Menschen in Deutschland. Der Paritätische steht deshalb dafür ein, die digitale Ausgrenzung zu bekämpfen.