Ban fordert in Syrien-Krise mehr Druck durch den Menschenrechtsrat

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert in der Syrien-Krise ein stärkeres Eingreifen des Menschenrechtsrats. Ban sagte zur Eröffnung der vierwöchigen Sitzungsperiode des Rats am Montag in Genf, der Druck auf alle Großmächte müsse gehalten werden, damit der Bürgerkrieg und die Menschenrechtsverletzungen in Syrien gestoppt würden.

Beirut (dapd). UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert in der Syrien-Krise ein stärkeres Eingreifen des Menschenrechtsrats. Ban sagte zur Eröffnung der vierwöchigen Sitzungsperiode des Rats am Montag in Genf, der Druck auf alle Großmächte müsse gehalten werden, damit der Bürgerkrieg und die Menschenrechtsverletzungen in Syrien gestoppt würden. Er mahnte alle Staaten, sich hinter die Bemühungen des Sondergesandten für Syrien zu stellen.

Er sei tief beunruhigt über die Luftangriffe auf Zivilisten und die offenkundige Entscheidung beider Seiten, eine Lösung durch Gewalt statt durch Dialog anzustreben, sagte Ban. Der UN-Menschenrechtsrat sollte in dieser Lage unabhängig vom Weltsicherheitsrat Druck ausüben, erklärte der UN-Generalsekretär.

In Syrien verdichten sich unterdessen die Hinweise auf eine wachsende Rolle islamistischer Gruppen in dem eskalierenden Bürgerkrieg. Am Sonntag drohte ein jordanischer Extremistenführer Präsident Baschar Assad mit "tödlichen Anschlägen".

Islamisten unter Verdacht

Bei einem Anschlag in der nordsyrischen Stadt Aleppo kamen nach Berichten der staatlichen Medien mindestens 30 Menschen ums Leben. Aktivisten und Staatsmedien machten allerdings unterschiedliche Angaben zur die Identität der Opfer. Der Gouverneur von Aleppo, Mohammed Wahid Akkad, sagte laut SANA, alle Toten seien Zivilisten gewesen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte hingegen mit, dass sich unter den Opfern Mitglieder der Streitkräfte befänden und es unklar sei, ob auch Zivilisten getötet worden seien.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Allerdings kommt es in Syrien immer häufiger zu Anschlägen, die der Vorgehensweise der Al-Kaida entsprechen. Westliche Beobachter haben wenig Zweifel daran, dass militante Islamisten die instabile Lage nutzen und vermehrt in das Land einsickern. Die stärkste bewaffnete Gruppe im Kampf gegen Assad ist allerdings weiterhin die Freie Syrische Armee, die sich größtenteils aus Deserteuren der Streitkräfte rekrutiert.

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dapd