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Syrien-Krise

Assad lässt Soldaten an türkischer Grenze aufmarschieren

29.06.2012 | 15:36 Uhr
Der syrische Präsident Baschar al-Assad lässt laut Angaben eines Rebellengenerals Truppen an der Grenze zur Türkei aufmarschieren. Foto: APD/dapd

Damaskus.  Der syrische Präsident Assad lässt laut Angaben eines Rebellengenerals Truppen an der Grenze zur Türkei aufmarschieren. Der Truppenaufmarsch sei Assads Reaktion auf die Verstärkung türkischer Truppen an der Grenze zu Syrien. Damit hatte die Türkei den Abschuss eines türkischen Kampfjets beantwortet.

Kurz vor einer neuen Syrien-Konferenz in Genf lässt Präsident Baschar al-Assad nach Angaben eines Rebellengenerals Truppen an der Grenze zur Türkei aufmarschieren. Schätzungsweise 2500 Soldaten seien am Freitag mit 170 Panzern und Militärfahrzeugen etwa 15 Kilometer vor der Grenze stationiert worden, sagte Mustafa al-Scheich. In Genf bereiteten Diplomaten ein Treffen der sogenannten Syrien-Aktionsgruppe vor.

Ein Teil der Soldaten sei unweit der Stadt Aleppo im Norden Syriens stationiert worden, sagte General al-Scheich unter Berufung auf Kämpfer der Rebellenarmee vor Ort. Der Truppenaufmarsch sei eine "Demonstration der Stärke" und eine Reaktion auf eine Verstärkung türkischer Truppen an der Grenze zu Syrien nach dem Abschuss eines türkischen Kampfjets vor einer Woche. In türkischen Medien hieß es derweil, Ankara sei dabei, ein neues Abwehrsystem für Langstreckenraketen für umgerechnet gut 3,2 Milliarden Euro anzuschaffen.

Diplomaten bereiten neue Syrien-Konferenz in Genf vor

In Genf wollen die Außenminister der UN-Vetomächte und aus Staaten der Region am Samstag über einen neuen Plan des Sondergesandten Kofi Annan zur Bildung einer Übergangsregierung in Syrien beraten. Nach Diplomatenangaben wurde bereits darüber verhandelt, Neuigkeiten seien aber nicht vor Abschluss eines Treffens von US-Außenministerin Hillary Clinton mit ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Freitagabend in St. Petersburg zu erwarten. Demnach warnte der Westen bereits vor einem Scheitern der Konferenz, sollte keine Einigung gelingen.

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Damaskus, 27.06.12: Der international isolierte syrische Präsident Assad verschärft den Ton. In einer Rede vor seinem Kabinett sprach er erstmals davon, dass sich das Land im Krieg befinde. Der Aufstand müsse mit aller Kraft niedergeschlagen werden.

Vor allem Russland und China hatten sich in der Vergangenheit gegen ein hartes Vorgehen der Vereinten Nationen gegen Assad gestemmt und bei zwei Gelegenheiten Resolutionen des UN-Sicherheitsrats gegen Syrien verhindert. Zuletzt deutete Moskau zwar Verhandlungsbereitschaft an, betonte jedoch, einen Plan, der Assad von vornherein von der geplanten Übergangsregierung ausschließt, nicht mittragen zu wollen. Nach Ansicht Lawrows muss über das weitere Schicksal des Staatschefs in Syrien und nicht von außen entschieden werden.

Wieder heftige Kämpfe mit Toten bei Damaskus

Assad warf dem Ausland indes die heimliche Unterstützung der Aufständischen in Syrien vor. Zwar gebe es "keine materiellen Beweise", weil die "Unterstützung meist versteckt und indirekt" sei, die "Beziehungen" zur bewaffneten Opposition in Syrien seien aber eindeutig, sagte Assad in einem Interview mit dem iranischen Staatsfernsehen, das am Donnerstagabend ausgestrahlt wurde. Das Interview wurde iranischen Medien zufolge bereits vor einer Woche aufgenommen, eine Erklärung für die späte Ausstrahlung wurde nicht gegeben.

Bei Kämpfen in Syrien wurden am Donnerstag nach Oppositionsangaben mehr als 180 Menschen getötet. Die meisten von ihnen seien Zivilisten gewesen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. Heftige Kämpfe gab es demnach in der Rebellenhochburg Duma nordöstlich der Hauptstadt Damaskus, wo dutzende Menschen, darunter mehrere Frauen und Kinder, getötet worden seien. Assad lässt seit Mitte März 2011 Proteste gegen seine Führung niederschlagen. Laut Opposition wurden bisher fast 16.000 Menschen getötet. (AFP)

Kommentare
30.06.2012
04:36
DAS ist die Lösung fü die Eurokriese
von Kompaktor | #6

für eine gewisse Zeit.....

