Brexit-Minister schmeißen der Reihe nach hin – was das jetzt für England-Urlauber bedeutet

Die Brexit-Verhandlungen schleudern ins Chaos, das britische Pfund fällt. (Archivbild)
Die Brexit-Verhandlungen schleudern ins Chaos, das britische Pfund fällt. (Archivbild)
Foto: Andy Rain

London. Der angebliche Brexit-Durchbruch vom Mittwoch zieht am Donnerstag ein wahres „Brexit-Beben“ nach sich.

Schon drei Minister sind zurückgetreten, innerhalb von nur gut anderthalb Stunden. Zuerst schmiss Brexit-Minister Dominic Raab, kurz darauf folgte Arbeitsministerin Esther McVey. Zuletzt trat die britische Brexit-Staatssekretärin Suella Braverman von ihrem Amt zurück.

Die Minister protestieren damit gegen das Brexit-Abkommen, das den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und Übergangsfragen regeln soll. Großbritannien will Ende März 2019 die Europäische Union verlassen.

Britische Medien rechnen mit weiteren Rücktritten von Politikern aus Protest gegen die Brexit-Pläne der Premierministerin Theresa May.

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Brexit-Verhandlungen im Chaos: Britisches Pfund fällt an der Börse

Schon kurz nach dem Rücktritt von Minister Raab gab das britische Pfund an der Börse nach. Vor Raabs Ankündigung stand ein Pfund bei 1,30 Dollar (1,15 Euro), kurz danach nur noch bei etwa 1,28 Dollar (1,13 Euro). Wer also aktuell einen England-Urlaub geplant hat, wird also weniger dafür bezahlen müssen.

Theresa May hat an den Rücktritten schwer zu knacken. Sie sind ein Rückschlag in den zwischenzeitlich vielversprechend aussehenden Verhandlungen über das Brexit-Abkommen.

Erst am Mittwochabend hatte Theresa May ihrem Kabinett nach stundenlanger Debatte die Zustimmung zu dem Entwurf abgerungen. Das Unterhaus wird voraussichtlich erst im Dezember über das Abkommen abstimmen.

Dominic Raab nicht der erste Brexit-Minister, der zurücktritt

Übrigens ist Raab nicht der erste Minister, der wegen des Brexits zurücktritt. Im Juli hatte sein Vorgänger David Davis das Amt abgegeben. Raab gibt als Grund für seinen Abgang an, der Entwurf gefährde die Einheit von Nordirland. Das schrieb Raab in einem Brief an die Premierministerin Theresa May.

Zudem könne er keine Vereinbarung akzeptieren, die Großbritannien unbegrenzt an die EU binde. Er bezieht sich damit auf den sogenannten Backstop, der garantieren soll, dass es keine Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland geben wird.

Esther McVey galt als schärfste Kritikerin des Brexit-Abkommens im Kabinett. Die 51-Jährige aus Liverpool ist eine ehemalige TV-Moderatorin und hat auch in einem Familienunternehmen gearbeitet.

Früher am Donnerstagmorgen hatte auch der britische Nordirland-Staatssekretär Shailesh Vara sein Amt niedergelegt. (lin/mit dpa)

 
 

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