Brüssel verordnet neue Strom- und Gaszähler

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Um Energie zu sparen, will die EU Bund, Ländern, Kommunen und Privathaushalten neue Strom- und Gaszähler verordnen. Kurios: Einige Bürgermeister müssten aus denkmalgeschützten Rathäusern ausziehen, weil man die nicht energiesparend umbauen kann.

Essen. Die EU will Bund, Länder, Gemeinden und Privathaushalte zu teuren Investitionen zwingen, um den Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Nach den Plänen müssen ab 2014 fast überall Gas-, Strom-, Fernwärme- und Wasserzähler ausgetauscht werden – was Mieter wie Vermieter durchaus „mehrere hundert Euro“ kosten könne, wie der Grundeigentümer-Verband „Haus und Grund“ befürchtet.

Auch Duschköpfe und Beleuchtungen sind teilweise zu ersetzen. Insgesamt sollen Energiekonzerne veranlasst werden, den Energieverbrauch der Haushalte um jährlich 1,5 Prozent zu senken.

Die „Richtlinie zur Energieeffizienz“ liegt am Freitag im Bundesrat vor. Der will die Bundesregierung auffordern, den EU-Plan zu stoppen. Die Länder haben 72 Änderungsvorschläge gemacht, sprechen der EU Zuständigkeit ab und werfen ihr vor, widerrechtlich ins Mietrecht einzugreifen.

Die höchsten Kosten drohen Bund, Ländern und Gemeinden. Sie sollen jedes Jahr drei Prozent ihres Immobilienbestandes energetisch sanieren – doppelt so viel wie heute. Berechnungen gehen von Kosten in Höhe von 40 Milliarden Euro aus, „ohne dass erkennbar wird, wie diese finanziert werden sollen“, heißt es in den Bundesrats-Papieren. Kurios: Bürgermeister müssten aus denkmalgeschützten Rathäusern ausziehen, weil man die nicht energiesparend umbauen kann.

 
 

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