Bosnische Muslime gedenken der Opfer von Srebrenica

Bosnische Muslime gedenken der Toten von Srebrenica. Exakt 6066 Opfer sind mittlerweile bestattet.
Bosnische Muslime gedenken der Toten von Srebrenica. Exakt 6066 Opfer sind mittlerweile bestattet.
Foto: dpa
Bei strömendem Regen haben mehr als 15.000 bosnische Muslime am Donnerstag der Opfer von Srebrenica gedacht. Im Juli 1995 hatten serbische Milizen während des Bürgerkriegs etwa 8000 muslimische Männer und Jungen massakriert.

Srebrenica. Mehr als 15.000 bosnische Muslime haben am Donnerstag nahe Srebrenica dem strömenden Regen getrotzt und des Massakers vor 18 Jahren gedacht. Gen Mekka gerichtet beteten die Trauernden für die Toten, bevor mehr als 400 Opfer des Massakers auf dem Friedhof von Potocari beigesetzt wurden.

In den vergangenen zwölf Monaten war es gelungen, die sterblichen Überreste von insgesamt 409 Opfern der Gewalt zu identifizieren. Damit sind in Srebrenica nun exakt 6066 Todesopfer des Massakers bestattet. Serbische Milizen hatten während des Bosnien-Krieges in Srebrenica im Juli 1995 etwa 8000 muslimische Männer und Jungen zusammengetrieben und getötet.

Unter den am Donnerstag Beerdigten war auch das bislang "jüngste Opfer des Genozids", wie der Regierungsverantwortliche für die Gedenkfeier, Kenan Karavdic, sagte, "das Baby der Familie Muhic". Das Mädchen war kurz nach seiner Geburt im Juli 1995 in der UN-Basis in Potocari nahe Srebrenica gestorben. Es wurde neben seinem Vater beerdigt, der bei dem Massaker umkam. Unter den 409 am Donnerstag beigesetzten Opfern waren auch zwei Frauen und mehr als 40 Opfer, die damals erst zwischen 14 und 18 Jahren alt waren.

Von vielen sind nur noch die Gebeine übrig

Von vielen Opfern der Gewalt sind nur noch wenige Knochen übrig. Sie habe "nur zwei Knochen" ihres Sohnes gefunden, sagte etwa Munira Subasic, die bei dem Massaker auch ihren Mann verloren hatte. Keiner könne sich vorstellen, wie sich eine Mutter fühle, wenn sie erfahre, dass sie lediglich zwei Knochen ihres Kindes bestatten könne. Die Überreste ihres Mannes fehlten noch völlig.

Das Massaker von Srebrenica gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg und wurde vom UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag als Völkermord eingestuft. Srebrenica stand unter dem Schutz der UNO, als das Massaker verübt wurde. Niederländischen Blauhelmsoldaten vor Ort wurde später vorgeworfen, die Bluttat nicht verhindert zu haben. (afp)

 
 

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