„Bild“ schickt Wulff die Mailbox-Abschrift

Bundespräsident Christian Wulff bekam am Freitag erneut Post von der Bild-Zeitung. Foto: Sean Gallup/Getty Images
Bundespräsident Christian Wulff bekam am Freitag erneut Post von der Bild-Zeitung. Foto: Sean Gallup/Getty Images
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Die Bild-Zeitung legt in ihrer Auseinandersetzung mit Bundespräsident Wulff nach. Am Freitag schickte sie ihm die Abschrift seiner umstrittenen Mailbox-Nachricht zu, gespickt mit einer neuen Spitze.

Berlin. Die „Bild“-Zeitung will den Wortlaut der umstrittenen Nachricht von Bundespräsident Christian Wulff auf der Mailbox von Chefredakteur Kai Diekmann auch weiterhin nicht veröffentlichen. Trotz zahlreicher Forderungen habe die Chefredaktion ihre Entscheidung bekräftigt, eine Veröffentlichung nicht gegen den Willen des Bundespräsidenten vorzunehmen, teilte der Axel-Springer-Verlag am Freitag in Berlin mit.

Zudem habe die Chefredaktion dem Bundespräsidenten eine Abschrift des Wortlauts seines Anrufes zur Verfügung gestellt, „damit er sich bei Aussagen darüber nicht nur auf seine Erinnerung stützen muss“, wie es weiter hieß. Wulff hatte sich am Donnerstag in seinem Brief an die Bild-Chefredaktion entsprechend geäußert.

Gabriel fordert Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht

SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte unterdessen in einem Bild-Interview Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, Wulff zur Veröffentlichung der umstrittenen Mailbox-Nachricht vom Handy des „Bild“-Chefredakteurs zu drängen. „Der Bundespräsident muss alles offenlegen, auch den Wortlaut seiner Nachricht“, sagte Gabriel der „Bild“-Zeitung. Sonst könne die Öffentlichkeit nicht entscheiden, ob er die Wahrheit gesagt habe oder nicht.

Bislang habe Wulff lediglich Transparenz versprochen, aber nicht geliefert. „Wenn er das nicht von alleine versteht, muss ihm das jemand raten. Und das kann nach Lage der Dinge nur die Bundeskanzlerin. Sie hat ihn ins Amt geholt, sie muss das jetzt auch klären“, sagte Gabriel. (dapd)

 
 

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