Autos verlieren Kultstatus: Junge Leute steigen um

Der Anteil der Fahrradfahrer am Straßenverkehr hat sich laut Verkehrsministerium erhöht.
Der Anteil der Fahrradfahrer am Straßenverkehr hat sich laut Verkehrsministerium erhöht.
Foto: WAZ FotoPool
Studien aus dem Hause BMW und des Bundesverkehrsministeriums zeigen: Fahrrad, Bus, Bahn und das Internet ersetzen langsam den Pkw.

Essen..  Das Auto bleibt immer häufiger in der Garage. Bus, Bahn und Fahrrad legen dagegen in der Beliebtheit zu. Neue Daten des Bundesverkehrsministeriums zeigen eine Trendwende im Verhalten der Verkehrs-Nutzer.

Ein Bericht des Instituts für Mobilitätsforschung (ifmo) der BMW-Group stellt zudem fest: Vor allem für junge Männer verliert der eigene Wagen seinen Wert als Statussymbol. Er ist nicht mehr so Kult wie noch vor zehn oder 20 Jahren. Ähnliches ermittelte Allensbach: Nur noch 27 Prozent der Männer haben heute am Thema Auto „besonderes Interesse“.

Geld für Sprit fehlt

Gerade junge Männer, auch das zeigt die ifmo-Studie, schauen „pragmatisch“ auf Kosten und Nutzen – und legen Wege auch gerne als Mitfahrer zurück: „Die klassische Rollenverteilung beim Autofahren – Mann fährt, Frau fährt mit – ist bei jungen Erwachsenen so gut wie verschwunden.“

Parallel sinke „die Bedeutung des Autos als Mittel für soziale Teilhabe“ und werde unter anderem durch das Internet ersetzt. „Die soziale Teilhabe verlagert sich in virtuelle Räume“, heißt es. Allerdings verzichten viele junge Männer auch auf ein Auto, weil bei den steigenden Benzinpreisen Geld fehlt.

Trendwende

Ifmo hat für die Zeiträume 1998 bis 2000 und 2006 bis 2008 besonders das Verhalten junger Verkehrsteilnehmer verglichen. Ende der 90er-Jahre legten sie 58 Prozent der Fahrten mit dem Pkw zurück. Jetzt waren es nur noch 50 Prozent. Die Autonutzung nahm im Schnitt von 280 Kilometer pro Woche auf 220 Kilometer ab.

Davon profitiert vor allem das Fahrrad. Sechs Prozent fuhren damit im Jahr 2000. Heute sind es neun Prozent. Auf der Fahrt zur Ausbildung fällt der Siegeszug des Rades noch klarer aus mit einem Anstieg von 10 auf 16 Prozent. Von sieben auf zehn Prozent stieg binnen acht Jahren die Nutzung von Bus und Bahn durch junge Leute. Ifmo: „Deutschland ist neben Großbritannien das Land, in dem sich die deutlichste Trendwende im Mobilitätsverhalten junger Erwachsener vollzieht.“

Bus und Bahn gewinnen

Schleichend verschieben sich die Nutzer-Anteile: Öffentliche Verkehrsmittel haben in zehn Jahren das Beförderungsaufkommen von 15,1 auf 17,3 Prozent erhöht. Der Pkw-Verkehr verlor Anteile – von 84,9 auf jetzt 82,7 Prozent.

 
 

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