Staatsanwaltschaft durchsucht Blackrock - CDU-Kandidat Friedrich Merz ist dort Aufsichtsratschef: Das bedeutet es für ihn

Friedrich Merz ist seit 2016 Aufsichtsratschef bei Blackrock.
Friedrich Merz ist seit 2016 Aufsichtsratschef bei Blackrock.
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
  • Die Staatsanwaltschaft Köln durchsucht Räumlichkeiten des Vermögensverwalters Blackrock
  • Friedrich Merz ist dort Aufsichtsratschef
  • Das bedeuten die Ermitttlungen für den mögliche Nachfolger von Angela Merkel

Köln. Ermittler der Kölner Staatsanwaltschaft haben nach Informationen der "Bild"-Zeitung am Dienstag Räume des Vermögensverwalters Blackrock in München durchsucht. Es gehe um Informationen zu umstrittenen Steuergeschäften ("Cum-Ex"). Ein Blackrock-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Blackrockarbeitet in einer laufenden Untersuchung im Zusammenhang mit "Cum-Ex"-Transaktionen im Zeitraum 2007 bis 2011 uneingeschränkt mit den Ermittlungsbehörden zusammen."

Blackrock: Friedrich Merz ist seit 2016 Aufsichtsratschef

Die Ermittlungen würden somit eine Zeitspanne betreffen, lange bevor der CDU-Politiker Friedrich Merz beim Deutschlandableger des US-Vermögensverwalters Aufsichtsratschef wurde. Merz kandidiert für den CDU-Vorsitz. Er ist erst seit dem Frühjahr 2016 Aufsichtsratschef für den deutschen Ableger von Blackrock. Die Kölner Staatsanwaltschaft wollte den Bericht nicht kommentieren. "Ich sage nichts dazu", sagte ein Sprecher.

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Bei "Cum-Ex"-Geschäften schieben Investoren rund um den Dividendenstichtag Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch zwischen mehreren Beteiligten hin und her. Am Ende ist dem Fiskus nicht mehr klar, wem sie überhaupt gehörten. Die Folge: Finanzämter erstatten Kapitalertragsteuern mehrfach und damit mehr, als sie zuvor kassiert hatten.

Friedrich Merz: Geschäfte sind „vollkommen unmoralisch“

Merz hatte zuletzt Aktien-Geschäfte wie "Cum-Ex" und "Cum-Cum" verurteilt. Derartige Geschäfte seien "vollkommen unmoralisch", unabhängig von der juristischen Bewertung.

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hatte nach dem Rückzug Angela Merkels von der Parteispitze der CDU recht überraschend seine Kandidatur angekündigt.

Merz seit 2002 nicht mehr auf der politischen Bühne

"Ich habe mich nach reiflicher Überlegung und nach zahlreichen Gesprächen entschieden, auf dem Bundesparteitag in Hamburg für den Vorsitz der Christlich Demokratischen Union Deutschlands zu kandidieren", hatte Merz in einer Pressemitteilung Ende Oktober mit.

Merz tritt mit seiner Kandidatur gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an. Seit 2002 war Merz auf der politischen Bühne nahezu nicht mehr aufgetaucht. Damals hatte er die Wahl zum Parteivorsitzenden gegen Angela Merkel deutlich verloren. (dpa/pen)

 
 

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