29.06.2012
22:42
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

29.06.2012
17:16
Assad lässt Soldaten an türkischer Grenze aufmarschieren
von feder24 | #4

Zitat:..Der syrische Präsident Assad lässt laut Angaben eines Rebellengenerals Truppen an der Grenze zur Türkei aufmarschieren. ..

Zur historischen Erinnerung: Mit so einem Aufmarsch hat Rußland den 1.Weltkrieg angefacht!

Es besteht aber wohl die Hoffnung, dass die heutigen Politiker und Militärs sich daran erinnern und sich nicht, wie damals die Verantwortlichen in Deutschland und Österreich, provozieren lassen

29.06.2012
16:39
Assad lässt Soldaten an türkischer Grenze aufmarschieren
von Pucky2 | #3

Erdogan will also so lange provozieren, bis er den Bündnisfall ausrufen kann, dann muss die NATO für die Türkei in den Krieg ziehen, damit Erdogan sein Großtürkisches Reich gründen kann... so wird da ein Schuh raus und nicht umgekehrt.

Assad hat genug Sorgen im Inland, da braucht er nicht noch einen militärischen Konflikt mit der größten Militarmacht des Nahen Ostens. Wer glaubt denn noch der gelenkten Presse? Uns wurde ja auch erzählt, dass Saddam Massenvernichtungswaffen hatte - und? die muss man heute noch suchen, aber der Irak ist in Schutt und Asche und der Westen hat sich das Öl gesichert... das Gleiche in Libyen - oder sieht da irgendjemand eine Demokratie? Es haben sich nur die Rollen vertauscht zwischen Mörder und Opfer

Die Berichte aus Syrien sind auch nur von den Aufständischen an die Weltpresse gegeben. Was davon stimmt, kann keiner sagen... und der CIA und die Saudis wollen da auch noch Waffen hin schmuggeln, damit noch mehr Menschen sterben müssen

3 Antworten
Assad lässt Soldaten an türkischer Grenze aufmarschieren
von Biker72 | #3-1

Das hat mit Demokratie weniger zu tun, eher Raubrittertum einiger westlicher Allianzen. Der CIA mischt immer gerne aktiv mit. Der westlichen Presse kann man leider nichts glauben. Internet sei dank werden diese ganzen Lügereien immer öffentlicher. Und ein Spiel mit dem Feuer ist das auf jeden Fall wenn man bedenkt wer die Resolutionen blockiert hat...

Assad lässt Soldaten an türkischer Grenze aufmarschieren
von Pit01 | #3-2

#3
Wo bitteschön hat die Türkei provoziert? Das kann ich nicht erkennen, wenn ein Jet ohne Vorwarnung abgeschossen wird. Der Provokateur sitzt in Syrien.

Assad lässt Soldaten an türkischer Grenze aufmarschieren
von Pit01 | #3-3

#3-1

Was glauben Sie wohl, was uns der feine Herr Assad und seine Presse auftischt? Die reine Wahrheit? Da lobe ich mir unsere Presse, auch wenn sie hier und da übers Ziel hinausschiesst.

29.06.2012
16:38
Soldaten an türkischer Grenze
von popeye2 | #2

Eine Demonstration der Stärke ? Soldaten an der Grenze zu einem NATO Mitgliedsstaat zu schicken, das die zweitgrößte Anzahl an aktiven Soldaten nach der USA in diesem Bündnis unterhält, ist lächerlich.
Will er den Bündnisfall provozieren ? Diese Regierung ist schneller liquidiert, als er glaubt.
Ein Spiel mit dem Feuer. Zumal die Besetzung von Syrien durch westliche Besatzungsmächte eine ganz neue Situation für Israel im nahen Osten bedeuten würde. Vielleicht sogar eine dauerhafte Friedenslösung für den Nahen Osten ?

29.06.2012
15:56
Der Assad ist jetzt komplett von der Rolle...
von Ismet | #1

Da fällt mir nur der eine Satz dazu ein:
"Dieser Despot reitet seinem Ende entgegen"

Ich denke, das es kein alternatives Ende gibt, wie es mit Muammar Al Gaddafi gab. Der wurde auch einfach Erschossen...

In diesem Sinne...

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Assad lässt Soldaten an türkischer Grenze aufmarschieren
Assad lässt Soldaten an türkischer Grenze aufmarschieren
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2012-06-29 15:36
Politik, Syrien, Assad, Russland, Lawrow, Türkei, Krise, UN, USA, Hillary Clinton
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