Atomverhandlungen mit Iran in Genf gehen weiter - einen Tag

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr.
Das iranische Atomkraftwerk Buschehr.
Foto: dpa (Archiv)
Das umstrittene iranische Atomprogramm ist an diesem Montag Thema in Genf. Vertreter des Iran und der fünf UN-Vetomächte nehmen ihre Verhandlungen wieder auf - allerdings nur für einen Tag.

Genf. Die Atomverhandlungen des Irans mit den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland werden an diesem Montag auf Expertenebene in Genf fortgesetzt. Wegen der Neujahrsferien dauert diese Runde der Gespräche nur einen Tag. Sie würden jedoch noch im Januar wieder aufgenommen, sagte der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr.

Laut Araghchi befassen sich die Experten beider Seiten erneut mit der Umsetzung des im vergangenen Monat in Genf ausgehandelten Übergangsabkommens. Das sieht vor, dass Teheran in den nächsten sechs Monaten Teile des Atomprogramms einfriert. Im Gegenzug sollen einige Sanktionen gegen den Iran gelockert werden.

Der iranische Vizeminister rechnet bis Ende Januar auf erste Ergebnisse und erwartet danach stufenweise die Umsetzung des Abkommens bis Mitte 20014. Bis dahin könnte es laut Araghchi auch zu Verhandlungen auf höherer Ebene kommen, im Endstatus sogar mit erneuter Teilnahme der Außenminister beider Seiten.

Iran installiert 1000 neue Zentrifugen

Vor dem Hintergrund von Sanktionsdrohungen aus den USA hat der Iran 1000 neue Zentrifugen zur Urananreicherung installiert. Wegen der laufenden Atomverhandlungen würden die Gerätschaften jedoch zunächst nicht genutzt, sagte der iranische Atomchef Ali-Akbar Salehi am Sonntag nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA. Der Iran hatte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA über die Entwicklung einer neuen Generation von Zentrifugen informiert, die in den Anreicherungsanlagen Natans und Fordo eingesetzt werden sollen.

Das politische Ringen um eine Lösung des Atomstreits scheint davon aber nicht bedroht. So macht die politische Elite in Teheran weiter Druck. "Die Verhandlungen sollten auf jeden Fall fortgesetzt werden, und unsere Unterhändler haben die volle Unterstützung, alle Probleme auszuräumen", sagte Ali Akbar Welajati, der außenpolitische Berater von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei. Laut Welajati könnten auch Gespräche mit jeder Vetomacht einzeln, einschließlich den USA, nützlich für den Erfolg der Verhandlungen sein.

Iran soll Teile seines Atom-Programms "einfrieren"

Der Westen verdächtigt das islamische Land, Atomwaffen erlangen zu wollen. Teheran sagt, sein Atomprogramm diene friedlichen Zwecken. Im November hatten die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschland mit dem Iran vereinbart, dass Teheran in den nächsten sechs Monaten Teile des Programms einfriert. Dafür sollten Sanktionen gelockert werden.

Die deutsche Außenpolitik tut sich nach Darstellung des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" weiter schwer mit einer Annäherung an Teheran. Während einige europäische Länder sich der neuen iranischen Regierung gegenüber öffneten, sei ein baldiges Treffen mit Präsident Hassan Ruhani in Berlin nicht geplant. Dies gelte als verfrüht, zitiert der "Spiegel" Regierungskreise. Bislang habe der Iran außer Ankündigungen nichts geliefert, verlautete demnach aus dem Umfeld der Regierung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wolle auch die israelische Regierung beruhigen, die der diplomatischen Offensive des Irans äußerst kritisch gegenübersteht. (dpa)

 
 

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