Bürger spenden für den Staat

Vater Staat nimmt auch Kleingeld. Foto: Thomas Nitsche
Vater Staat nimmt auch Kleingeld. Foto: Thomas Nitsche
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Das Land Thüringen und der Bund haben dafür eigens Konten eingerichtet. Nun wartet man auf milde Gaben gut betuchter Menschen, die immer mal wieder geäußert haben: „Reiche müssen und wollen mehr Steuern zahlen.“ Die Geldeingänge sind bisher sehr übersichtlich.

Essen.  Haben auch Sie ein schlechtes Gewissen wegen der Staatsschulden, die wir den nächsten Generationen hinterlassen? Und haben auch Sie ein paar Euros übrig, damit diese Schulden getilgt werden können? Dann spenden Sie, damit der Staat Kredite zurückzahlt.

Ohne Witz: So etwas geht!

Der Freistaat Thüringen hat dazu eigens ein Gesetz gemacht, mit dem er offiziell milde Gaben erbittet. „Bürger und Freunde“, vor allem aber Reiche wie der Sänger Marius Müller-Westernhagen, die im Jahr 2010 höhere Steuern für Wohlhabende wollten, sind aufgerufen, zu geben.

170 Euro sollen bislang da sein. Das gesammelte Geld soll ab 2013 den Schuldenberg des Landes reduzieren.

Auch der Bund hat ein Spendenkonto. So genannte „freiwillige Geldleistungen“ können auf die Konto-Nummer 860 010 30 bei der Bundesbank (BLZ 860 000 00) eingezahlt werden.

55 Bürger haben im vergangenen Jahr immerhin 25 000 Euro auf­gebracht. Aber: Es gibt keine Spendenquittung, die „frei­willige Leistung“ ist nicht steuerlich absetzbar.

In NRW, dessen Bürger für das Land mit knapp 7000 Euro pro Kopf verschuldet sind, fehlt bislang ein solches Spenden-Konto. Aber in Düsseldorf heißt es, Bürger dürften durchaus mehr Steuern zahlen als sie unbedingt müssten . . .

 
 

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