Streit um Blutwurst bei Islamkonferenz eskaliert: CDU-Politiker muss Partei verlassen – wegen dieses Tweets

Eine Blutwurst hat für hitzige Debatten in den Sozialen Medien geführt - und einem Parteiaustritt.
Eine Blutwurst hat für hitzige Debatten in den Sozialen Medien geführt - und einem Parteiaustritt.
Foto: Oliver Berg

Berlin. Dass ein Politiker seine Partei wegen einer Wurst verlassen muss, dürfte bislang in der Geschichte der Politik-Skandale ein Novum sein.

Insofern ist Mehmet Ünal ein Pionier. Der Bremer CDU-Mann hatte sich via Twitter derart in Beschimpfungen gegen seinen Hamburger Parteikollegen verrannt, dass seine Partei ihm den Austritt nahegelegt hat. Ünal ist der Aufforderung nachgekommen.

Ursprung des Eklats ist die Speisenauswahl bei der Islamkonferenz des Bundesinnenministeriums, die manche für eher ungeschickt halten. Serviert wurde: Blutwurst. Die Wurst besteht zu großen Teilen aus Schweinefleisch und Blut - Dinge, die gläubige Muslime nicht essen dürfen.

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Blutwrst bei Islamkonferenz: WDR-Reporter fordert mehr Respekt

Unter anderem der WDR-Reporter Tuncay Ozdamar kritisierte das Ministerium: „Welches Zeichen will Seehofers Innenministerium damit setzen? Ein wenig Respekt vor Muslimen, die kein Schweinefleisch essen, wäre angebracht“, schrieb er bei Twitter und brachte eine hitzige Debatte ins Rollen - so hitzig, dass sie mit „Blutwurstgate“ sogar einen eigenen Namen bekommen hat.

CDU-Politiker klagt über verlogene Diskussion

Der kurdischstämmige Hamburger CDU-Politiker Ali Ertan Toprak schrieb ebenfalls via Twitter: „Wer sich über Blutwurst auf der Islamkonferenz aufregt, aber darüber schweigt, dass Menschen wegen ihrer Kritik an Islamismus in Deutschland unter Polizeischutz leben müssen, der ist nicht nur verlogen, sondern lehnt in Wirklichkeit alles ab, was dieses Land ausmacht.“

Mehmet Ünal beschimpft Parteikollegen als „islamophobe Ratte“

Mehmet Ünal beschimpfte ihn daraufhin in einem Tweet als „islamophobe Ratte“.

Die Bremer CDU zog Konsequenzen und schrieb via Twitter. „Die CDU Bremen billigt die Äußerungen von Mehmet Ünal in den Sozialen Medien in keiner Weise und kritisiert diese scharf. Nach mehrmaligen Aufforderungen seine Aussagen zurückzunehmen, wurde ihm nahegelegt aus der Partei auszutreten.“

Nun vermeldete die Partei, dass Ünal in der Tat seinen Parteiaustritt erklärt habe. Auf Kritik an seinem Tweet reagierte Ünal via Twitter: „Die Wortwahl war zugegebenermaßen weder höflich noch diplomatisch. Aber dieser AET hetzt seit Jahren gegen Türken und Muslime und fungiert als Sprachrohr der PKK in der BRD. Ich stehe zu meiner Kritik an seinem politischen Wirken und stelle mich den Diskussionen.“

Innenministerium: Blutwirst war „keine böse Absicht“

Eine Sprecherin des Innenministeriums hatte im Laufe der Debatte erklärt, dass keinesfalls eine böse Absicht hinter der Speisenauswahl gestanden habe. „Wir wollten niemanden provozieren, sollten sich einzelne Personen durch die Auswahl in ihren religiösen Gefühlen gekränkt gesehen haben, bedauern wir das.“

Es habe neben der Blutwurst viele verschiedene weitere Speisen gegeben. Laut Ministerium richteten sich diese nach der „religiös-pluralen Zusammensetzung“ der Konferenz.

Seit 2006 Schweinefleisch bei Islamkonferenz

Seit 2006 wird die Islam-Konferenz abgehalten. Schon zu Beginn seien den Gästen unter anderem auch Schinkenschnittchen serviert worden, hieß es weiter.

 
 

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