Athener Chaos – von Walter Bau

Kommando zurück! Das griechische Volk darf nun also doch nicht über europäische Rettungspakete oder gar über einen Austritt aus der Euro-Zone abstimmen. An der Côte d’Azur atmen die Merkels, Sarkozys und Junckers erleichtert auf. Alles wieder in Ordnung, also? Mitnichten.

Der Kampf um die Rettung der angeschlagenen Gemeinschaftswährung wird auch nach dem Referendums-Rückzieher von Athens Premier Giorgos Papandreou unvermindert weitergehen. Die griechischen Finanzen sind so zerrüttet wie zuvor und die Zocker an den internationalen Märkten haben schon den nächsten Kandidaten im Visier: Italien gerät fast täglich ein Stück tiefer in die Schuldenfalle, in Spanien geht die Wirtschaft immer mehr in die Knie.

Allerorten taumeln die Regierungen. Der Grieche Papandreou ist nach den Chaostagen von Athen nur noch ein Premier auf Abruf, in Rom hat Berlusconi abgewirtschaftet, Zapatero in Madrid hat schon resigniert. Und da selbst die europäischen Vorleute Merkel und Sarkozy spätestens bei den nächsten Wahlen um ihre Macht fürchten müssen, stellt sich die Frage, wer Europa aus seiner tiefsten Krise führen soll.

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