Bachelor: Zweifel an Absolventen

An Rhein und Ruhr..  In acht Jahren zum Abitur, drei Jahre zur Uni bis zum Bachelor-Abschluss. In der Wirtschaft wächst die Kritik an der Turbo-Ausbildung junger Menschen. 2000 Unternehmen befragte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nach der Praxistauglichkeit von Bachelor-Absolventen, die nicht selten bereits mit Anfang 20 ins Berufsleben starten. Danach gaben nur noch 47 Prozent der Unternehmen an, dass die Berufsteinsteiger mit diesem Abschluss ihre Erwartungen erfüllen. 2007 waren es noch 67 Prozent. Besonders kleine Unternehmen seien von den Fähigkeiten der Absolventen enttäuscht. Der Bachelor wurde 1999 mit der Bologna-Reform eingeführt und gilt als erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss. In der Regel dauert ein Bachelor-Studium maximal acht Semester.

Zweifel am Praxisbezug der Bachelor-Studiengänge äußerte Franz Roggemann aus der Geschäftsführung der IHK Essen: „Viele Studierende lernen in den Hochschulen nicht, das Gelernte anzuwenden“, sagte Roggemann. DIHK-Präsident Eric Schweitzer forderte politische Konsequenzen aus der Umfrage: „Wir leiden an einer Überakademisierung. Das führt dazu, dass viele studieren, die eigentlich in einer Berufsausbildung besser aufgehoben wären“, sagte er der „Welt“.

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