Islamisten bedrohen Bundespolizisten wegen Abschiebungen

Ein Bundespolizist soll von zwei Islamisten in Mönchengladbach bedroht worden sein.
Ein Bundespolizist soll von zwei Islamisten in Mönchengladbach bedroht worden sein.
Foto: Peter Hartenfelser / imago/Hartenfelser
„Lass es sein, unsere Brüder nach Hause zu fliegen“: Mit diesen Worten sollen Islamisten einen Bundespolizisten angefeindet haben.

Mönchengladbach.  Zwei Islamisten sollen in Mönchengladbach einen Bundespolizisten bedroht haben, der regelmäßig an Abschiebeflüge beteiligt gewesen ist. Das geht aus einem vertraulichen Dokument hervor, über das zuerst die „Bild“ berichtete.

Laut dem Papier („VS – Nur für den Dienstgebrauch“) hielten zwei Männer mit einer Mercedes Benz S-Klasse am vergangenen Freitagabend vor dem Haus des Beamten. „Ihrem Erscheinungsbild nach (waren sie) dem islamistischen Spektrum zuzuordnen“, heißt es in dem Dokument weiter.

Polizist flüchtete in Wohnung

Die beiden Männer sollen den Beamten daraufhin sinngemäß mit den Worten bedroht haben: „Lass es sein, unsere Brüder nach Hause zu fliegen“. Der Bedrohte flüchtete dann in seine Wohnung, die Männer („Vollbart bis zum Brustbein“, „Pluderhosen“, „lange Hemden“) folgten ihm – bis der Hund des Beamten die beiden bellend in die Flucht schlug.

In dem Fall ermittelt laut Bericht nun auch der Staatsschutz. Außerdem seien die Bundespolizeidirektionen nach dem Vorfall schriftlich informiert worden, für eine „Sensibilisierung von Rückführungsbeamten“ zu sorgen.

Bundespolizei bestätigt den Vorfall

Noch zwei Tage vor dem Vorfall in Mönchengladbach hatte der bedrohte Beamte laut „Bild“-Bericht ausreisepflichtige Afghanen von Düsseldorf aus nach Kabul begleitet – darunter überwiegend Straftäter und Gefährder.

Auf eine Anfrage unserer Redaktion will sich die Bundespolizei nicht zu dem internen Dokument äußern, bestätigt aber, dass ein Bundespolizist von zwei Personen bedroht wurde.

Schwierigkeiten mit Personal

Die Bundespolizei hat ohnehin schon Schwierigkeiten, ausreichend Personal zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber zu bekommen, wie der „Spiegel“ berichtet. Insbesondere für Rückführungen nach Afghanistan fehlen oft Beamte. Die Aufgabe sei für die Bundespolizisten psychisch und körperlich belastend. In Kabul müssten die Beamten nach dem Flug die Maschine bis zum Rückflug bewachen.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei unserer Redaktion mitteilte, seien aktuell rund 1000 Beamte für den Einsatz als „Flugbegleiter Luft“ für Abschiebungen qualifiert – etwas über 800 von ihnen seien auch einsatzbereit. Die Bundespolizei weist jedoch auf die ungleiche Arbeitsverteilung zwischen Bundesländern und dem Bund hin – schließlich sind für Abschiebungen die Länder zuständig. Während zwischen Januar und November 2017 etwa 7400 Einsatzkräfte des Bundes an Abschiebungen auf dem Luftweg begleitet hätten, waren es nur 39 Kräfte des Bundesländer im selben Zeitraum. (les)

 

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