Bischof fordert von Muslimen: „Steht auf gegen den Wahnsinn“

Der Passauer Bischof Stefan Oster erwartet von Muslimen, dass sie sich klarer als bisher gegen Terror im Namen ihrer Religion wenden.
Der Passauer Bischof Stefan Oster erwartet von Muslimen, dass sie sich klarer als bisher gegen Terror im Namen ihrer Religion wenden.
Das hat es in dieser Form noch nicht gegeben: Ein katholischer Bischof mahnt die Muslime, gegen Terror im Namen des Islam aufzustehen.

Passau. In ungewöhnlich scharfem Ton hat der katholische Passauer Bischof Stefan Oster den Muslimen Versagen vorgeworfen. Oster bezieht sich dabei auf die weltweiten Terroranschläge im Namen des Islam. Laut Oster sei nach Anschlägen wie dem von Nizza kaum eine geschlossene Reaktion der Muslime wahrzunehmen.

„Wann endlich kommt der kollektive, der große gemeinsame Aufschrei aller friedliebenden und wirklich ihrem Gott ergebenen Muslime der Welt, dass sie ihren Glauben nicht länger im Namen von Terroristen missbrauchen lassen wollen?“, schreibt Oster auf seiner Internetseite. Und er fordert: „Steht endlich gemeinsam auf gegen den Wahnsinn!“

Oster gilt als Konservativer unter den Bischöfen

Stefan Oster (51) wird dem konservativen Flügel der Deutschen Bischofskonferenz zugeordnet. Erst kürzlich hatte er in einem Interviewbuch mit dem Titel „Gott ohne Volk?“ den sinkenden Einfluss der katholischen Kirche in Deutschland angeprangert und dafür auch Defizite innerhalb der Amtskirche verantwortlich gemacht.

In dem Beitrag auf seiner Webseite mahnt Oster nun, die religiösen und politischen Führer der islamischen Welt müssten sich zusammentun, um der Welt zu erklären, dass Islam und Terrorismus nicht vereinbar seien. Er vermisse ein ehrliches Bekenntnis zu Frieden und Glaubensfreiheit und fordere ein Ende der Verfolgung von religiösen Minderheiten in muslimisch geprägten Ländern.

„Sind sie so wenig sichtbar, weil sie sich fürchten?“

Statt der Muslime selbst seien es Christen und westliche Demokratien, die darauf hinwiesen, dass es auch einen friedfertigen Islam gebe, der „mit dem grundsätzlichen Respekt vor der Würde jedes Menschen, egal welcher Rasse, Geschlecht, Religion, Hautfarbe, Herkunft, geschlechtlicher Orientierung vereinbar wäre“.

Je weniger Muslime sich aber öffentlich gegen Gewalt im Namen ihrer Religion richteten, desto mehr ließen sie zu, „dass täglich, stündlich der Verdacht weiter befeuert wird, dass der Islam eine Religion ist, die der Welt Angst macht und ihr nicht den Frieden bringt!“, so Oster weiter. Er stellt auch Vermutungen über die Gründe des von ihm wahrgenommenen Zurückhaltung an: „Sind sie deshalb so wenig hörbar und sichtbar, weil sie sich fürchten? Oder weil sie gemeinsam so schlecht organisiert sind? Oder warum auch immer?“.

 
 

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