Horst Seehofer tritt als CSU-Vorsitzender zurück – einen Spruch kann er sich am Ende nicht verkneifen

Abschied nach zehn Jahren: Horst Seehofer ist kein CSU-Vorsitzender mehr.
Abschied nach zehn Jahren: Horst Seehofer ist kein CSU-Vorsitzender mehr.
Foto: dpa

München. Über zehn Jahre war Horst Seehofer CSU-Vorsitzender. Am Samstag gab er sein Amt offiziell ab. Markus Söder wurde beim CSU-Parteitag zu seinem Nachfolger gewählt. Seehofer hatte bei seinem Abschied eine klare Botschaft an die Partei.

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Horst Seehofer bezieht Stellung zu Machtkämpfen

Der 69-Jährige machte bei seiner Abschiedsrede als Vorsitzender auch eine Bemerkung zu den internen Machtkämpfen zu seinen Lasten in den vergangenen Jahren. „Ich bin froh darüber, dass ich vieles hingenommen habe, geschluckt habe, nie darüber geredet habe“, sagte Seehofer. Seit der Bundestagswahl 2017 habe es „einige Misshelligkeiten“ gegeben.

Nach der Pleite bei der Bundestagswahl 2017 hatte die CSU Seehofer zunächst aus dem Amt des Ministerpräsidenten gedrängt. Und nach dem Verlust der absoluten Mehrheit bei der Landtagswahl im Herbst 2018 musste er auf Druck der Partei auch den Vorsitz abgeben.

„Ich habe darauf nie in der Breite oder gar in der Tiefe reagiert“, sagte Seehofer. Und er habe dies auch in der Zukunft nicht vor. „Denn wenn man so lange in der Partei tätig ist wie ich, ist einem die Partei ans Herz gewachsen.“

Mahnung an die Partei

Seinen Parteigenossen rät der scheidende Parteivorsitzende: „Verachtet mir die kleinen Leute nicht. Das ist mein einziger Wunsch für die Zukunft.”

Die 852 Delegierten dankten Seehofer stehend mit dreieinhalb Minuten Applaus für seine Arbeit an der CSU-Spitze seit Oktober 2008. Die Delegierten wählten den 69-Jährigen bei sehr wenigen Gegenstimmen zum dritten Ehrenvorsitzenden der Partei nach Theo Waigel und Edmund Stobier.

Söder will ein neues Kapitel

Nachfolger Söder betonte in seiner Rede die neue Einigkeit der Schwesterparteien CDU und CSU: „Wir müssen ein neues Kapitel der Zusammenarbeit aufschlagen.“ Zwar sei die CSU kein Landesverband der CDU. Aber die Christsozialen wollten „Profil mit Stil“: Die Union solle wieder mehr miteinander statt gegeneinander arbeiten, das Gemeinsame statt das Trennende betonen.

Angesichts der spalterischen Tendenzen in Europa und von AfD-Rufen nach einem Austritt Deutschlands aus der EU kündigte Söder zudem den vollen Einsatz seiner Partei für die europäische Idee an. Es drohe ein „Rückfall in urnationalistische Zeiten“, warnte er. (dpa/jg)

 
 

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