Attentäter von Ansbach klagte über Schläge in Bulgarien

Spurensuche am Tatort in Ansbach. Die Suche nach dem Hintergrund des Attentäters führt nun nach Bulgarien. Der 27-jährige Syrer hatte berichtet, er sei dort in der Haft misshandelt worden.
Spurensuche am Tatort in Ansbach. Die Suche nach dem Hintergrund des Attentäters führt nun nach Bulgarien. Der 27-jährige Syrer hatte berichtet, er sei dort in der Haft misshandelt worden.
Foto: dpa
Seine Auslieferung nach Bulgarien stand an. Doch dorthin wollte der Attentäter von Ansbach nicht. Er klagte über Gewalt in der Haft.

Ansbach.. Der mutmaßlich islamistische Bombenattentäter von Ansbach hat vor seiner Tat über Misshandlungen in einem Gefängnis in Bulgarien geklagt. Daher habe er nicht in das Land zurückgehen wollen, das ihm 2013 einen Schutzstatus gewährt hatte und in das er von Deutschland aus abgeschoben werden sollte. Das geht aus einem Schreiben des Syrers hervor, das der Nürnberger Bundestagsabgeordnete Harald Weinberg (Linke) am Dienstag öffentlich machte. Weinberg hatte das Schreiben von Flüchtlingshelfern in Ansbach bekommen.

Der 27-Jährige, der bei dem Bombenattentat in Ansbach in der Nähe eines Musikkonzerts am Sonntagabend getötet wurde, berichtet darin, er sei von der Polizei in Bulgarien geschlagen worden, weil er seine Fingerabdrücke nicht habe abgeben wollen. Zudem habe die dortige Polizei ihn zwei Monate lang in einer Einzelzelle festgehalten. Eine medizinische Behandlung habe er nicht erhalten. Der Mann berichtete von einem Raketenangriff auf sein Haus im syrischen Aleppo, bei dem er verletzt worden sei: „Einige Metallsplitter befanden sich in meinen Armen und Beinen.“ Seine Frau und sein Kind seien bei dem Angriff ums Leben gekommen.

Über die Türkei, Serbien und Österreich nach Deutschland

Laut dem Schreiben kam er am 16. Juli 2013 über die türkische Grenze nach Bulgarien und setzte danach seinen Weg durch Serbien fort. Dort sei er von Polizisten gestoppt und nach Bulgarien zurückgebracht worden. Nach dem Gefängnisaufenthalt sei er in einem Flüchtlingscamp in Sophia gewesen. Eine Hilfsorganisation habe ihn zum Arzt geschickt und dieser ins Krankenhaus. Eine Operation sei in Bulgarien jedoch nicht möglich gewesen. Daher sei er mit dem Flugzeug nach Österreich gereist.

Nach seiner Festnahme sei er dort ins Krankenhaus gekommen, wo er operiert worden sei. „Jedoch wollten mich die Behörden noch vor Beendigung aller Operationen wieder nach Bulgarien abschieben. Deswegen sah ich mich auch gezwungen, Österreich zu verlassen. Und suche nun in Deutschland Schutz“, schrieb der Mann.

 
 

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