Bildung in NRW - Krafts wichtigstes politisches Projekt droht zu scheitern

Nicht nur Kritik: Verbesserungen gibt es beim bedarfsgerechten Ausbau an U3-Betreuungsplätzen.
Nicht nur Kritik: Verbesserungen gibt es beim bedarfsgerechten Ausbau an U3-Betreuungsplätzen.
Foto: dpa
Gut vier Jahre nach Amtsantritt der rot-grünen Koalition in NRW ist das Motto der Regierungschefin, „Kein Kind zurücklassen“, nahezu erfolglos.

Düsseldorf.. Die angekündigte Politik der Prävention mit Investitionen ins Bildungssystem statt Nachsorge wird in der Realität nicht eingehalten“, kritisierte die GEW-Vorsitzende Dorothea Schäfer.

Der von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) herausgestellte Ansatz, früh in Bildungskarrieren zu investieren, um soziale Folgekosten zu sparen, sei „in den Mühen der Ebene stecken geblieben“, so Schäfer. Der politische Wille erschöpfe sich in Aufgaben, die wie beim Kita-Ausbau oder der Regelbeschulung von behinderten Kindern (Inklusion) ohnehin durch gesetzliche Vorgaben festgezurrt seien.

Landes-DGB-Chef Andreas Meyer-Lauber kritisierte, im Bildungssystem von NRW gebe es weiterhin eine soziale Schieflage.

„Keinen Zentimeter vorangekommen“

So zeige eine Langzeitstudie der Bochumer Schulforscherin Gabriele Bellenberg, dass die Zahl der Sitzenbleiber an Hauptschulen sogar auf 5,1 Prozent gestiegen sei. Über alle Schulformen liege die Sitzenbleiber-Quote bei 2,4 Prozent. Noch immer verließen 5,9 Prozent der Jugendlichen die Sekundarstufe I ohne Schulabschluss. In vielen Länder-Vergleichstudien findet sich NRW auf den hinteren Plätzen - das reicht von den Bildungs-Ausgaben bis hin zu den -erfolgen. Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt habe sich zudem weiter verschlechtert. Im „Ausbildungskonsens“ der Landesregierung sei man „vier Jahre keinen Zentimeter vorangekommen“, sagte Meyer-Lauber.

Den Gewerkschaften zufolge bleibt der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen in NRW wie zementiert. Verbesserungen gebe es allerdings beim bedarfsgerechten Ausbau an U3-Betreuungsplätzen und der gestiegenen Zahl an Schülern (80 Prozent), die mindestens einen mittleren Abschluss erreichen.

Insgesamt müsse die Landesregierung ihre Anstrengungen verstärken, um den eigenen Anspruch „Kein Kind zurücklassen“ umzusetzen, forderte die GEW-Vorsitzende Schäfer.

 
 

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