Auch in der Kommunalpolitik mangelt es an Frauen an der Spitze

Männersache: Die Duisburger Stadtspitze mit Oberbürgermeister Sören Link (li.).
Männersache: Die Duisburger Stadtspitze mit Oberbürgermeister Sören Link (li.).
Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
Seit langem fordern Bürgerrechtler eine gesetzliche Frauenquote. Eine Studie der Fern-Uni Hagen belegt nun: Nicht nur in der Wirtschaft, auch in der Politik sind weibliche Führungskräfte eine Seltenheit. In den deutschen Großstädten bekleiden überwiegend Männer die Spitzenämter. Vor allem die Metropolen an Rhein und Ruhr sind großteils in Männerhand.

Hagen.. Die Diskussion um eine Frauenquote in der Politik erhält neue Nahrung. Wissenschaftler der Fern-Uni Hagen haben im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung untersucht, wie viele Frauen Führungspositionen in deutschen Großstädten bekleiden. Ergebnis: Frauen sind auch in diesem Bereich deutlich unterrepräsentiert.

Die Resultate sind besonders für die NRW-Städte ernüchternd. Am Besten schneidet Köln ab, das im Gesamtvergleich auf Platz neun von 79 liegt. Die Politikwissenschaftler Lars Holtkamp und Elke Wiechmann orientierten sich daran, wie viele Frauen Ratsmandate, Ausschuss- und Fraktionsvorsitze, Dezernatsleitungen sowie Oberbürgermeisterämter bekleiden.

Auch die stolze Landeshauptstadt liegt nur im Mittelfeld

Dortmund, wo Politikerinnen knapp 40 Prozent der Ratsmandate haben, belegt Rang 19, Essen (rund 29 Prozent) Platz 47. Die südwestfälischen Großstädte Hagen und Iserlohn liegen mit den Positionen 67 beziehungsweise 69 weit hinten.

Selbst Düsseldorf, immerhin Landeshauptstadt, liegt nur im Mittelfeld (Platz 36). Den vorletzten Platz nimmt Duisburg ein.

Schlusslicht ist Magdeburg. Dort sind beinahe alle Spitzenämter mit Männern besetzt. Kurios: Sogar der Vorsitzende des Ausschusses für Familie und Gleichstellung ist ein Mann – genauso wie sein Stellvertreter.

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