Bank of America stoppt Geldfluss an Wikileaks

DerWesten

Washington. Jezt hat auch die Bank of America der Internet-Plattform Wikileaks den Geldhahn zugedreht. Das Kreditinstitut führe keine Überweisungen zugunsten Wikileaks mehr aus, teilte die Bank mit. Assange fühlt sich an die McCarthy-Area erinnert.

Bank of America friert Überweisungen an Wikileaks ein - Assange kritisiert Blockade des Geldflusses FOTO Washington, 18. Dezember (AFP) - Mit der Bank of America hat eine der größten US-Banken den Geldfluss an die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks gestoppt. Das Kreditinstitut führe keine Überweisungen zugunsten Wikileaks mehr aus, teilte die Bank of America am Samstag mit. Anfang Dezember hatten bereits die Kreditkartenunternehmen Visa Europe und Mastercard sowie das Online-Bezahlsystem Paypal sämtliche Zahlungen an Wikileaks auf Eis legten. Wikileaks-Chef Julian Assange hatte vor kurzem in einem Interview mit der Zeitschrift „Forbes“ für Anfang nächsten Jahres weitere Enthüllungen angekündigt, bei denen es um eine US-Großbank gehen werde.

„Neue Form de McCarthyismus“

Das Vorgehen der Bank of America kritisierte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP als „neue Form des „McCarthyismus“ in den USA. Der 1957 gestorbene US-Republikaner Joseph McCarthy führte in den 1950er Jahren einen unerbittlichen Feldzug gegen eine angebliche Unterwanderung von Staatsämtern durch Kommunisten und deren Anhänger. Seine Organisation solle um die Geldmittel gebracht werden, die sie zum Überleben brauche, sagte Assange in der ostenglischen Kleinstadt Beccles. Auch er sei auf die an Wikileaks überwiesenen Zahlungen angewiesen, damit seine Anwälte ihn vor einer Auslieferung in die USA oder nach Schweden schützen könnten.

Assanges Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks hatte Ende November mit der Veröffentlichung von 250.000 geheimen Dokumenten der US-Diplomatie begonnen und damit helle Empörung in Washington ausgelöst. Assange vermutet daher, dass die gegen ihn gerichteten schwedischen Ermittlungen wegen Vergewaltigungs- und Missbrauchsvorwürfen politisch motiviert sind. Die USA suchen offenbar nach Wegen, den Wikileaks-Gründer wegen Geheimnisverrats vor Gericht zu stellen. (afp)