Bildungssystem steht international gut da

Berlin.  Es fühlt sich immer ein wenig wie Zeugnis-Ausgabe an, wenn die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihren Jahresbericht „Bildung auf einen Blick“ abliefert. Die am Dienstag vorgestellte Studie schreibt Experten und Politikern aber doch eine Reihe wertvoller Erkenntnisse ins Klassenbuch. Deutschland kommt insgesamt gut weg. Ein Überblick.


Vorschulbildung: Deutschland hat hier nach den Vergleichszahlen für über 30 OECD-Länder viele Fortschritte gemacht. Knapp zwei von drei Zweijährigen (59 Prozent) nehmen Angebote der frühkindlichen Bildung wahr – viel mehr als im OECD-Durchschnitt (39 Prozent). Schon bei den Dreijährigen (92 Prozent), erst recht bei den Vier- und Fünfjährigen ist die Teilnahme quasi flächendeckend.


Schulabschluss: Das Bildungsniveau hierzulande ist hoch. 87 Prozent aller 25- bis 34-Jährigen haben mindestens einen weiterführenden Abschluss der Sekundarstufe II. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 83 Prozent. Und: „Deutschland ist eines der wenigen OECD-Länder, in denen über mehrere Generationen hinweg nahezu 90 Prozent der Bevölkerung wenigstens einen Sek-II-Abschluss erworben haben.“


Übergang in den Arbeitsmarkt: Wer die Schule hinter sich hat, rutscht in Deutschland vergleichsweise reibungslos in den Arbeitsmarkt. Das liege auch am „dualen System“ aus betrieblicher Lehre und Berufsschule, hebt der OECD-Bericht hervor. So lag nach den Vergleichsdaten für 2014 die Quote der 20- bis 24-Jährigen, die weder in Arbeit noch in Aus- oder Weiterbildung waren, hierzulande bei niedrigen 10,1 Prozent.


Bildungsabschlüsse: Rund 53 Prozent eines Jahrgangs in Deutschland beginnen derzeit ein Studium oder einen anderen sogenannten tertiären Bildungsgang wie Meister oder Techniker. Der OECD-Schnitt liegt mit 60 Prozent noch ein gutes Stück darüber. Der stellvertretende OECD-Generalsekretär Stefan Kapferer führt dies auch auf die „attraktive Alternative durch eine berufliche Ausbildung“ in Deutschland zurück.


Bildungsausgaben: „Der Punkt, wo die OECD immer noch meckert“, sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Dabei liege Deutschland bei den Bildungsausgaben pro Schüler und Student immer über dem Durchschnitt. Dennoch: Die OECD stellt fest, dass 9,8 Prozent der öffentlichen Ausgaben Deutschlands für Bildung aufgewendet werden – „weniger als der OECD-Durchschnitt von 11,6 Prozent, es entspricht jedoch nahezu dem Durchschnitt der OECD-Länder, die in der EU sind“.

 
 

EURE FAVORITEN