BND-Agenten sollen im Irak-Krieg für US-Militär spioniert haben

Hamburg. Die frühere rot-grüne Bundesregierung hat im Irak-Krieg offenbar enger mit den USA zusammengearbeitet, als bisher eingeräumt. Das zumindest berichtet das Hamburger Magazin «Stern» in seiner neuen Ausgabe und verweist auf die Arbeit der BND-Agenten in Bagdad.

So soll der Auslandsgeheimdienst aus der irakischen Hauptstadt sogar Zielkoordinaten für Bombenangriffe geliefert haben. Ein Befürworter der Zusammenarbeit von BND und US-Militär sei Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) als damaliger Chef des Bundeskanzleramts gewesen.

Unter Berufung auf vertrauliche und geheime Dokumente der Bundesregierung schreibt der «Stern», Steinmeier habe Ende 2002 eine geheime Absprache befürwortet. Im Gegenzug habe der BND einen Verbindungsoffizier (VO) im US-Hauptquartier CENTCOM in Qatar positionieren und so die Entwicklung des Krieges verfolgen können. «Wenn BND intensiv aus Bagdad berichtet, dann kann ein VO in Qatar integriert werden. Aber nur dann!», zitiert das Magazin aus einem geheimen BND-Vermerk vom 28. November 2002. Am 23. Januar 2003 habe der damalige BND-Präsident August Hanning das Kanzleramt über die Absprachen mit dem US-Militärgeheimdienst DIA informiert.

Nach Darstellung des Magazins sollen zu Beginn des Irak-Krieges zwei BND-Agenten - ein gelernter Luftwaffenoffizier und ein Ex-Fallschirmjäger - den Amerikanern aus Bagdad kriegswichtige Informationen geliefert haben. Kurz vor dem Einmarsch der US-Truppen 2003 hätten sie auf US-Anfragen zum Beispiel verdeckte Gefechtsstände irakischer Militär- und Geheimdienst-Einheiten sowie Informationen zu Präsident Saddam Hussein und flüchtigen Vertretern seines Regimes gemeldet. Irakische Defensivpositionen, die der BND mit GPS-Koordinaten angegeben hatte, wurden daraufhin nach Angaben des «Stern» durch die US-Luftwaffe bombardiert. (ddp)

 
 

EURE FAVORITEN