Erdogan und Putin mischen mit: Krieg am Rande Europas ausgebrochen!

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan geraten nach Syrien jetzt auch im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan aneinander.
Der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan geraten nach Syrien jetzt auch im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan aneinander.
Foto: imago images/ITAR-TASS

Er wird oft als „vergessener Krieg“ bezeichnet – jetzt aber ist der Grenzkonflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan wieder Thema für die Weltmedien! Türkeis Präsident Recep Tayyip Erdogan und der russische Machthaber Wladimir Putin spielen eine wichtige Rolle.

Der Streit um das Gebiet Berg-Karabach zwischen den beiden Nachbarländern Armenien und Aserbaidschan wird immer brutaler. Beide Seiten haben in den letzten Tagen entlang der Konfliktlinie militärische Angriffe gestartet! Es soll zahlreiche Verletzte und Todesopfer gegeben haben.

Armenien: Grenzkonflikt mit Aserbaidschan eskaliert – Tote auf beiden Seiten

Inzwischen gilt in beiden Kaukasus-Ländern der Kriegszustand, in Aserbaidschan gibt es bereits in einigen Landesteilen am Abend Ausgangssperren. Das hatte Staatschef Ilham Aliyev (58) am Wochenende entschieden. Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan (45) hatte bereits am Sonntag die Bevölkerung mobilisiert und landesweit den Kriegszustand verhängt.

Zwischen beiden Seiten hat es nach Angaben beider Verteidigungsminister schweres Artilleriefeuer gegeben. Zuvor hatte Aserbaidschan eine Militäroperation gegen Bergkarabach begonnen und mehrere Dörfer erobert. Die Hauptstadt von Bergkarabach, Stepanakert, sei beschossen worden. Mindestens 39 pro-armenische Kämpfer seien laut offiziellen Angaben aus Bergkarabach getötet worden. Beide Länder geben sich gegenseitig die Schuld, den uralten Konflikt wieder heraufbeschworen zu haben.

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Das ist Armenien:

  • Binnenstaat in Vorderasien und im Kaukasus
  • Armenien grenzt an Georgien, Aserbaidschan, Iran und Türkei
  • die Hauptstadt ist Eriwan (rund eine Million Einwohner)
  • ist 29.800 Quadratkilometer groß und hat 2,97 Millionen Einwohner (Stand: 2018)
  • seit dem 21. September 1991 von der ehemaligen Sowjetunion (wieder) unabhängig
  • die weltberühmte Kathedrale von Etschmiadsin steht in der Stadt Wagharschapat

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Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan: Konflikt um Berg-Karabach schwelt seit fast 30 Jahren

Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 ist ein militärischer Streit zwischen beiden Nachbarn um die Region Berg-Karabach entbrannt. Beide Länder haben ihre Unabhängigkeit erklärt und die Südkaukasus-Region für sich beansprucht: Armenien sieht Berg-Karabach als Exklave an, Aserbaidschan dagegen eine umschlossene Enklave.

1992 ist ein Krieg zwischen den Ländern entbrannt, rund 30.000 Menschen wurden getötet, etwa eine Million Einwohner der Region mussten flüchten. Die meisten von ihnen waren Aserbaidschaner. Heute leben hauptsächlich Armenier in Berg-Karabach. 1994 hat es dann eine Waffenruhe zwischen beiden Ländern gegeben, es sollte eine entmilitarisierte Zone geschaffen werden.

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Das ist Aserbaidschan:

  • Staat in Vorderasien
  • Aserbaidschan grenzt an Russland, Georgien, Iran, Armenien und dem Kaspischen Meer
  • die Hauptstadt ist Baku (rund 2,2 Million Einwohner)
  • ist 86.600 Quadratkilometer groß und hat rund 10,4 Millionen Einwohner (Stand: 2019)
  • seit dem 18. Oktober 1991 mithilfe von paramilitärischen Bewegungen von der Sowjetunion unabhängig
  • dank bedeutender Ölreserven und einem rasanten Wirtschaftsaufschwung ab dem Jahr 2000 gehört Aserbaidschan zu einem Land mittleren Einkommens (von zuvor niedrigen Einkommens)

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Doch Aserbaidschan wirft Armenien vor, Berg-Karabach noch immer mit Milizen und auch regulären Truppen rechtswidrig zu besetzen – völkerrechtlich gehört Berg-Karabach zu Aserbaidschan. Internationale Versuche, den Konflikt endgültig beizulegen, sind bislang immer gescheitert.

Krieg ausgebrochen: Aserbaidschan wird von der Türkei unter Präsident Erdogan unterstützt

Aserbaidschan wird von der Türkei und Präsident Recep Tayyip Erdogan (66) unterstützt, der dem turksprachigen Bruderstaat militärische Hilfe bei der „Rückeroberung von Berg-Karabach“ versprochen hat. Schon vor Jahren haben beide Länder militärische Abkommen miteinander abgeschlossen.

Und: Erst Mitte September ist der türkische Generalstab zu Gesprächen nach Baku gereist, dort hat man dann gleich auch ein gemeinsames Militärmanöver abgehalten. Ob türkische Soldaten vollständig abgezogen sind, ist unklar. Es gibt Berichte, dass die Türkei in Aserbaidschan eigene Militärbasen errichten will.

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Armenien dagegen von Russlands Präsident Putin unterstützt

Armenien dagegen wird von Russland unter Kreml-Chef Wladimir Putin (67) unterstützt. Russland ist Armeniens Schutzmacht, beliefert das kleine Land mit Waffen. Im Rahmen der von Russland geführten „Organisation für kollektive Sicherheit“ gibt es eine Beistandsklausel zwischen beiden Nationen. Tausende russische Soldaten und Grenztruppen sind in Armenien stationiert.

Aber: Die Beistandsklausel gilt ausdrücklich nicht für Berg-Karabach, dazu befinden sich zwei russische Militärbasen weit weg von der Konfliktregion. Dafür aber in der Nähe zur türkischen Grenze. Experten schreiben Russland den Versuch zu, beide Konfliktparteien an den Verhandlungstisch zu bringen. Moskau sei nicht an einer militärischen Eskalation interessiert.

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So lange sich Armenien und Aserbaidschan nicht einigen können, wird es wohl bei Erdogan und Putin liegen, einen großangelegten Krieg und einen möglichen Flächenbrand im Kaukasus zu verhindern. (mg)

 
 

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