„Bitte verlassen Sie meine Stadt“ – warum Hunderttausende gerade diesen Satz feiern

Boris Johnson traf einen Passanten. Der fordert ihn höflich auf: „Please leave my town“.
Boris Johnson traf einen Passanten. Der fordert ihn höflich auf: „Please leave my town“.
Foto: Screenshot BBC

Der britische Humor, er ist weltberühmt. Ebenso die britische Höflichkeit - und die allgemeine Zurückhaltung, was Emotionen angeht.

Aktuellstes Beispiel: ein BBC-Video, in dem Premierminister Boris Johnson auf der Straße West Yorkshires unterwegs ist und einem Passanten begegnet. Der schüttelt freundlich die Hand des umstrittenen Premiers, lächelt und klopft ihm auf die Schulter. Quasi im Gehen bittet er Johnson, er solle seine Stadt verlassen: „Please leave my town“ („Bitte verlassen Sie meine Stadt“).

Boris Johnson: Passant bittet Premier, seine Stadt zu verlassen - und wird zum viralen Hit

Boris Johnson entgegnet entspannt: „I will, very soon“.

Der Hashtag #PleaseLeaveMyTown geht seither bei Twitter viral. Der Passant wird im Netz gefeiert für seine Höflichkeit und seinen Anstand.

  • „Sollte man wohl öfter mal sagen“
  • „Einfach nur sehr britisch und vor allem sehr cool“
  • „Absolut klasse dieser höfliche Auftritt. Genau das was Johnson braucht. #mein Held“

Boris Johnson wird von anderen Gegnern hart angegangen

Nicht überall wurde Johnson jedoch so freundlich kritisiert. In Leeds wurde er von einem Passanten gefragt, warum er nicht in Brüssel sei. „Sie spielen Spielchen“, warf ihm ein wütender Passant vor.

Wut richtet sich gegen Brexit-Deal

Die Wut der Passanten geht um den Brexit-Deal. Am 31. Oktober soll der Brexit stattfinden. Als er von einer Journalistin gefragt wurde, ob er ausschließen kann, in Brüssel für eine weitere Brexit-Verschiebung zu bitten, sagte Johnson klar: „Ich würde lieber tot im Graben liegen“.

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Das ist der Stand im Brexit-Chaos

Die britischen Oppositionsparteien haben sich Berichten zufolge darauf geeinigt, den geplanten Antrag von Premierminister Boris Johnson auf eine Neuwahl abzulehnen. Das berichteten mehrere britische Medien am Freitag übereinstimmend.

Johnsons Regierung hatte angekündigt, am kommenden Montag einen neuen Anlauf zu nehmen, um eine Neuwahl durchzusetzen. Johnson will am 15. Oktober wählen lassen, um dann zwei Tage später beim EU-Gipfel mit einem Mandat für seinen Brexit-Kurs zu erscheinen.

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Er war damit bei einem ersten Versuch am Mittwoch bereits krachend im Parlament gescheitert. Für das Auslösen einer Neuwahl durch einen einfachen Beschluss ist eine Zweidrittelmehrheit aller Abgeordneten im Unterhaus notwendig. (mit dpa)

 
 

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