Bild 1.xml

Eine Lasershow war Schluss- und Höhepunkt der Extraschicht im Bergbaumuseum.
Eine Lasershow war Schluss- und Höhepunkt der Extraschicht im Bergbaumuseum.
Foto: FUNKE Foto Services
Fünf spannende Spielorte und ein launiger „Comedy-Express“: Die Extraschicht hat in Bochum auch in diesem Jahr Glanzlichter gesetzt.

Bochum..  Eine Nacht zum Erinnern. Mal mit lauten Klängen. Mal mit leiseren Tönen. Immer stimmungsvoll. Trotz des wenig sommerlichen Wetters überall gut frequentiert: Mehrere Zehntausend Besucher strömten am Samstagabend zu den fünf Bochumer Spielorten der Extraschicht. Extrem entspannte Besucher wohlgemerkt, die auch schon mal klaglos Schlange standen.

So wie im Bergbaumuseum, wo es bei den Turmfahrten Wartezeiten von bis zu 30 Minuten gab. Dafür entschädigte ein exzellentes, einmal mehr von Mummenschanz-Macher Michael Retter organisiertes Kulturprogramm. Die Varieté-Vorführungen waren derart gefragt, dass der Zugang von den Museumshallen zum Innenhof zeitweise gesperrt werden musste. Gleichfalls proppenvoll war’s unterm Förderturm bei der Jim-Rockford-Band, die mit Funk und Soul der Extraklasse ein fulminantes Gastspiel feierte. Schluss- und Höhepunkt war um kurz nach 1 Uhr eine 15-minütige Lasershow (Foto), die den Vorplatz vor dem Museum füllte und den nächtlichen Himmel über der Innenstadt erleuchtete.

Musikalische Glanzlichter setzte die Extraschicht mit den Darbietungen von Nachwuchsmusikern des Klavierfestivals Ruhr. Angetan, mitunter entrückt lauschten die Besucher in der Jahrhunderthalle den klassischen Werken der hoch talentierten Jugendlichen. Typisch Extraschicht: Während die Klavier-Virtuosen u.a. Brahms intonierten, legte DJ „Gärtner der Lüste“ aktuelle Club- und Chartshits auf: anfangs per Kopfhörer bei einer „Silent Disco“, später mit aufgedrehten Reglern.

Ganz entspannt im Hier und Jetzt ging es in der Haupthalle der Jahrhunderthalle zu. Regen Gebrauch machten die Besucher (und wahrlich nicht nur die Kinder) von den Schaukeln, die hoch oben am Dach angebracht waren. Gleichfalls dauerbesetzt waren die herrlich bequemen Kissen-Landschaften (neudeutsch: Chill-out-Areas). Im Obergeschoss ergriffen Science-Slammer das Wort. Einer Zeitreise glich ein Gang in die Katakomben der Industriekathedrale, wo kundige Führer bereitstanden.

Mit tollen Kostümen überraschten Steampunks die Besucher der Zeche Hannover. In Zelten auf der feuchten Wiese gab es einen Einblick in diese Subkultur mit Retro-Look und technischen Finessen von gestern und heute. Im Innern erklärten Experten Funktion und Bedeutung der großen Dampffördermaschine und des Malakow-Zechenturms. Die fahrbare und feuerspeiende Nautilus-One-Man-Band unterhielt Zuschauer, die sich am einzigen Imbissstand lange Wartezeiten gönnten.

Traditionell hat die Extraschicht im Eisenbahnmuseum Dahlhausen zwei Protagonisten: die außergewöhnlichen Exponate des Museums und die Theodor-Körner-Schule, die alljährlich das Programm gestaltet. Für die 16. Auflage der Kulturnacht hatten die Gymnasiasten die Theaterstücke „Deadline“ (nach einem Roman von Henning Mankell) sowie „Mensch“ (eine sehr freie Interpretation von Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“) einstudiert. Für Musik sorgten neben zwei Bands der Oberstufen-Chor (Foto). Die Besucher konnten zudem die Sammlung des Eisenbahnmuseums besichtigen und Draisinen-Fahrten unternehmen. Der Lokschuppen verwandelte sich in eine Galerie und bot exklusiv zur Extraschicht einer Kunstausstellung Raum.

Der Fiege-Brauhof zählt zu den angestammten Spielorten der Extraschicht. Neben Gerstensaft und Gaumenfreuden gab’s diesmal Malerei mit Marc Westermann und auf einer kleinen Bühne exzellente Rockmusik mit Theo Spanke und Fred Ape.

Gut lachen hatten die Extraschicht-Pendler. Auf der Campuslinie gaben sich Poetry-Slammer ein Stelldichein. Im Hauptbahnhof gingen die Besucher zum Lachen in den Keller: Die Comedians Helmut Sanftenschneider (l.), Lisa Feller (r.). Knacki Deuser und Johannes Flöck traten vor gut gelaunten Fahrgästen auf der Verteilerebene auf

Fotostrecke auf www.waz.de/bochum

 
 

EURE FAVORITEN