Besatzungen sitzen an Land: Alle deutschen U-Boote kaputt

Deutsche Marine-Soldaten vor dem U-Boot U31 des Typs 212A. U31 ist Spitzenreiter in Sachen Ausfall. Seit 2014 ist es nicht fahrtüchtig.
Deutsche Marine-Soldaten vor dem U-Boot U31 des Typs 212A. U31 ist Spitzenreiter in Sachen Ausfall. Seit 2014 ist es nicht fahrtüchtig.
Foto: Fabrizio Bensch / REUTERS
  • Die deutsche Marine macht unfreiwillig Ferien
  • Keines der sechs U-Boote soll fahrtüchtig sein
  • Wäre also gut, wenn der Ernstfall nicht gerade jetzt eintritt

Berlin.  Sturmgewehre, die schlecht treffen, löchrige Hubschrauber, fehlende Ersatzteile: Immer wieder fällt die Bundeswehr durch mangelhafte Ausstattung auf. Die Pannenserie setzt sich fort. Wie der „Stern“ berichtet, ist derzeit die komplette U-Boot-Flotte lahmgelegt. Keines der sechs U-Boote vom Typ 212A sei einsatzbereit, Reparaturen liefen nur schleppend. In diesem Monat soll nun eines von ihnen wieder fahrtüchtig werden – nach mehr als drei Jahren.

Bundeswehr hat Ersatzteillager eingespart

Laut NDR dauern Reparaturen deshalb so lange, weil sich die Bundeswehr kein eigenes Materialdepot mit Ersatzteilen mehr leistet. Das Lager in Nordfriesland war nach dem Kalten Krieg aus Kostengründen abgeschafft worden.

Die Marine verließ sich darauf, dass die Industrie schon rechtzeitig Ersatzteile bereitstellen würde. Doch da diese nicht mehr direkt bei der ursprünglichen Produktion mithergestellt werden, müssen sie neu produziert werden. Das kostet Zeit. Die Besatzungen verbringen ihre Zeit derweil bei Routinearbeiten im Hafen oder auf der Werft oder in der Kaserne. Das ist kurios, weil die Bundeswehr bei einer aktuellen Nachwuchswerbung eine U-Boot-Kommandantin zeigt.

Es fehlt aber nicht nur an U-Booten

Die aktuelle Lage sei „für die Marine eine Katastrophe“, sagte der Wehrbeauftragte des Bundestages Hans-Peter Bartels dem NDR. „U-Boote sind eine ihrer Fähigkeiten. Da jetzt über Monate keines einsatzklar zu haben, ist, glaube ich, erstmalig in der Geschichte so.“

Andererseits: Selbst wenn alle sechs Boote jetzt einsatzbereit wären, brächte das die Marine nicht weiter. Denn dem Bericht zufolge gibt es nur drei volle Besatzungen. Der Rest werde noch ausgebildet.

(cho)

 

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