Bis Freitag heftiger Wind in Sicht

Berlin..  Die Sturmserie in Deutschland reißt nicht ab. Bis Freitag rechnen Meteorologen mit heftigem Wind. An den Küsten und im Bergland seien sogar orkanartige Böen möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag in Offenbach mit. „Elon“ und „Felix“ hatten am Wochenende in Europa zum Teil erhebliche Schäden angerichtet und vielerorts den Bahnverkehr lahmgelegt. Bei Unfällen starben mehrere Menschen.

Allein in Brandenburg erlitten vier Menschen - ein Fußgänger und drei Autoinsassen - durch umstürzende Bäume schwere Verletzungen. In mehreren Bundesländern kamen Fahrzeuge durch Böen von der Straße ab oder kippten einfach um. Besonders schlimm hatte es am Samstag Bahnreisende im Norden und Westen Deutschlands getroffen - viele Hauptrouten waren stundenlang gesperrt. Am Sonntag fuhren die meisten Züge wieder nach Plan.

„Wir hatten Ausnahmezustand“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntag in Berlin. Der Sturm hatte in der Hauptstadt Dächer abgedeckt und zahlreiche Bäume umgerissen. So kam es auch zu zwei S-Bahn-Unfällen.

In vielen Bundesländern flogen schlecht gesicherte Gegenstände durch die Gegend - vom Trampolin bis zur Couch. Die Sturmfluten an der Nordseeküste gingen glimpflich aus. Bayern meldete einige Überschwemmungen bei sehr milden Werten.

Zwei Babys erfroren

Die Temperaturen sollen den Prognosen zufolge in den nächsten Tagen Achterbahn fahren. Am Samstag wurde laut DWD ein bundesweiter Januar-Temperaturrekord gemessen. Im bayerischen Piding nahe der Grenze zu Österreich waren es frühlingshafte 20,5 Grad.

Besonders schlimm traf der Winter den Nahen Osten: Ein Sturm brachte am Samstag neuen Schnee nach Jerusalem. Im südlichen Gazastreifen erfroren nach Medienberichten zwei Babys. Im Libanon starben vier Gastarbeiter aus Bangladesch nach einem Schneesturm. Die Männer hätten in kalten Unterkunft im nordlibanesischen Dunnija geschlafen, meldete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Das eisige Wetter setzt vor allem den mehr als einer Million syrischen Flüchtlingen zu.

Stürme wüteten auch in anderen Ländern: In Polen wurden mindestens zwölf Menschen verletzt. Wie der TV-Sender TVN24 berichtete, waren darunter zwei Feuerwehrleute. Mehr als 200 000 Haushalte waren am Sonntag ohne Strom. Die Stürme rissen auch in Tschechien und der Slowakei Dächer von den Häusern und ließen Bäume auf Straßen und Bahngleise stürzen. In allen drei Ländern wurde vor Hochwasser gewarnt.

Mutprobe endet tödlich

Im britischen Seebad Brighton ging eine Mutprobe in stürmischer See tödlich aus. Die Polizei bestätigte am Sonntag, dass zwei Leichen gefunden wurden. Die Opfer zählten zu einer Gruppe von fünf Briten, die am späten Freitagabend bei stürmischem Wetter an den Strand gegangen waren. Einer von ihnen wurde zur Mutprobe aufgefordert, sich an den Meeresrand zu stellen, und wurde sofort von einer großen Welle erfasst. Ein Freund ertrank beim Rettungsversuch.

EURE FAVORITEN