Bochum schafft verkaufsoffene Sonntage ab

Es ist eine kleine Sensation: Der Stadtrat Bochum hat entschieden, dass es in 2012 keine verkaufsoffenen Sonntage in der Stadt geben wird. Die Bochumer Einzelhändler sind entsetzt: "Die Entscheidung ist fatal für uns", kommentierte der Verbandschef. In anderen Ruhrgebietsstädten ist die Freude groß.

Bochum. Als erste Stadt im Ruhrgebiet hat Bochum alle verkaufsoffenen Sonntage in diesem Jahr gestrichen. Einen entsprechenden Beschluss fasste gestern der Stadtrat. Die Fraktionen hatten die Abstimmung freigegeben.

Der Einzelhandelsverband hatte bis zu drei Verkaufssonntage pro Stadtteil beantragt, insgesamt 13 zwischen März und Weihnachtsmarkt-Zeit. Entsprechend fiel die Reaktion aus: „Erschütternd. In allen Nachbarstädten gibt es Verkaufssonntage. Somit ist die Entscheidung fatal für den Bochumer Handel“, so Stefan Lenk vom Vorstand des Verbandes. In allen Nachbarstädten dürfe sonntags verkauft werden. „Ich bekam soeben zwei Anrufe von Essener Kollegen, die sich bedankten, dass Bochum ihnen die Kunden zutreibt.“

Die Landesregierung prüft derzeit eine neue Regelung der Ladenöffnungszeiten. Dabei soll vor allem die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage eingeschränkt werden. Mit diesem Bochumer Ergebnis hatten selbst die Gegner der Sonntagsöffnung im Rat nicht gerechnet. Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz ließ bei der Abstimmung über den Antrag des Einzelhandelsverbandes auch zweimal abstimmen, um sich zu vergewissern.

 
 

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